Endeavor Catalyst, der Venture-Arm des globalen Non-Profits Endeavor, hat seinen fünften Fonds mit Kapitalzusagen in Höhe von 320 Millionen US-Dollar geschlossen. Die Investitionsstrategie des Fonds konzentriert sich auf Gründer außerhalb großer Technologiezentren. Endeavor bezeichnet diese Gebiete als „Elsewhere“ und nennt Regionen wie Lateinamerika, Afrika, den Nahen Osten und Europa.
Mit diesem Abschluss verwaltet Endeavor Catalyst nun ein Gesamtvermögen von über 850 Millionen US-Dollar.
Der neue Fonds übertrifft ein Zielvolumen von 300 Millionen US-Dollar. Er verstärkt das Engagement des Fonds bei der Förderung von Unternehmern in unterversorgten Regionen. Die Hälfte der Gewinne aus den Investments fließt an die gemeinnützige Mutterorganisation Endeavor zurück.
Damit werden Programme zur Unterstützung der nächsten Gründergeneration finanziert. Endeavor beschreibt dies als ein selbsttragendes Geschäftsmodell.
Strategische Expansion in Schwellenmärkten
Endeavor Catalyst setzt die Co-Investmentstrategie fort. Der Fonds investiert ausschließlich in Unternehmen, die von „Endeavor Entrepreneurs“ geführt werden. Zudem beteiligt er sich nur an Finanzierungsrunden, die von einem institutionellen Lead-Investor angeführt werden.
Die Beteiligungen erfolgen zu denselben Konditionen wie der Lead-Investor. Typische Scheckgrößen liegen zwischen einer Million und drei Millionen US-Dollar und überschreiten in der Regel zehn Prozent einer Runde. Diese Struktur nutzt die Due Diligence des Lead-Investors und ermöglicht Gründern Zugang zu weiterem Kapital.
Rund 90 Prozent der bisherigen Investments tätigte der Fonds außerhalb der USA. Europa ist die am schnellsten wachsende Region. Endeavor Catalyst verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres zwölf neue Investments auf dem Kontinent, im Vergleich zu 14 im gesamten Vorjahr.
Lateinamerika bleibt die größte Investitionsregion des Fonds. Afrika verzeichnete seit 2017 rund 40 Investments. Endeavor hat das Ziel genannt, den Anteil afrikanischer Startups im Portfolio innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre zu verdoppeln. In Pakistan wurden erste Investments getätigt. Für die Ukraine sind Engagements geplant oder in Vorbereitung.
Erfolg jenseits des Silicon Valley
Die Ausrichtung auf Regionen abseits etablierter Tech-Metropolen spiegelt sich in mehreren hoch bewerteten Portfoliofirmen wider. Beispiele sind ElevenLabs, ein Anbieter von KI-Sprachtools, dessen Bewertung in einem Sekundärverkauf mit 22 Milliarden US-Dollar beziffert wurde. Hinzu kommt Bending Spoons, ein italienisches Unternehmen, das im Juli an die Börse ging und mit einer Marktkapitalisierung von 26 Milliarden US-Dollar genannt wird.
Checkout.com, dessen Gründer aus der Schweiz stammen, hatte zuletzt eine Bewertung von rund zwölf Milliarden US-Dollar.
Insgesamt zählen 83 Startups im Portfolio derzeit als Einhörner, darunter auch afrikanische Unternehmen wie Flutterwave und Tymebank. Seit der Gründung von Endeavor Catalyst 2012 hat der Fonds in 437 Unternehmen in 44 Märkten investiert. Das Portfolio weist laut Angaben 39 Exits und elf IPOs auf.
Das Endeavor-Netzwerk umfasst mehr als 3.100 Unternehmer in über 50 Ländern. Dies ermöglicht Einblicke in lokale Märkte. Etwa 30 Prozent der Limited Partners von Fund V sind eigene Endeavor-Gründer, darunter die Gründer von Nubank, Revolut und Checkout.com. Zu den LPs zählen unter anderem Reid Hoffman, Mitgründer von LinkedIn, und Bill Ackman.
Ausblick auf eine fragmentierte Venture-Landschaft
Der Abschluss von Fund V zeigt, dass Kapitalgeber weiter in die Strategie von Endeavor Catalyst investieren. Sie fokussieren sich dabei auf Gründer außerhalb der großen Tech-Hubs. Der Fonds plant, den Anteil von Folgeinvestitionen in Zweitunternehmen von Endeavor-Gründern von 14 Prozent in Fund IV auf 20 Prozent in Fund V zu erhöhen.
Dies signalisiert eine stärkere Ausrichtung auf Folgeinvestitionen in Gründungen von Endeavor-Unternehmern.
In einer fragmentierteren Venture-Capital-Landschaft, in der traditionelle Hubs Konkurrenz von neuen Zentren bekommen, sehen Beobachter eine wachsende Bedeutung von Co-Investmentfonds wie Endeavor Catalyst für den Zugang zu Kapital in weniger etablierten Ökosystemen. Analysten beobachten die Entwicklung der afrikanischen und europäischen Portfolios besonders aufmerksam. Diese Regionen werden in Berichten als mögliche Wachstumsfelder für die kommenden Jahre genannt.







