Die Zinsen für Eigenheimkredite in den Vereinigten Staaten verharren auf hohem Niveau. Ende August, zwischen dem 21. und 27. August, lagen die durchschnittlichen Sätze für eine 30-jährige Festhypothek bei etwa 6,6 Prozent bis 6,78 Prozent. Diese Stagnation bremst die Hypothekennachfrage und setzt den US-Immobilienmarkt unter Druck.

Hypothekenmarkt unter Druck

Die aktuellen Zinssätze übertreffen die Tiefstwerte von 2,65 Prozent im Januar 2021 deutlich. Dies beeinflusst das Verhalten von Käufern und Refinanzierern. Die Verkäufe neuer Eigenheime sanken im Juli 2026 um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vormonat und erreichten damit den niedrigsten Stand seit Januar.

Zugleich fiel der durchschnittliche Transaktionspreis für ein neues Haus im Juli 2026 unter 400.000 US-Dollar.

Die Mortgage Bankers Association (MBA) meldete einen Rückgang der gesamten Hypothekenanträge um ein Prozent in der Woche bis zum 21. August 2026 im Vergleich zur Vorwoche. Auch die Refinanzierungsanträge gingen zurück, insbesondere bei FHA- und VA-Darlehen. Die durchschnittliche Darlehensgröße für Refinanzierungen erreichte ihren tiefsten Stand seit Juni 2025.

Joel Kan, Vice President und Deputy Chief Economist der MBA, konstatiert: „Die Hypothekenzinsen sind in den vergangenen zwei Monaten um rund 20 Basispunkte gestiegen, was die Refinanzierungsaktivität gedämpft hat. Die Refinanzierungsanträge sanken, insbesondere bei FHA- und VA-Darlehen, und die durchschnittliche Darlehensgröße für Refinanzierungen war die niedrigste seit Juni 2025.“ Der saisonbereinigte Hypotheken-Kaufindex der MBA fiel zudem in der letzten Woche um 1,3 Prozent.

Die Refinanzierungsanträge reduzierten sich im gleichen Zeitraum um 2,4 Prozent. Im Jahresvergleich liegen die Refinanzierungsanträge 39 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Zinsgefüge und Fed-Politik

Die maßgeblichen Treiber der Hypothekenzinsen sind der Leitzins der US-Notenbank Federal Reserve (Federal Funds Rate) und die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen. Die Fed hielt ihren Federal Funds Rate in der Sitzung vom 28. bis 29. Juli 2026 im Korridor von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe notierte am 21. August 2026 bei 4,74 Prozent.

Der Spread zwischen der zehnjährigen Treasury Note und der 30-jährigen Festhypothek betrug laut vorliegenden Daten 1,91 Prozent. Dies liegt über dem historischen Durchschnitt von 1,5 Prozent. Die Zinsdaten zeigen leichte Unterschiede je nach Quelle und Erhebungszeitpunkt: Daten vom 26.

August 2026 berichten von einem leichten Rückgang für 30- und 15-jährige Festhypotheken, während die U.S. Bank am 21. August 2026 einen Anstieg des Durchschnitts der 30-jährigen Festhypothek von 5,98 Prozent Ende Februar auf 6,65 Prozent im August ausweist.

Diese Diskrepanzen erschweren eine eindeutige Trendbestimmung.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Die nächste Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) findet am 15. bis 16. September 2026 statt. Die Erwartungen zur zukünftigen Fed-Geldpolitik divergieren.

Patrick Harker, Präsident der Federal Reserve Bank of Philadelphia, äußerte, die Fed könnte bereits ausreichend Maßnahmen zur Inflationskontrolle ergriffen haben. Der Leitzins könnte demnach unverändert bleiben. Andere Marktteilnehmer hingegen preisen aufgrund hartnäckiger Inflation eher ein bis zwei weitere Fed-Zinserhöhungen bis Ende 2026 ein.

Diese Einschätzung stützt sich auf Analysen der U.S. Bank.

Diese gegensätzlichen Einschätzungen prägen die Unsicherheit am Markt. Ein klares Signal der Fed könnte die Zinsentwicklung maßgeblich beeinflussen und damit auch die Dynamik auf dem US-Immobilienmarkt. Ohne eine deutliche Entspannung im Zinsumfeld bleibt der Druck auf Immobilienpreise und Transaktionsvolumen bestehen.