Asiens Aktienmärkte zeigen ein gemischtes Bild, während geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise bewegen. Trotz der Risiken und einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve bleiben die Märkte volatil; Erwartungen an den KI-Sektor und die Geldpolitik der Zentralbanken prägen die Stimmung. Anleger und Beobachter richten ihren Blick auf weitere Entwicklungen und makroökonomische Indikatoren.
Volatilität an den asiatischen Börsen
Die asiatischen Aktienmärkte präsentieren sich in den vergangenen Tagen uneinheitlich. Nach anfänglichen Verlusten am Montag zeigte sich am Donnerstag keine einheitliche Richtung. Der Nikkei 225 in Japan verzeichnet am Donnerstag einen Zuwachs von 0,33 Prozent auf 64.136,25 Punkte. Hingegen gibt der Shanghai Composite in China um 0,41 Prozent auf 3.875,60 Zähler nach.
Am Freitag folgen wieder stärkere Rückgänge: Der Nikkei 225 fällt um 2,8 Prozent, der Shanghai Composite um 1,8 Prozent.
Chiphersteller stehen im Fokus: Die Hoffnung auf ungebrochene Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen gibt den Märkten zwischenzeitlich Auftrieb. Am Freitag belasten jedoch Rückgänge bei Tech-Schwergewichten die Indizes. Samsung Electronics rutscht um 3,9 Prozent ab, SK Hynix verliert 3,6 Prozent.
In Hongkong zeigt der Hang Seng am Donnerstag ein negatives Vorzeichen. Indes verzeichnet der KI-Chiphersteller Enflame bei seinem Börsendebüt in Shanghai einen Kursanstieg von rund 180 Prozent.
Der Ölpreis im Spannungsfeld der Geopolitik
Der Rohölpreis bewegt sich weiterhin in einem von geopolitischen Risiken geprägten Umfeld. Nach einem Anstieg auf über 100 US-Dollar pro Barrel am Mittwoch, ausgelöst durch Spannungen am Golf, gibt der Ölpreis am Donnerstag nach. Brent-Rohöl sinkt an diesem Tag um 3,0 Prozent auf 102,61 US-Dollar pro Barrel.
Hinweise auf eine teilweise Wiederinbetriebnahme einer Pipeline in Saudi-Arabien werden genannt und könnten die Lage beeinflussen. Am Freitag liegt Brent über 108 US-Dollar pro Barrel und erreicht damit den höchsten Stand seit Mai. Am Montag notiert Brent bei 107,51 US-Dollar pro Barrel. Dies entspricht einem Anstieg um 2,7 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.
Die angespannte Lage im Nahen Osten, etwa Berichte über Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormuz und erneute Angriffe auf Anlagen in Saudi-Arabien, erhöht die Unsicherheit an den Ölmärkten. Goldman Sachs erwartet, dass Brent im Falle einer Ausweitung der Schiffsangriffe 120 US-Dollar erreichen könnte. Höhere Ölpreise belasten die Inflation und damit langfristig auch Kreditkosten.
Sie setzen die Geldpolitik unter zusätzlichen Druck.
Zinspolitik der Federal Reserve und globale Auswirkungen
Die US-Notenbank Federal Reserve erhöht am Mittwoch den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte; die neue Spanne liegt bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Es ist die erste Zinserhöhung seit drei Jahren. Der Beschluss erfolgt einstimmig. Ziel der Federal Reserve ist es, das Inflationsziel von zwei Prozent schneller zu erreichen.
Falkenhafte Äußerungen aus dem Umfeld der Federal Reserve treiben die Zinserwartungen nach oben. Märkte und Futures preisen eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt im Oktober oder bis spätestens Jahresende ein. Analysten wie Michael Heise von HQ-Trust und Beobachter bei der UBS gehen davon aus, dass die Zinserhöhung die Märkte nicht unmittelbar aus der Bahn wirft.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt am Mittwoch auf 4,841 Prozent, den höchsten Stand seit November 2023.
Auch die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan könnten ihre Geldpolitik angesichts der globalen Lage anpassen. Für Japan werden Erwartungen für schnellere Zinserhöhungen berichtet.
Tech-Sektor und die Debatte um KI-Entwicklung
Die Hoffnung auf anhaltende KI-Nachfrage treibt die Kurse von Chipherstellern. Zugleich wachsen Bedenken über eine mögliche Verlangsamung der KI-Entwicklung. Vertreter der Branche, darunter Dario Amodei (Anthropic), Sam Altman (OpenAI) und Elon Musk, fordern einen vorsichtigeren Ansatz und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.
Dazu zählen etwa unabhängige Drittanbieter-Evaluierungen. Donald Trump weist diese Bedenken als weniger relevant zurück und verweist auf den Wettbewerb mit chinesischen Rivalen.
Eine verlangsamte Entwicklung von KI-Modellen könnte die Umsätze und Gewinnerwartungen in der Lieferkette belasten. Sam Altman erklärt zudem, OpenAI werde dieses Jahr nicht an die Börse gehen. Dies übt zusätzlichen Druck auf Bewertungen im KI-Sektor aus. Am Montag geraten Tech-Aktien unter Druck. Z.AI fällt nach Bekanntgabe einer Finanzierungsrunde über 5 Milliarden US-Dollar um 7,5 Prozent.
Ausblick auf kommende Entwicklungen
Die Finanzmärkte achten auf die weiteren Folgen des Nahost-Konflikts für die Ölpreise und die globale Inflation. Am Freitag steht die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex für August an. Analysten erwarten einen leichten Rückgang der Jahresrate auf 3,3 Prozent, nach 3,4 Prozent im Juli. Damit läge die Inflation weiterhin über dem Zielwert der Federal Reserve.
Der künftige Kurs der Zentralbanken, insbesondere der Zeitpunkt und das Ausmaß möglicher weiterer Zinserhöhungen der Federal Reserve im Oktober oder Dezember, bleiben relevant für die Marktstimmung. Beobachter werden zudem die Entwicklung im KI-Sektor und die Diskussionen um Regulierung und Sicherheit weiter verfolgen.







