Ein Ferrari F40, das letzte von Enzo Ferrari persönlich genehmigte Modell, erzielte kürzlich bei einer Auktion 8,365 Millionen US-Dollar. Dieser Preis übertrifft den Standardwert von 5,05 Millionen US-Dollar für ein „Condition-#1"- oder „Concours“-Exemplar um 66 Prozent. Die Transaktion unterstreicht die anhaltende Wertsteigerung des Supersportwagens und fügt sich in eine breitere Entwicklung auf dem Markt für klassische Ikonen, in dem seltene Automobile zunehmend als Sachwertanlage gelten.
Die kontinuierliche Wertentwicklung des Ferrari F40 beruht auf mehreren Faktoren. Zwischen 1987 und 1992 entstanden 1.315 Exemplare des 2,9 Liter Twin Turbo V8. Die limitierte Auflage, ursprünglich zur Feier des 40 jährigen Firmenjubiläums gedacht, trifft auf eine wachsende Nachfrage.
Besonders hervorzuheben ist die analoge Fahrerfahrung des F40. Er verzichtet bewusst auf moderne Fahrhilfen und Hybridsysteme, was ihn von vielen heutigen Supersportwagen unterscheidet. Mit einer Leistung von etwa 471 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von über 320 Stundenkilometern festigte der F40 seinen Ruf als Supersportwagen der 1980er und 1990er Jahre.
Werttreiber: Knappheit und Generationenwechsel
Die Wertentwicklung des F40 lässt sich auf mehrere Markttrends zurückführen. Die Verknappung rein analoger Supersportwagen erhöht deren Attraktivität. Angesichts des bevorstehenden Endes reiner Verbrennungsmotoren werden Modelle wie der F40 als letzte Vertreter ihrer Art wahrgenommen.
Analysten beobachten zudem eine wachsende Finanzialisierung des Sammlermarktes. Seltene Automobile werden vermehrt als Investition und Wertspeicher diskutiert.
Hinzu kommt ein Generationenwechsel bei den Käufern. Max Girardo, Direktor von Girardo & Co., betont, der F40 sei schon immer ikonisch gewesen. Die aktuelle Nachfrage verstärke sich durch Personen, die den Wagen als Kinder oder junge Erwachsene erlebt haben.
Hagerty bestätigt diese Einschätzung: Über die Hälfte der heutigen F40 Besitzer waren bei der Markteinführung des Wagens noch Kinder oder junge Erwachsene. Einige von ihnen haben inzwischen Vermögen aufgebaut und treffen nun Kaufentscheidungen.
Marktdynamik und prominente Sammler
Auktionsdaten spiegeln diese Entwicklung wider. Ein F40 aus dem Jahr 1991 wurde im Februar 2014 bei Artcurial für 644.872 Euro versteigert. Die Median Auktionspreise legten 2021 um über 50 Prozent zu.
Die Werte variieren stark nach dem Zustand des Fahrzeugs. Seit Juli 2025 stiegen die Schätzwerte für F40s je nach Zustand deutlich – etwa von 3,5 Millionen auf 5,05 Millionen US-Dollar für ein „Concours"- oder „Condition-#1“-Exemplar.
Die Versteigerung eines F40 für 8,365 Millionen US-Dollar bei der Monterey Car Week 2026 lag somit 66 Prozent über dem genannten Standardwert für ein Concours-Fahrzeug.
Der Markt zieht auch bekannte Persönlichkeiten an. Lewis Hamilton, siebenfacher Formel 1 Weltmeister, wechselte Anfang 2025 als Fahrer zur Scuderia Ferrari. Er hat öffentlich sein Interesse am F40 bekundet und ein Exemplar erworben beziehungsweise restaurieren lassen.
Zudem äußerte Hamilton den Wunsch, ein Design zu entwickeln, das auf dem F40 basiert. Toto Wolff, Teamchef von Mercedes, besitzt einen F40 in seiner Sammlung und bot ihn 2023 über den Händler Tom Hartley Jr. zum Verkauf an. Gerhard Berger stellte ebenfalls einen F40 zum Verkauf, zog das Angebot aber später zurück.
Ausblick: Limitierte Verfügbarkeit stützt den Wert
Die Marktdynamik für den Ferrari F40 bleibt angespannt. Experten sehen für exzellent erhaltene und möglichst originale Exemplare weiteres Aufwärtspotenzial. Schätzungen gehen davon aus, dass heute weniger als 1.000 F40 existieren. Diese Knappheit bildet, kombiniert mit der anhaltenden Nachfrage von Sammlern und Investoren, die Grundlage für mögliche weitere Wertsteigerungen.
Der Umstand, dass der F40 als letztes von Enzo Ferrari persönlich genehmigtes Modell gilt, bleibt ein wesentliches Argument für sein hohes Sammlerinteresse. Die Entwicklung des F40 Marktes wird daher aufmerksam verfolgt. Sie dient als Indikator für Trends im Segment klassischer Supersportwagen und für die Nachfrage nach nicht digitalen Fahrerlebnissen.







