Ferrari betritt mit dem Purosangue, seinem ersten viertürigen Viersitzer, das Segment der Luxus-Performance-Crossover. Das Modell, welches Ferrari als „Vollblut-Ferrari“ oder „Sportwagen mit erweitertem Alltagsnutzen“ bezeichnet und den Begriff „SUV“ weitgehend vermeidet, positioniert sich preislich hoch und ist nur begrenzt verfügbar. Für Dich bedeutet das ein neues, hochpreisiges Modell mit eingeschränkter Verfügbarkeit.

Der Purosangue zeigt Ferraris Strategie, das Modellportfolio zu erweitern und das Markenbild in ein neues Fahrzeugformat zu übertragen.

Exklusivität als Geschäftsmodell: Limitierte Produktion treibt Nachfrage

Ferrari bewegt sich mit dem Purosangue auf neuem Terrain. Der Hersteller begrenzt die Produktion des Purosangue auf maximal 20 Prozent der gesamten jährlichen Unternehmensproduktion, konkretisiert mit einer Obergrenze von nicht mehr als 3.000 Fahrzeugen pro Jahr. Diese Stückzahlbegrenzung dient laut Ferrari der Wahrung der Exklusivität.

Der Purosangue konkurriert mit Luxus-SUVs wie dem Lamborghini Urus, Rolls-Royce Cullinan, Aston Martin DBX und dem Porsche Cayenne Turbo. Die Nachfrage übertraf die Erwartungen deutlich. Im November 2022 stoppte Ferrari die Bestellannahme für den Purosangue temporär.

Die Wartelisten reichten bis Ende 2024 und darüber hinaus, im Mai 2023 wurden Lieferzeiten von drei Jahren genannt. Bis August 2024 verkaufte Ferrari knapp 1.500 Einheiten. Zwischen Januar und August 2024 war das Modell das drittmeistverkaufte Ferrari-Modell, hinter dem 296 GTB und dem Roma.

Auf dem Gebrauchtmarkt werden Preise von bis zu 900.000 bis 1 Million US-Dollar berichtet.

Technologische Meisterleistung und Preispositionierung

Der Purosangue verwendet einen 6,5 Liter V12-Saugmotor (F140IA). Die Leistung wird in den meisten Quellen mit 715 PS (533 kW) angegeben, das maximale Drehmoment liegt bei etwa 716 Nm. Teile des Motors, darunter die Zylinderköpfe, stammen laut Quellen vom Ferrari 812 Competizione.

Die Spitzenleistung wird in unterschiedlichen Quellen bei 7.750 bis 8.250 U/min genannt. Das Fahrzeug verfügt über ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.

Ferrari gibt eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 3,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 310 km/h an. Das Fahrzeug erfüllt damit Leistungsparameter, die für Hochleistungsfahrzeuge typisch sind.

Das Chassis besteht aus maßgeschneidertem Aluminium. Ferrari nennt eine um 30 Prozent höhere Torsionssteifigkeit im Vergleich zum GTC4 Lusso. Ein aktives Federungssystem mit Elektromotoren an jeder Radposition reduziert laut Hersteller Karosseriewankung und macht konventionelle Stabilisatoren überflüssig.

Dieses System kann die Fahrhöhe um etwa zehn Millimeter verändern. Weiterhin sind Vierradlenkung und eine Gewichtsverteilung von etwa 49 zu 51 (vorn zu hinten) angegeben.

Der Basispreis in Europa liegt bei 380.000 Euro. Damit positioniert sich der Purosangue laut Quellen mehr als 100.000 Euro über dem Startpreis des Lamborghini Urus und auch über dem Preis des Rolls-Royce Cullinan. Ferrari gibt an, dass 85 Prozent der Innenmaterialien aus recycelten oder nachhaltigen Quellen stammen.

Das Interieur bietet vier elektrisch beheizbare und verstellbare Einzelsitze. Hinten finden sich gegenläufig öffnende „Coach-Türen“, das Kofferraumvolumen beträgt 473 Liter.

Ausblick: Innovationen und Marktstrategie

Ferrari betont die begrenzte Stückzahl als Mittel zur Wahrung von Exklusivität, gleichzeitig zeigen die Preise auf dem Zweitmarkt eine hohe Wertstabilität. Für das Modelljahr 2027 ist eine „Handling Speciale“-Variante des Purosangue angekündigt. Ferrari nennt für diese Variante eine straffere adaptive Federung, geänderte Schaltkennfelder für das 8-Gang-Getriebe sowie eine andere Auspuffabstimmung.

Außerdem sind optische Unterschiede wie spezielle Räder und Carbon-Teile vorgesehen.

Offen bleiben weitere Antriebsoptionen. Der aktuell verfügbare Purosangue nutzt einen V12-Saugmotor. Parallel spekulieren Medien und Beobachter über mögliche Hybrid- oder kleinere Motorisierungen, darunter Turbo-Hybrid-V6-Konfigurationen ähnlich dem 296 GTB oder Plug-in-Hybridvarianten.

Erlkönig-Sichtungen und Prototypenbeobachtungen dienen als Grundlage für diese Spekulationen. Solche Änderungen werden in Berichten auch im Zusammenhang mit strengeren Emissionsvorgaben und veränderten Marktanforderungen diskutiert.

Analysten und Beobachter werden verfolgen, wie Ferrari die Modellpolitik rund um den Purosangue in den kommenden Jahren weiterentwickelt.