Die Gesellschafter des Fintech-Startups Finanzguru sondieren nach Informationen des Manager Magazin verschiedene Verkaufsszenarien. Eine Bewertung von über 250 Millionen Euro für die dwins GmbH, den Betreiber der Finanzguru-App, steht im Raum.

Das Frankfurter Unternehmen erlangte durch den Auftritt seiner Gründer Alexander und Benjamin Michel in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ Bekanntheit. Quellen zufolge hat sich Finanzguru zu einer der meistgenutzten Finanz-Apps in Deutschland entwickelt.

Vom TV-Auftritt zur etablierten Finanz-App

Finanzguru wurde 2018 einem breiteren Publikum durch die Präsentation in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ bekannt. Dieser Auftritt führte damals zu einer Überlastung der App-Server.

Unter der Führung der Gründer Alexander und Benjamin Michel bündelt die Finanzguru-App Bankkonten, Depots und Krypto-Konten. Die Anwendung automatisiert die Erkennung von Verträgen, vermittelt Versicherungen und bietet Cashback-Optionen an.

Das Geschäftsmodell beinhaltet ein Maklermandat für die Versicherungsvermittlung. Bei Nutzung dieses Services wird der bisherige Makler des Nutzers durch Finanzguru abgelöst. Die App fungiert als Kontoinformationsdienst und unterliegt der Aufsicht der BaFin. Die Versicherungsvermittlung wird von der IHK Frankfurt reguliert.

Kennzahlen und Marktpositionierung

Finanzguru verbindet nach eigenen Angaben über 3.000 Banken.

Die Premium-Version „Finanzguru Plus“ kostet 2,99 Euro pro Monat. Im App Store sind zudem Preisstufen von 0,99 Euro bis 4,99 Euro sowie ein Jahresabonnement für 29,99 Euro hinterlegt. Dies deutet darauf hin, dass der Anbieter verschiedene Preismodelle testet.

Im iOS App Store erreicht Finanzguru eine durchschnittliche Bewertung von 4,7 von 5 Sternen aus über 125.000 Bewertungen. Auf Trustpilot liegt die Bewertung bei 3,9 von 5 Sternen aus 371 Rezensionen. Andere Quellen, wie das Trustpilot-Widget auf reisetopia.de, zeigen abweichende Werte. Die Diskrepanz zwischen diesen Angaben ist in den vorliegenden Quellen nicht aufgelöst.

Strategische Weichenstellungen vor dem Verkauf

Parallel zu den ausgeloteten Verkaufsszenarien plant Finanzguru, ab dem 1. Januar 2027 ein eigenes Altersvorsorgedepot einzuführen.

Für dieses neue Angebot kooperiert Finanzguru mit Franklin Templeton. Nach Angaben der Quellen stellt Finanzguru die technische Infrastruktur bereit, während Franklin Templeton die entsprechenden Produkte liefert. Ziel der Kooperation ist es, Privatanlegern einen digitalen Zugang zu Altersvorsorgelösungen zu ermöglichen.

Ausblick auf den weiteren Prozess

Die Anteilseigner von Finanzguru sondieren Verkaufsszenarien. Im Kontext der Berichterstattung wird eine Bewertung von über 250 Millionen Euro genannt. Namen potenzieller Käufer sowie die genauen Gründe der Investoren für den angestrebten Exit sind in den vorliegenden Quellen nicht genannt.

Ob und wann ein Deal zustande kommt, bleibt derzeit offen. Analysten beobachten, inwieweit die Expansion in die Altersvorsorge die Attraktivität des Unternehmens für strategische Investoren oder Finanzkäufer beeinflusst.