Die Generation Z beginnt durchschnittlich mit 19 Jahren mit dem Vermögensaufbau. Dies ist früher als bei allen vorherigen Generationen. Daten der U.S. Bank belegen, dass diese Altersgruppe 13 Jahre vor den Babyboomern, sechs Jahre vor den Millennials und zehn Jahre vor der Generation X erste Investitionen tätigt.

Trotz des frühen Starts beurteilt ein Großteil der Gen Z die eigene finanzielle Situation als unsicher. 56 Prozent geben an, finanziell nicht dort zu sein, wo sie sich wünschen, obwohl sie nach eigener Einschätzung alles „richtig“ gemacht haben. 62 Prozent berichten zudem von Schwierigkeiten, finanziell voranzukommen.

Digitale Prägung am Kapitalmarkt

Die frühe Investitionstätigkeit der Gen Z spiegelt ihre digitale Sozialisation wider. Als erste Generation, die mit der digitalen Finanzinfrastruktur aufgewachsen ist, nutzt sie Finanz-Apps, Online-Broker und soziale Medien für Informationsaustausch und Handel. Das World Economic Forum stellt fest, dass rund 30 Prozent der Gen Z bereits während des Studiums oder im frühen Erwachsenenalter mit dem Investieren beginnen.

Bei Millennials liegt dieser Anteil bei 15 Prozent, bei der Generation X bei 9 Prozent und bei Babyboomern bei 6 Prozent. Die Auseinandersetzung mit Investitionen vor dem Berufseinstieg ist bei der Gen Z mit 86 Prozent ebenfalls höher als bei den Babyboomern, wo dieser Wert 47 Prozent beträgt.

Diese Affinität zu digitalen Kanälen prägt auch die Anlagepräferenzen. Eine Studie des CFA Institute zeigt, dass bei US-amerikanischen Gen Z-Investoren Kryptowährungen mit 55 Prozent die häufigste Anlageklasse sind. Es folgen Einzelaktien mit 41 Prozent und Investmentfonds mit 35 Prozent. ETFs sind mit 23 Prozent in den Portfolios vertreten.

Der Median-Anlagebetrag der US-Gen Z liegt bei 4.000 US-Dollar. Dabei halten Männer und weiße Investoren im Median 5.000 US-Dollar, Frauen 3.000 US-Dollar und Personen of Color 2.000 US-Dollar. Fast jeder fünfte Gen Z-Anleger investiert 75 Prozent oder mehr des monatlich gesparten Betrags in Sparpläne.

Überdies haben 43,7 Prozent der Gen Z mindestens ein ESG-Investment im Portfolio – der höchste Anteil unter den Generationen.

Hoher Druck trotz früher Vorsorge

Trotz des frühen Einstiegs in den Kapitalmarkt und einer stärkeren Auseinandersetzung mit Finanzthemen fühlt sich die Gen Z unter Druck. Die U.S. Bank-Analyse nennt steigende Lebenshaltungskosten und Hürden bei klassischen Meilensteinen wie dem Wohneigentum als entscheidende Faktoren.

Der Medianpreis für Einfamilienhäuser lag 2025 beim 4,7-fachen des Medianeinkommens, verglichen mit einem Durchschnitt von 3,2 in den 1990er-Jahren. Das Medianalter von Erstkäufern von Eigenheimen lag 2025 bei 40 Jahren, gegenüber Ende 20 in den 1980er-Jahren. Die Kosten für öffentliche vierjährige Colleges (In-State Tuition and Fees) beliefen sich 1995 bis 1996 auf 5.940 US-Dollar pro Jahr und 2025 bis 2026 auf etwa 11.950 US-Dollar pro Jahr.

Das entspricht nahezu einer Verdopplung. Laut U.S. Bank haben 29 Prozent der Gen Z und 26 Prozent der Millennials den Traum vom Eigenheim aus finanziellen Gründen aufgegeben.

Die Soziologie-Doktorandin Zosia Cooper von der UC San Diego beobachtet, „dass junge Menschen sich selbst stark unter Druck setzen, die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen.“ Simon Brunke, CEO der Exporo AG, verweist auf eine Union-Investment-Studie. Demnach überschätzen sich Teile der Gen Z in ihrem Finanzwissen.

Er betont die Rolle von sozialem Umfeld und sozialen Medien bei der finanziellen Bildung.

Altersvorsorge als Aspekt der frühen Finanzplanung

Aktuelle Daten des Investment Company Institute (ICI) zeigen, dass Gen Z-Haushalte dreimal häufiger Altersvorsorgekonten besitzen als Gen X-Haushalte im selben Alter, verglichen mit 1989. Sie verfügen zudem über fast dreimal mehr inflationsbereinigte Vermögenswerte in ihren Defined-Contribution-Plankonten. Mehr als die Hälfte der unter 35-Jährigen mit DC-Konten würden ohne ihren betrieblichen Plan wahrscheinlich nicht für den Ruhestand sparen.

Das ICI führt die Unterschiede unter anderem auf die Verbreitung von 401(k)-Plänen und die zunehmende Nutzung automatischer Sparmechanismen zurück. Ein früher Start in den Vermögensaufbau in Kombination mit digitalen Tools könnte der Gen Z langfristig Vorteile bringen. Ob dies zu einer breiteren finanziellen Sicherheit führt, bleibt offen.

Ausblick auf künftige Entwicklungen

Die Ergebnisse werfen die Frage auf, wie sich der frühe Investitionsstart der Gen Z langfristig auf Vermögensverteilung und wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird. Analysten beobachten, ob die Präferenz für volatilere Anlageklassen wie Kryptowährungen die langfristige Vermögensentwicklung fördert oder Risiken birgt. Die hohe Beteiligung an ESG-Investments signalisiert veränderte Präferenzen.

Welchen Einfluss diese auf Unternehmensstrategien haben werden, ist derzeit unklar.

Weitere Studien und Marktdaten müssen zeigen, ob der frühe Start tatsächlich in breitere finanzielle Sicherheit mündet oder ob systemische Hürden weiterhin eine Belastung darstellen. Insbesondere die Entwicklung der Immobilien- und Bildungskosten bleibt ein zentraler Faktor für die finanzielle Zukunft dieser Generation.