Das Pariser Haus Goyard erweitert sein Accessoire-Angebot und vergrößert seine Retail-Fläche in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen führt die Schreibgeräteserie „Clamecy“ ein und erweitert gleichzeitig seine Boutique in San Francisco.

Expansion im Hochpreis-Segment

Goyard, bekannt für seine diskrete Kommunikation und den Verzicht auf traditionelle Werbung, bringt die „Clamecy“-Kollektion auf den Markt. Die Serie umfasst drei Varianten: einen Füllfederhalter mit Platin- und Roségoldfeder, einen Clamecy Rollerball mit Vauzelles Kalbslederhülle und einen Reise-Rollerball. Die Schreibgeräte sind aus massivem 925er Sterlingsilber gefertigt.

Die Produktion erfolgt in Deutschland.

Der Reise-Rollerball misst etwa 12,5 Zentimeter, verfügt über eine versenkbare Spitze und ist ab rund 1.200 US-Dollar erhältlich. Er ist außen mit dem lackierten Goyardine-Muster versehen und in den Farben Grün, Himmelblau, Marineblau sowie Grau verfügbar. Der Füllfederhalter ist 15 Zentimeter lang, wiegt 70 Gramm und wird ausschließlich in Schwarz angeboten.

Er kommt mit einer passenden Ledertasche. Jeder Stift besitzt eine eingravierte Nummer auf der Kappe. Goyard selbst positioniert die Schreibgeräte als „solides Investment“ und „Sammlerstücke“.

Der Name „Clamecy“ referiert auf die Heimatstadt der Familie Goyard in der Region Morvan; eine erste Version des Clamecy-Stifts wurde im Januar 2013 vorgestellt.

Vergrößerung der Ladenfläche in San Francisco

Die Maison Goyard Boutique in San Francisco an der 118 Grant Avenue erweitert ihre Fläche durch die Anmietung des Nachbarlokals in der 120 Grant Avenue. Dort war zuvor Montblanc ansässig. Die Gesamtfläche beträgt nun etwa 232 Quadratmeter. Die Expansion datiert auf das Jahr 2024.

Die Maklerin Kazuko Morgan von Cushman & Wakefield, die in diesem Deal beide Seiten vertrat, kommentierte die Bedeutung der lokalen Wahlen für solche Entscheidungen. Marisa Rodriguez, CEO der Union Square Alliance, erklärte, die jüngsten Wahlen hätten „eine erneute Energie zur Wiederbelebung von Downtown und Union Square“ gebracht, gepaart mit einem Bekenntnis zur öffentlichen Sicherheit und einem Fokus auf wirtschaftliche Entwicklung. Mehrere weitere Luxusmarken haben ebenfalls in der Union Square Area investiert oder expandiert.

Dazu zählen Burberry, Chanel, Bottega Veneta, Van Cleef & Arpels sowie die Uhrenhersteller Rolex, Patek Philippe und A. Lange & Söhne.

Strategische Entwicklung und Historie

Die aktuelle Produkt- und Retail-Expansion steht im Kontext der Unternehmensgeschichte. Jean-Michel Signoles übernahm Goyard im Jahr 1998 und initiierte eine weltweite Expansion sowie den Aufbau neuer Werkstätten. Das Unternehmen geht auf das 1792 gegründete Maison Martin zurück und firmiert seit 1853 als Goyard.

Das Goyardine-Canvas, ein charakteristisches Muster des Hauses, wurde 1891 eingeführt.

Goyard richtet sich nach verfügbaren Informationen an Kunden der oberen Mittelklasse bis Oberklasse und verfolgt eine globale Präsenzstrategie. Abu Dhabi wird hierbei als wichtiger Zielmarkt genannt. Die Einführung der Clamecy-Serie und die Vergrößerung der Boutique in San Francisco erweitern das Accessoire-Portfolio und die physische Präsenz der Marke.

Weitere Einschätzungen zur konkreten Wirkung dieser Maßnahmen auf die Marke und den Markt liegen derzeit nicht vor. Analysten werden die Entwicklung der Luxusgüter-Sparte in den Vereinigten Staaten im Blick behalten.