Die Korrelation von Bitcoin zu Technologieaktien wie dem Nasdaq Composite nimmt ab. Stattdessen zeigen Daten des Kryptowährungs-Vermögensverwalters Grayscale eine wachsende Annäherung an Gold. Diese Entwicklung deutet auf ein Wiederaufleben des sogenannten „Debasement Trade“ hin.

Hierbei schichten Investoren angesichts steigender Staatsverschuldung, anhaltender Defizite und höherer Renditen in knappe Vermögenswerte wie Bitcoin und Gold um.

Bitcoin löst sich vom Tech-Index, sucht Halt bei Gold

Grayscale veröffentlichte jüngst eine Analyse, die eine Verschiebung in der Korrelation von Bitcoin aufzeigt. Die 90-Tage-Korrelation von Bitcoin mit dem Nasdaq Composite sank demnach von rund 60 Prozent auf 33 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die 90-Tage-Korrelation mit Gold von nahezu null auf knapp 50 Prozent.

Dies deutet darauf hin, dass Anleger Bitcoin zunehmend als Währungsabsicherung und nicht mehr primär als gehebelte Investition in Technologieaktien betrachten. Grayscale konstatiert, dass steigende Schulden, persistente Defizite und höhere Renditen Investoren zu Alternativen wie Bitcoin und Gold treiben.

Ein Blick auf die jüngsten Kursdaten zeigt, dass Bitcoin und Gold im August gleichzeitig zulegten. Bitcoin verzeichnete laut Berichten ein August-Plus von fast 25 Prozent. Dies markiert den stärksten August seit neun Jahren. Für Spot-Gold wird ein 30-Tage-Gewinn von 8,80 Prozent angegeben. Gold erreichte nach Berichten den höchsten Stand seit Mitte Mai.

Die gemeinsame Aufwärtsbewegung setzte ein, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, die Obergrenze für Rückkäufe von langfristigen Schuldtiteln auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Die Korrelationen verändern sich somit in einem Umfeld, das von fiskalischen Signalen und Anleihemarktentscheidungen geprägt ist.

US-Schuld und Geldpolitik treiben den „Debasement Trade“ an

Die steigende US-Staatsverschuldung bildet den makroökonomischen Hintergrund dieser Entwicklung. Im August überschritt sie die Marke von 40 Billionen US-Dollar. Ray Dalio wird in diesem Kontext mit einer Projektion zitiert, wonach die US-Schulden innerhalb eines Jahrzehnts auf 55 bis 60 Billionen US-Dollar steigen könnten.

Solche fiskalischen Aussichten werden in der Debatte als Argument für Anlagen in knappe Vermögenswerte genannt.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen lag laut Berichten bei rund 5,2 Prozent (Stand 01.09.2026). Diese Höhe beeinflusst die Opportunitätskosten für nicht-renditetragende Anlagen.

Auch geldpolitische Signale hatten kurzfristige Auswirkungen. Eine in Jackson Hole gehaltene Rede von Fed-Chef Kevin Warsh, in der er die Fokussierung auf die Inflationsbekämpfung betonte, führte Berichten zufolge zu einem Rückgang von Bitcoin und Gold. Höhere Leitzinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Anlagen ohne laufende Erträge. Dies zeigte sich in der Marktreaktion.

Institutionelle Anleger und die Rolle von Ethereum

Institutionelle Anleger zeigten zuletzt verstärkte Mittelzuflüsse in relevante Produkte. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im August Zuflüsse von 3,52 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von fünf Handelstagen flossen laut Berichten insgesamt 7 Milliarden US-Dollar in Gold- und Bitcoin-ETFs.

Neben Bitcoin rückt auch Ethereum (ETH) stärker ins Blickfeld. Thomas „Tom“ Lee, Chairman von Bitmine Immersion Technologies (BMNR), einem Unternehmen mit Fokus auf Bitcoin und Ethereum, äußerte, dass ETH im dritten Quartal 2026 die Anlageklasse mit der besten Wertentwicklung sei. Das Unternehmen habe den S&P 500 deutlich übertroffen.

Bitmine hält nach eigenen Angaben bedeutende ETH-Bestände, darunter 5.067.309 gestakte ETH. Bei einem Referenzpreis von 2.511 US-Dollar pro ETH entspricht dies einem Wert von rund 12,7 Milliarden US-Dollar (Stichtag 30.08.2026). Bitmine nennt für die prognostizierte ETH-Staking-Prämie einen Jahreswert von 390 Millionen US-Dollar, basierend auf einer 7-Tage-Renditeannahme von 2,63 Prozent.

Lee äußerte zudem Erwartungen auf verstärkte institutionelle Beteiligung in den letzten Monaten des Jahres 2026. Dies sei angetrieben etwa durch Tokenisierung und agentenbasierte KI.

Ausblick: Fiskalische Bedenken prägen den Markt

Die weitere Entwicklung der Korrelationen zwischen Bitcoin, Gold und traditionellen Märkten bleibt eng an die fiskalische und geldpolitische Lage der USA geknüpft. Sollte sich die US-Staatsverschuldung weiter erhöhen und die Inflation hartnäckig bleiben, könnte dies den „Debasement Trade“ stärken. Damit würde die Rolle von Bitcoin und Gold als Absicherung gestützt.

Zugleich behalten die Entwicklungen bei Nasdaq Composite und Nasdaq 100 für das Gesamtbild Bedeutung.

Analysten werden die kommenden geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve und ökonomische Daten wie die ADP-Beschäftigungszahlen beobachten. Diese haben Einfluss auf die Opportunitätskosten nicht-renditetragender Anlagen. Ebenso wird die Stärke und Nachhaltigkeit der institutionellen Zuflüsse in Bitcoin- und Gold-ETFs ein Indikator dafür sein, ob sich der Wandel in der Wahrnehmung dieser Vermögenswerte langfristig fortsetzt.