Singapur — Das Startup Greenairy entwickelt smarte Pflanzentürme zur Verbesserung der Luftqualität in Büros und anderen kommerziellen Gebäuden. Das Unternehmen will damit toxische Gase, sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOCs), aus der Raumluft entfernen. Greenairy selbst beschreibt seine Lösung als wirksamer als herkömmliche Reinigungssysteme bei der Entfernung bestimmter VOCs.

Pflanzen statt Filter: Der technische Ansatz von Greenairy

Die Gründerin Tanvi Thombre und ihr Mitgründer Lakshya Saraf, beide angehende Ingenieurstudenten, begannen sich nach einem Vorfall mit schlechter Raumluft mit dem Thema zu beschäftigen. Ihre Technologie basiert auf der sogenannten „Supercharging“-Methode. Diese soll laut Greenairy die Luftreinigungsfähigkeit von Pflanzen um das 10 bis 100-Fache beschleunigen.

Die Türme ziehen aktiv Luft an und leiten sie an Pflanzen vorbei. Dabei optimieren sie Bedingungen wie Licht, Feuchtigkeit, Luftstrom, Pflanzenspezies und Substrat, damit Pflanzen und Mikroben die Gase abbauen. Greenairy gibt an, die Türme würden gereinigte Luft ohne schädliche Nebenprodukte an den Raum zurückgeben.

Ein voller Greenairy-Turm könne eine Reinigungsleistung in der Größenordnung von 300 Topfpflanzen erreichen. Das System benötigt nach Angaben der Gründer keinen Filterwechsel.

Erste Erfolge in Pilotprojekten und externe Validierung

Greenairy hat Kurzzeit-Pilotprojekte an Standorten in Singapur durchgeführt. Die Tests zeigten laut Startup eine „sofortige“ Verbesserung innerhalb regulärer Bürozeiten. Demnach reduzierten sich die täglichen VOC-Durchschnittswerte und Spitzenwerte um 50 Prozent.

Im Vergleich mit einem medizinischen Ionisator und einem HEPA-Luftreiniger erreichte das Greenairy-System in den Tests die niedrigsten VOC-Werte und entfernte VOCs am schnellsten, so Greenairy. Mitarbeiter in den getesteten Büros äußerten sich zudem positiv über das natürliche „frische“ Aroma und die Atmosphäre, die der Turm schuf.

Die Ergebnisse der Pilotprojekte werden derzeit von der deutschen Prüf- und Zertifizierungsfirma TÜV SÜD validiert und sollen bald veröffentlicht werden.

Strategische Ausrichtung und nächste Schritte

Aktuell sind die Gründer geografisch verteilt: Lakshya Saraf betreibt Fundraising in der Bay Area, während Tanvi Thombre in Singapur Tests und erste Kundenkontakte in der Region koordiniert. Greenairy plant, die Massenproduktion zu starten, sobald die TÜV SÜD-Validierung vorliegt.

Für die erste Hälfte des Jahres 2027 planen Thombre und Saraf, beide in Singapur ansässig zu sein. Zu diesem Zeitpunkt erwartet das Unternehmen den Start der ersten massenproduzierten Türme und deren Installation bei den ersten Kunden in Singapur. Greenairy wird als Teil des Startup Battlefield 200 beim TechCrunch Disrupt Event auftreten, das am 13.

Oktober beginnt. Offene Fragen betreffen die Skalierung der Produktion und die weitere Einordnung der Technologie im Markt für Raumluftqualität. Die anstehende TÜV SÜD-Validierung und der Auftritt bei TechCrunch Disrupt könnten hier weitere Klarheit schaffen.