Analysen zeigen eine verstärkte Akkumulation von Bitcoin durch Großinvestoren. Wallets, die zwischen 100 und 1.000 Bitcoin halten, haben in den vergangenen zehn Wochen rund 113.950 BTC hinzugewonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 2,22 Prozent und einer Gesamthaltung von 5,24 Millionen BTC in dieser Kohorte.

Bei einem angenommenen Bitcoin-Kurs von 85.000 US-Dollar beläuft sich der Gegenwert auf etwa 9,7 Milliarden US-Dollar.

Intensive Käufe durch sogenannte Wale, also Investoren mit großen Beständen, reduzieren das kurzfristig verfügbare Angebot am Markt und beeinflussen somit die Preisentwicklung.

Verschiedene Analysen weisen auf ungewöhnlich hohe Akkumulationsraten hin. Innerhalb von 30 Tagen wurden 270.000 BTC akkumuliert; Bitfinex bezeichnete dies als die größte Kaufwelle seit 2013. Ki Young Ju, CEO von CryptoQuant, spricht von einer „beispiellosen“

Akkumulationsphase und nannte für Juli 2024 allein 358.000 BTC. Parallel dazu erreichen die Bitcoin-Reserven an den Börsen den niedrigsten Stand seit Dezember 2017.

Großinvestoren und die Diskrepanz der Zahlen

Die Definition dessen, was als „Wal“ gilt, variiert zwischen den Analysehäusern. Einige Berichte fokussieren Wallets mit 100 bis 1.000 BTC, andere setzen die Schwelle bei mehr als 10.000 BTC. Santiment zählte zuletzt 90 Wallets mit mehr als 10.000 BTC, den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Zu den Walen zählen neben Einzelpersonen auch Organisationen, Unternehmen, Custodians und Börsen. Ihre Käufe verknappen kurzfristig das verfügbare Angebot und bestimmen so Preisbewegungen mit.

Die konkreten Zahlen zur Akkumulation, sowohl Menge als auch Zeitraum, divergieren zwischen CryptoQuant, Santiment, Glassnode und weiteren Anbietern. Beispielsweise wird von 46.420 BTC Akkumulation durch Adressen mit über 10.000 BTC über 60 Tage bis zum 9. August berichtet, während andere Quellen deutlich höhere Mengen in kürzeren Zeiträumen nennen.

Die Differenzen dürften auf unterschiedliche Messzeitpunkte, Datenzugänge und Definitionen von „Wallets“ zurückzuführen sein. Unabhängig davon zeigen die Daten anhaltende Kapitalzuflüsse seitens großer Investoren.

Spot-ETFs und das Verhalten der Kleinanleger

Parallel zur Wal-Akkumulation verzeichnen Bitcoin-Spot-ETFs weiterhin hohe Zuflüsse. In der Woche bis zum 7. August flossen rund 853,54 Millionen US-Dollar in diese Fonds, die beste Woche seit dem 17. April. Der BlackRock IBIT-Fonds verzeichnete an einem einzelnen Tag fast 227 Millionen US-Dollar an Zuflüssen. Für Juli 2024 werden globale Spot-ETF-Zuflüsse in Höhe von 53.000 BTC genannt.

Diese Entwicklung werten Beobachter als anhaltendes institutionelles Interesse an Bitcoin über regulierte Anlageprodukte.

Kleinanleger verhalten sich anders: Wallets mit 0,1 bis 1 BTC haben ihre Bestände um etwa 9.700 BTC reduziert. Kleinere Halter, insbesondere solche mit weniger als 10 BTC, agieren seit über einem Monat als Nettoverkäufer. Akkumulations-Scores fielen für einige Kohorten auf Werte von 0,1 bis 0,2.

Dies deutet darauf hin, dass Kleinanleger teilweise Gewinne realisieren oder aus Vorsicht Bestände verringern, während größere Investoren kaufen.

Widersprüchliche Entwicklungen und Marktaussichten

Die Wal-Akkumulation interpretieren viele als bullisches Signal für den langfristigen Wert von Bitcoin. Gleichzeitig gibt es Berichte, dass einige sehr große Investoren nach langer Haltedauer Positionen reduziert haben. Die Harvard Management Company reduzierte beispielsweise ihre IBIT-Anteile von BlackRock zum 31.

Dezember 2025 um 21 Prozent auf 5.353.612 IBIT-Anteile und eröffnete gleichzeitig eine neue Position in Ethereum. Dies lässt sich als Umschichtung deuten.

Offen bleibt, inwieweit die Zunahme der Wal-Bestände ausschließlich durch Offenmarkt-Käufe oder auch durch interne Transfers zwischen Adressen derselben Investoren zustande kam. Für den Markt ist das Nettoergebnis relevant: Das kurzfristig verfügbare Angebot wird knapper. Analysten beobachten, wie sich die fortgesetzte Akkumulation großer Akteure bei gleichzeitig sinkenden Börsenreserven auf die Preisdynamik auswirkt.

Die Diskrepanz zwischen dem Verhalten von Groß- und Kleinanlegern sowie die anhaltenden Zuflüsse in Spot-ETFs bleiben zentrale Indikatoren für die weitere Marktentwicklung.