Podcast-Host Guy Raz kauft „How I Built This“ von NPR zurück und geht Partnerschaft mit Vox Media ein
Guy Raz, Host und Gründer des Podcasts „How I Built This“, erwirbt die vollständigen Eigentumsrechte an seinem Format von National Public Radio (NPR). Gleichzeitig kündigt Raz eine Partnerschaft mit Vox Media an, um die Marke des Podcasts weiter auszubauen. Dieser Deal verdeutlicht die fortschreitende Professionalisierung und Konsolidierung im Podcast-Sektor.
Rückkauf und neue Strategie für „How I Built This“
Die Übernahme der Rechte an „How I Built This“ durch Guy Raz beendet die bisherige Eigentümerschaft von NPR. Seit dem Start im September 2016 verzeichnete der Podcast hunderte Millionen Downloads und veröffentlichte über 700 Episoden. Raz erwirbt die vollständigen Eigentumsrechte an dem Format.
Die finanziellen Details des Rückkaufs wurden nicht öffentlich gemacht. Raz geht für den weiteren Ausbau eine Partnerschaft mit Vox Media ein. Diese Zusammenarbeit umfasst Video-Produktion und -Distribution, eine Verdopplung des Veröffentlichungsvolumens sowie die Einführung neuer Live-Events.
Vox Media übernimmt Vertrieb, Marketing, Distribution, den Geschäftsbetrieb und Unterstützung bei Live-Events. Oren Rosenbaum von UTA Creators, der Raz vertritt, vermittelte den Deal.
Vox Media als Wachstumspartner
Das Vox Media Podcast Network wurde im Mai dieses Jahres von Lupa Systems, der Medien- und Technologie-Holding von James Murdoch, für 300 Millionen US-Dollar übernommen. Zum Netzwerk gehören Formate wie „Pivot“ mit Kara Swisher und Scott Galloway sowie Shows von Ina Garten und Maria Sharapova.
Laut Ankündigung starten im Herbst Video-Episoden von „How I Built This“ auf YouTube und weiteren sozialen Plattformen. Für Anfang 2027 ist eine Verdopplung der Episodenanzahl geplant; aktuell erscheinen die Folgen montags und donnerstags. Außerdem sind neue Live-Events vorgesehen.
Ray Chao, Senior Vice President und General Manager of Podcasts bei Vox Media, äußert, man fühle sich geehrt, „mit einem Gründer und Unternehmer wie Guy zusammenzuarbeiten, um ‚How I Built This‘ zu einem dauerhaften Franchise zu entwickeln.“
Der Podcasting-Star und sein Werdegang
Guy Raz gilt als einer der Pioniere des Podcastings. Die New York Times bezeichnete ihn als „einer der populärsten Podcaster der Geschichte“. 2017 war er laut Berichten die erste Person, die drei Shows gleichzeitig in den Top 20 der Apple-Podcast-Charts platzierte.
Raz begann 1997 als Praktikant bei NPR und arbeitete später unter anderem als NPR-Büroleiter in Berlin von 2000 bis 2002 und in London von 2002 bis 2004. Von 2004 bis 2006 war er CNN-Korrespondent in Jerusalem. Nach eigenen Angaben führte er über 10.000 Interviews, darunter mit Bill Gates und Mark Zuckerberg. An weiteren Podcasts war er beteiligt, etwa an „TED Radio Hour“ und „Wow in the World“.
Seine Programme erreichen zusammengerechnet fast 19 Millionen Hörer pro Monat. Raz äußerte zur Partnerschaft, „‚How I Built This‘ wurde geschaffen, um jeden, nicht nur Startup-Gründer, dazu anzuregen, kreativ über das eigene Leben und die eigene Karriere nachzudenken. Da wir das erste 10.
Jubiläum der Show begehen, kann ich mir keinen besseren Partner als Vox Media vorstellen, der mir hilft, das nächste Kapitel aufzubauen.“
Diese Formulierung deutet darauf hin, dass die Meldung im Jahr 2026 veröffentlicht wurde, da der Podcast im September 2016 startete.
Ausblick auf den Markt
Der Rückkauf durch den Creator selbst und die anschließende Partnerschaft mit einem spezialisierten Medienunternehmen wie Vox Media zeigen, dass Podcaster verstärkt Eigentum und Kontrolle über ihre Inhalte anstreben. Gleichwohl setzen sie auf die Infrastruktur großer Player, um Marken auszubauen. Marktbeobachter werden verfolgen, wie sich Video-Integration, die erhöhte Veröffentlichungsfrequenz und Live-Events auf Reichweite und Monetarisierung auswirken.
Diese Entwicklung könnte einen Präzedenzfall für andere Podcaster schaffen, die ihre Marken unabhängig erweitern wollen. Sie unterstreicht den Trend, dass Creators zunehmend die Kontrolle über ihre Inhalte zurückgewinnen, aber für Skalierung auf etablierte Partner setzen. Es bleibt abzuwarten, welche finanziellen Implikationen diese Modelle für die Content-Produzenten und Medienhäuser langfristig haben.







