Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) hat das Fundraising für seinen fünften Seedfonds, den HTGF V, begonnen. Ziel ist es, Kapital für die Finanzierung technologischer Innovationen zu mobilisieren und deutsche sowie europäische Innovationen zu globalen Tech-Champions zu entwickeln. Diese Initiative ist Teil der Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung und konzentriert sich auf Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Biotechnologie und Clean Energy.
Ein erstes Zeichnungsschluss (First Closing) ist für Mitte 2027 geplant. Der HTGF V ist als gemeinsame Initiative öffentlicher Ankerinvestoren und privater Fondsinvestoren konzipiert. Öffentliche Mittel stammen aus dem ERP‑Sondervermögen der Bundesregierung.
Staatssekretär Dr. Thomas Steffen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hebt die Bedeutung des Fonds für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands hervor. Mit dem HTGF V soll privates Kapital mobilisiert werden, um neue Technologien in international wettbewerbsfähige Unternehmen und industrielle Wertschöpfung zu überführen.
Strategischer Fokus auf Deep Tech und Schlüsselindustrien
Der Fonds fokussiert Deep Tech und Schlüsseltechnologien. Dazu gehören Künstliche Intelligenz (KI), Quantencomputing, Biotechnologie, saubere Energie, neue Materialien und digitale Infrastruktur. Berichten zufolge bleibt zudem der Bereich „Dual Use“ – Produkte mit zivilen und militärischen Anwendungsmöglichkeiten – ein Schwerpunkt.
Über die Laufzeit des HTGF V sind rund 150 Neuinvestments geplant. Typische Erstinvestitionen des HTGF liegen zwischen einer und drei Millionen Euro.
Romy Schnelle, Geschäftsführerin Industrial, Climate & Deep Tech beim HTGF, erklärt, Europa benötige ein neues „Wirtschaftswunder“, getragen von technologischer Exzellenz, Unternehmergeist und industrieller Umsetzungskraft. Der HTGF V verbinde frühes Kapital mit einem Netzwerk aus Industrie und Mittelstand, um skalierbare Wertschöpfung in Europa zu erzeugen. Sebastian Borek, Geschäftsführer Digital Tech beim HTGF, betont, dass KI Wirtschaft und Industrie grundlegend verändert und in der Seed-Phase Investoren mit technologischem KI-Know-how entscheidend sind.
Dr. Achim Plum, Geschäftsführer Life Sciences & Chemistry, weist darauf hin, dass in Life Sciences und Chemie oft Jahre zwischen wissenschaftlichem Durchbruch und Markteintritt liegen. Teams benötigten daher frühzeitig Zugang zu Finanzierung, Expertise und Industriepartnern.
Das bewährte Modell des HTGF
Seit 2005 hat der HTGF mehr als 800 Tech-Startups finanziert und über 200 Exits realisiert. Die Fonds haben fünf Unicorns hervorgebracht und mehr als zehn Milliarden Euro an Folgefinanzierungen mobilisiert. Nach Angaben des HTGF folgen auf jeden investierten Euro des Fonds mehr als elf Euro an Folgeinvestitionen.
Der vierte Fonds (HTGF IV) hatte ein Volumen von 493,8 Millionen Euro, der dritte Fonds (HTGF III) von 319,5 Millionen Euro. Aktuell investieren 45 Unternehmen aus Industrie und Mittelstand in die vierte Seedfonds-Generation und tragen rund ein Drittel des Fondsvolumens. Zu den privaten Fondsinvestoren des HTGF IV zählen Bosch, SAP, DHL, Evonik, Unternehmen der Schwarz Gruppe, Leaps by Bayer, Boehringer Ingelheim und Jungheinrich.
Die HTGF‑Plattform umfasst neben den Seedfonds auch den HTGF Opportunity und den DeepTech & Climate Fonds. Diese ermöglichen Folgeinvestments von bis zu 60 Millionen Euro. Der zuletzt aufgelegte Opportunity Fonds verfügt über ein Volumen von 660 Millionen Euro. Der DeepTech & Climate Fonds wurde Ende 2025 unter das Dach des HTGF integriert.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Das Fundraising für den HTGF V begann im August 2026. Der geplante First Closing ist für Mitte 2027 angesetzt. Das Zielvolumen des HTGF V wurde zum Start des Fundraisings noch nicht bekannt gegeben und wird in den kommenden Monaten konkretisiert werden.
Auch die Zusammensetzung der privaten Investoren und deren Beteiligungshöhe sind bislang offen. Marktbeobachter erwarten mit Spannung, wie die Investoren auf die neue Initiative reagieren und welche Impulse der Fonds der deutschen und europäischen Deep-Tech-Szene geben wird.







