Das Startup ida hat für eine App zur Früherkennung von Brustkrebssymptomen den Health-i-Award in der Kategorie „Startups“ gewonnen. Die Auszeichnung, die gemeinsam vom Handelsblatt und der Techniker Krankenkasse (TK) vergeben wird, würdigt digitale Lösungen zur Entlastung des deutschen Gesundheitswesens und zur Verbesserung der Versorgung. ida setzte sich gegen andere Startups durch, die ebenfalls digitale Innovationen im Gesundheitswesen entwickeln.

Digitale Unterstützung bei Brustkrebs prämiert

Die ida GmbH aus Pöcking in Bayern wurde 2026 als Sieger in der Kategorie „Startups“ des Health-i-Awards ausgezeichnet. Das Unternehmen entwickelte eine digitale Lösung, die Symptomverschlechterungen bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs erkennt. Die App soll medizinische Teams frühzeitig über Veränderungen im Gesundheitszustand der Patientinnen informieren.

Ziel der Anwendung ist es, die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern und potenziell das Überleben zu verlängern. Eine engere ärztliche Betreuung wird hierbei ermöglicht. In Deutschland erkrankt etwa eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.

Der Health-i-Award, eine gemeinsame Initiative des Handelsblatts und der Techniker Krankenkasse, wurde am Donnerstagabend, dem 15. Oktober 2026, in Hamburg verliehen. Die Initiative wurde 2016 ins Leben gerufen und feiert 2026 ihr zehnjähriges Bestehen.

Sie zeichnet Startups aus, die mit digitalen Ansätzen das Gesundheitswesen voranbringen. Die Veranstaltung moderierten unter anderem Lara Sophie Bothur und Flo Akinbiyi.

Die prämierten Finalisten und ihre Innovationen

Für den Health-i-Award 2026 gingen 118 Bewerbungen ein. Zehn Startups erreichten die engere Auswahl und präsentierten ihre Lösungen in Live-Pitches vor einer Fachjury. Neben ida wurden zwei weitere Startups prämiert:

Den zweiten Platz belegte CatMedica aus Mainz. Das MedTech-Unternehmen erhielt die Auszeichnung für seine patentierte „Seal & Protect“-Technologie, die Schlaganfallbehandlungen verbessern soll. Erste Studien zeigen eine Erfolgsrate von über 90 Prozent beim Erstversuch zur Entfernung von Blutgerinnseln.

Der dritte Platz ging an die myScribe GmbH. Das Unternehmen entwickelte eine KI-Software, die die automatische Erstellung von Arztbriefen ermöglicht und Kliniken dadurch entlastet. Die Lösung kommt bereits in 15 deutschen Kliniken zum Einsatz.

Zu den weiteren Finalisten zählten unter anderem biopeak mit einem Wearable-Patch zur kontinuierlichen Blutdrucküberwachung und Chatdok-Herz, das eine KI zur Erkennung früher Warnsignale bei Herzinsuffizienz anbietet. PREVERY präsentierte den KI-Coach EVE für gesunde Gewohnheiten, während Synagen eine Agentic AI zur Analyse medizinischer Daten für Krebsbehandlungsentscheidungen entwickelte. Das Hasso-Plattner-Institut, Lehrstuhl für Digital Health, Economics and Policy, fungierte als wissenschaftlicher Partner und sichtete die Bewerbungen.

Kriterien und Vision des Health-i-Awards

Teilnehmende Startups müssen ihren Sitz in Deutschland haben und dürfen maximal 500 Mitarbeiter beschäftigen. Idealerweise sind ihre Produkte bereits CE-zertifiziert oder haben Pilotstudien durchlaufen. Die Jury bewertet die Neuartigkeit der Lösung, ihre Skalierbarkeit, den konkreten Patientennutzen sowie Marktpotenzial und Markterfolg.

Im Mittelpunkt steht, ob die Innovation ein spezifisches Problem löst.

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, betonte die Vielfalt der eingereichten Startup-Ansätze. Er ergänzte, dass viele Innovationen früherer Preisträger inzwischen in der Versorgung angekommen seien und erhebliche Kosten sparten. Kirsten Ludowig, stellvertretende Chefredakteurin des Handelsblatts, erklärte die Notwendigkeit, neue Ansätze sichtbar zu machen und ihre Implementierung zu fördern.

Charlotte Morré, Mitglied der Chefredaktion des Handelsblatts, unterstrich die Bedeutung solcher Innovationen für die Zukunftsfähigkeit des Versorgungssystems.

Ausblick für digitale Gesundheitslösungen

Die Auszeichnung erhöht die Sichtbarkeit für ida. Jens Baas nannte Sichtbarkeit und Zusammenarbeit mit strategischen Partnern als wesentliche Faktoren, um Innovationen in die Gesundheitsversorgung zu integrieren. Die weitere Entwicklung und Skalierung der App wird zeigen, inwiefern sie das Management von metastasiertem Brustkrebs verbessern kann.

In der Branche gelten Validierungen in größeren Studien und die Suche nach strategischen Kooperationspartnern typischerweise als nächste Schritte.