Die Vereinigten Staaten verschärfen den Druck auf den Iran und warnen ausländische Finanzinstitute eindringlich vor Geschäften mit Teheran. Das US-Finanzministerium stellte am 5. Oktober 2026 klar, dass Institute, die weiterhin Transaktionen mit sanktionierten iranischen Finanzinstitutionen abwickeln, „jederzeit und ohne Vorankündigung“ ins Visier genommen werden können.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, internationale Netzwerke zu treffen, über die Teheran Geld und Waren bewegt. Dazu gehören unter anderem der Goldhandel, Kryptowährungen, Technologie, Luftfahrt und Schifffahrt.

Die jüngste Warnung baut auf früheren Ankündigungen auf: Ende August 2026 kündigte US-Finanzminister Scott Bessent neue Sanktionen an und sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“ für den Iran. Bessent bezeichnete die Kampagne als „Operation Economic Outcast“ und charakterisierte sie als „wirtschaftlichen Frontalangriff“ auf Irans Finanzverbindungen.

Neue Zielgebiete der Sanktionen

Die erweiterten Maßnahmen umfassen nun auch sekundäre Sanktionen in der Schifffahrt, Luftfahrt, beim Goldhandel, im Technologiesektor sowie bei digitalen Vermögenswerten. Dies geschieht zusätzlich zum bisherigen Schwerpunkt auf dem Ölsektor. Ende August setzte das US-Finanzministerium knapp 60 Personen, Organisationen und Schiffe auf die Sanktionsliste, darunter auch chinesische Staatsbürger.

Bessent warnte, dass Unternehmen, die dem Iran bei Geldtransfers helfen, vom US-Dollar-Finanzsystem ausgeschlossen werden können. Er sagte Ende August 2026 voraus, dass „in Kürze eine große Finanzinstitution mit Sanktionen belegt“ werde. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin wies bereits im März 2025 und erneut am 29.

September 2025 auf hohe Risiken für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang mit Iran-Geschäften und Umgehungsstrategien hin, ausdrücklich auch bei Kryptotransfers.

Chinas Rolle im Sanktionsdilemma

Die USA versuchen, internationale Partner für die Maßnahmen zu mobilisieren, wobei Beobachter Chinas Schlüsselrolle betonen. Scott Bessent erklärte, „niemand stehe über diesen Maßnahmen“ – auch nicht China. Gleichzeitig berichten andere Quellen, Washington habe große chinesische Banken in bestimmten Fällen bewusst ausgenommen.

Weitere Berichte weisen darauf hin, dass große chinesische Staatsbanken US-Finanzrestriktionen oft einhalten, um den Zugang zum Dollar-Clearing-System zu sichern.

Die Handelsströme zwischen Iran und China bleiben relevant: Im August 2026 beliefen sich Irans Öllieferungen nach China auf 534.000 Barrel pro Tag, nach 1,58 Millionen Barrel Anfang 2026. Schätzungen zufolge kaufen chinesische „Teekessel“-Raffinerien rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte.

In der Berichterstattung taucht zudem der Name „Operation Economic Fury“ auf: Diese Maßnahme richtet sich gegen 35 Personen und Unternehmen und fokussiert auf das iranische Schattenbanksystem. Bessent charakterisierte das Schattenbankensystem als „primären Mechanismus“ der Revolutionsgarden zur Finanzierung ihrer Operationen. Zu den genannten Banken im Fokus gehören FSAQ/Shahr Bank, Bank Sepah und Bank Sina.

Seit Februar 2025 haben die USA nahezu 1.000 Iran-bezogene Sanktionen verhängt.

Eskalierende Spannungen und militärische Drohungen

Die verschärften Finanzsanktionen stehen vor dem Hintergrund erhöhter militärischer und politischer Spannungen. US-Präsident Donald Trump hat Staats- und Regierungschefs dazu aufgerufen, den Handel mit dem Iran einzustellen. Die US-Regierung erklärte eine Waffenruhe mit dem Iran am 15.

Juni 2026 für beendet und ordnete neue Angriffe an. Kurz vor Atomgesprächen kündigten die USA im Februar 2026 neue Sanktionen gegen 30 Personen, Unternehmen und Schiffe an, die den illegalen Ölverkauf und die Waffenproduktion des Iran ermöglichen.

Berichte sprechen von einem Konflikt („Iran-Krieg“), der am 28. Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen haben soll, worauf Teheran mit Gegenangriffen auf Israel und Golfstaaten reagierte. Am 2. Oktober 2026 wurden zwei Tanker in der Straße von Hormus beschossen; die USA entsandten daraufhin einen dritten Flugzeugträger in die Region.

Die inneren Machtverhältnisse im Iran werden unterschiedlich dargestellt: Einerseits wird Ayatollah Ali Chamenei als lenkende Figur genannt, andererseits berichtet eine Quelle von seinem Tod. Präsident Massud Peseschkian erklärte, er sehe gute Chancen für Gespräche mit den USA. Wirtschaftliche Indikatoren zeigen starke ökonomische Belastungen: Die Inflation wird mit knapp 90 Prozent angegeben, und die Lebensmittelpreise stiegen im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr um 128 Prozent.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Die US-Bemühungen, den Iran finanziell zu isolieren, erhöhen den Druck auf internationale Finanzinstitute und ihre Risiko- sowie Compliance-Bewertungen. Offen bleibt, ob die USA ihre Partner, insbesondere China, in vollem Umfang in das Sanktionsregime integrieren können. Beobachter verfolgen zudem die militärische Präsenz in der Region und den Verlauf diplomatischer Gespräche, um zu beurteilen, ob sich die Lage entspannt oder weiter eskaliert.

Für europäische Unternehmen erhöhen sich die Compliance-Risiken im Umgang mit Iran-Geschäften. Die EU meldete für 2025 ein Warenhandelsvolumen von 3,72 Milliarden Euro mit dem Iran.