Die Wohnungsmieten im Saarland sind im vergangenen Jahr im Landesschnitt leicht gestiegen. Dies geht aus dem Preisspiegel Wohn- und Gewerbeimmobilien Saarland 2026 des Immobilienverbands Deutschland (IVD) West hervor, der am 21. August 2026 veröffentlicht wurde. Die Kaufpreise für selbst genutzte Wohnimmobilien blieben dabei weitgehend stabil.

Stabile Kaufpreise, verhaltener Markt

Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Saarland zeigten im vergangenen Jahr kaum Bewegung. Burkhard Blandfort, Vorsitzender des IVD West, erklärt, dass die Immobilienpreise im Saarland bundesweit vergleichsweise günstig sind. Ein nennenswerter Anstieg sei demnach nicht in Sicht.

Freistehende Eigenheime mit gutem Wohnwert, bezugsfrei und inklusive Garage sowie Grundstück, kosten in Saarbrücken, Saarlouis und Perl zwischen 415.000 und 520.000 Euro. In Völklingen liegen die Preise für vergleichbare Objekte bei rund 300.000 Euro. Bexbach, Schmelz und Losheim am See weisen überwiegend Preise unter 200.000 Euro auf.

Das günstigste Wohnhaus im Berichtszeitraum wurde in Losheim am See für 80.000 Euro registriert, während in Saarbrücken und Saarlouis Objekte über 1,1 Millionen Euro genannt werden.

Bei Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert bewegen sich die Quadratmeterpreise in Saarbrücken und Saarlouis zwischen 2.500 und 2.950 Euro. Perl liegt tendenziell darüber. Dudweiler, Eppelborn und St.

Wendel verzeichnen Preise zwischen 1.870 und 2.350 Euro pro Quadratmeter. Neubauwohnungen in Perl erreichen 4.300 Euro und mehr pro Quadratmeter. Einfach ausgestattete Altbauwohnungen, etwa in Wadern oder Ottweiler, werden mit 550 bis 700 Euro pro Quadratmeter ausgewiesen.

Mietmarkt mit moderatem Plus

Die Wohnungsmieten stiegen im Landesschnitt leicht an. Hier zeigen sich jedoch ausgeprägte regionale Unterschiede: Schmelz und Bexbach verzeichneten ein Plus von vier bis sechs Prozent, Saarbrücken und Saarlouis lediglich ein Plus von ein bis zwei Prozent. Für St. Ingbert und Sulzbach werden kaum Veränderungen ausgewiesen.

Für Bestandswohnungen mittleren Wohnwerts nennt der Preisspiegel 6,70 Euro pro Quadratmeter in Heusweiler und 9,30 Euro pro Quadratmeter in Saarbrücken. Perl wird als Sondermarkt mit 13,00 Euro pro Quadratmeter geführt. Im Neubausegment weist Perl einen Spitzenwert von 16,00 Euro pro Quadratmeter für sehr guten Wohnwert aus. Dieser Spitzenwert blieb zum Vorjahr unverändert.

Im gesamten Bundesland bewegen sich Neubaumieten im entsprechenden Segment zwischen 6,80 Euro und 11,00 Euro pro Quadratmeter. Die niedrigste im Bericht genannte Wohnungsmiete liegt bei 4,50 Euro pro Quadratmeter in Sulzbach für Altbauwohnungen mit einfachem Wohnwert. Diese blieb ebenfalls unverändert zum Vorjahr.

Herausforderungen im Neubausektor

Der Neubausektor im Saarland wird im Preisspiegel als schwach eingeschätzt. Blandfort sagt: „Der Neubausektor lahmt weiterhin, im Angebot sind oft sanierungsbedürftige Bestandsimmobilien.“ Zudem treten die Banken immer stärker auf die Finanzierungsbremse. Die Kreditvergabe wurde zuletzt restriktiver gehandhabt.

Ulrich Lorscheider, Vorstandsmitglied des IVD West für die Region, warnt, dass aufgrund weiterhin niedriger Baugenehmigungszahlen im Neubaubereich nicht mit einer Entspannung zu rechnen ist. In Saarbrücken war die Nachfrage im Berichtszeitraum zwar etwas lebhafter, doch das Angebot bleibt knapp und das Preisniveau stabil.

Regionale Mietdivergenzen

Daten von Engel & Völkers für Ottweiler, Stand 20. August 2026, basieren auf Angebotsmieten in Immobilienportalen und zeigen unterschiedliche Entwicklungen auf. Die Angebotsmieten für Wohnungen lagen im dritten Quartal 2025 bei 8,68 Euro pro Quadratmeter und im dritten Quartal 2026 bei 9,14 Euro pro Quadratmeter.

Der Jahreswert 2026 für Mietwohnungen beträgt 9,13 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 6,29 Prozent gegenüber 2025 entspricht. Bei Häusern lagen die Angebotsmieten im dritten Quartal 2025 bei 8,66 Euro pro Quadratmeter und im dritten Quartal 2026 bei 8,40 Euro pro Quadratmeter. Der Jahreswert 2026 für Häuser beträgt 8,23 Euro pro Quadratmeter, ein Rückgang von 6,26 Prozent gegenüber 2025.

Diese Differenzen verdeutlichen, dass regionale und typenspezifische Entwicklungen von den durchschnittlichen Landestrends abweichen können. Die IVD-Daten spezifizieren nicht eindeutig, ob der „leichte Anstieg“ im Landesschnitt alle Immobilientypen gleichermaßen betrifft. Engel & Völkers basiert auf Angebotsmieten, was eine andere Datengrundlage darstellt.

Ausblick auf den Immobilienmarkt

IVD-Vertreter weisen darauf hin, dass der anhaltend schwache Neubausektor und die restriktivere Kreditvergabe die Lage auf dem saarländischen Immobilienmarkt weiterhin prägen dürften. Blandfort und Lorscheider geben an, dass kurzfristig keine Entspannung im Neubaubereich zu erwarten ist und ein nennenswerter Anstieg der Immobilienpreise derzeit nicht in Sicht ist. Beobachter werden die Entwicklung der Kreditmärkte und Baugenehmigungen genau verfolgen, um zukünftige Preisbewegungen einschätzen zu können.