Kasachstan entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur im Web3-Bereich. Das regulierte Handelsvolumen für Kryptowährungen im Land überschritt 2025 die Marke von 10 Milliarden US-Dollar. Staatliche Initiativen und Kooperationen mit Akteuren wie dem Solana-Ökosystem und dem Astana International Financial Centre (AIFC) prägen diese Entwicklung.
Im Jahr 2025 erreichte Kasachstan ein reguliertes Kryptowährungs-Handelsvolumen von 10,58 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung um mehr als das 30-Fache gegenüber 320 Millionen US-Dollar im Jahr 2023. Parallel dazu wuchs die Zahl der Nutzer im regulierten Markt von 53.000 im Jahr 2023 auf 215.000 im Jahr 2025.
Der Kundenstamm vergrößerte sich bis zum 15. September 2026 auf 270.000, während das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2026 5,5 Milliarden US-Dollar betrug.
Regulierung als Wachstumstreiber
Die Reaktion Kasachstans auf das Krypto-Mining-Verbot in China im Jahr 2021 initiierte die Entwicklung. Der Zustrom von Minern ins Land machte Kasachstan zu einem der drei wichtigsten Mining-Standorte weltweit. Folglich startete das Astana International Financial Centre (AIFC) im Jahr 2022 ein Pilotprojekt zur Krypto-Regulierung.
Im Jahr 2023 verabschiedete Kasachstan das Gesetz „Über digitale Vermögenswerte“. Das AIFC, ein Finanzzentrum in der Hauptstadt Astana, beteiligt sich an der Pilotphase und überwacht die Regulierung. Yerkegali Yedenbayev, Geschäftsführer der Astana Financial Services Authority (AFSA), betont die schnelle Entwicklung: „Im ersten Halbjahr 2026 erreichte das Transaktionsvolumen 5,5 Milliarden US-Dollar.
Damit ist der regulierte Markt innerhalb kurzer Zeit um mehr als das 30-Fache gewachsen.“
Zudem wurde das Gesetz „Über digitale Vermögenswerte“ im Frühjahr 2026 überarbeitet. Dies soll Dienstleistern mehr Handlungsspielraum außerhalb des ursprünglichen Rechtsrahmens des Fintech-Zentrums eröffnen. Präsident Kassym-Jomart Tokajew unterzeichnete im August 2026 ein Dekret zur Steuerbefreiung von Gewinnen aus Kryptowährungstransaktionen für private Investoren.
Derzeit verfügen drei Krypto-Plattformen über eine Lizenz, fünf weitere Unternehmen befinden sich im Lizenzierungsverfahren.
Infrastruktur und Ausbildung fördern das Ökosystem
Kasachstan baut seine Web3-Infrastruktur aus und fördert Aus- sowie Weiterbildung in diesem Bereich. Eine Partnerschaft besteht mit dem Solana-Ökosystem; Kasachstan ist nach Quellenangaben das einzige Land in Zentralasien mit einer offiziellen Solana-Vertretung.
Talgat Dossanov, Leiter der Solana Superteam KZ Corporate Foundation, erklärt: „Kasachstan etablierte sich seither durch die Anzahl der bei internationalen Solana-Hackathons eingereichten Bewerbungen unter den globalen Top 10.“ Im vergangenen Jahr erhielten über 8.000 Personen eine Ausbildung im Solana-Ökosystem. Mehr als 2.000 Teilnehmer schlossen Programme ab und erhielten Zertifikate.
Etwa ein Fünftel der zertifizierten Absolventen repräsentierte Regierungsbehörden. Überdies erhielten 57 kasachische Startups Grants im Wert von insgesamt 121 Millionen Tenge, was rund 262.000 US-Dollar entspricht.
Ein Solana Summit in Kasachstan zog über 900 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern an; Livestreams erreichten rund 4 Millionen Zuschauer. Parallel dazu lancierte die Kazakhstan Stock Exchange (KASE) gemeinsam mit dem Solana-Ökosystem einen Exchange Traded Fund (ETF), der auf der öffentlichen Solana-Blockchain basiert.
Ausblick: Pläne und Herausforderungen
Die kasachische Regierung plant die Einrichtung eines nationalen Krypto-Analysezentrums. Dieses Zentrum soll die Überwachung von Fiat-Zahlungen, Kryptowährungstransfers, Wallets und Kundeninformationen zentralisieren. Bis Ende 2026 sollen laut Angaben bis zu 60 Millionen US-Dollar in Immobilien- und Logistikprojekten tokenisiert werden.
Die globale Krypto-Börse Bitget führt Kasachstan 2026 auf ihrer Liste der eingeschränkten Jurisdiktionen im Asien-Pazifik-Raum. Dies steht im Kontrast zur staatlichen Förderung des regulierten Kryptomarktes und wirft Fragen über die Kompatibilität nationaler Regulierungen mit den Anforderungen internationaler Anbieter auf. Timur Suleimenov, Vorsitzender der Nationalbank Kasachstans, sieht eine der Aufgaben darin, die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten, während das Land digitale Projekte vorantreibt.
Die genaue Ausgestaltung des Analysezentrums sowie dessen Auswirkungen auf Datenschutz und die Attraktivität für internationale Web3-Unternehmen bleiben offene Punkte.







