Der Kryptomarkt erlebt eine ausgeprägte Liquidationswelle. Gehebelte Positionen im Wert von über 800 Millionen US-Dollar lösten sich innerhalb von 24 Stunden zwangsweise auf. Dieses Ereignis betrifft überwiegend Long-Positionen und fällt mit erhöhter Preisvolatilität zusammen.

Als Auslöser nennen Quellen neben der Marktdynamik auch makroökonomische Faktoren wie Inflationsdaten, Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve sowie geopolitische Spannungen.

Massive Auflösung gehebelter Positionen

Die jüngste Marktturbulenz führte zu einer Bereinigung im Bereich der Krypto-Derivate. Mehrere Datenanbieter und Marktbeobachter melden über 800 Millionen US-Dollar an Liquidierungen innerhalb von 24 Stunden. Andere Berichte nennen in ähnlichen Zeiträumen auch 934,24 Millionen US-Dollar oder 1,26 Milliarden US-Dollar. Über ein gesamtes Wochenende wurden bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar genannt.

Je nach Quelle variiert die Zahl der betroffenen Trader zwischen etwa 167.400 und mehr als 209.000 Konten. Eine Quelle nennt 173.611 betroffene Trader. Berichte weisen darauf hin, dass Long-Positionen den Löwenanteil der Liquidierungen ausmachten. Genannte Anteile reichen von etwa 85 Prozent bis zu über 90 Prozent beziehungsweise 93 Prozent in einzelnen Erhebungen.

Bitcoin und Ethereum im Fokus der Verkäufe

Bitcoin und Ethereum trugen einen großen Teil der liquidierten Positionen. Für Bitcoin werden in einigen Berichten Liquidierungen im Umfang von rund 300 Millionen US-Dollar innerhalb von 24 Stunden genannt. In einzelnen Erhebungen entfielen rund 200 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen und etwa 70 Millionen US-Dollar auf Shorts.

Für Ethereum nennen einzelne Quellen rund 100 Millionen US-Dollar an Long-Positionen.

Eine der größten einzelnen Liquidationen betrifft eine Bitcoin-Position auf der Derivatebörse Hyperliquid mit 25,83 Millionen US-Dollar. Für Altcoins melden Quellen unter anderem Solana-Liquidierungen von über 40 Millionen US-Dollar und Dogecoin-Liquidierungen von über 18 Millionen US-Dollar. In manchen Berichten wird für die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarktes ein Rückgang von rund 80 Milliarden US-Dollar innerhalb des relevanten Zeitraums angegeben.

Makroökonomische Faktoren und Marktunsicherheit

Quellen nennen mehrere makroökonomische Einflüsse auf die Verkaufsdynamik. Dazu gehören die Veröffentlichung von Inflationsdaten durch das US Labor Department sowie erwartete oder tatsächliche Zinsentscheidungen der Federal Reserve. Auch geopolitische Ereignisse tragen Berichten zufolge zur Verunsicherung bei.

Beispiele sind Ankündigungen zu Zöllen durch US-Präsident Donald Trump oder Berichte über militärische Aktivitäten im Nahen Osten. Die Quellen präsentieren diese Faktoren als mögliche Mitursachen, unterscheiden sich jedoch in der Gewichtung.

Analysten bewerten die Marktlage

Verschiedene Analysten äußern sich in den Berichten zur Lage. Jeff Ko, Chefanalyst von ViaBTC, wird mit der Einschätzung zitiert, dass die Zone zwischen 82.000 US-Dollar und 83.000 US-Dollar als wichtige Unterstützung galt und als gefallen beschrieben wurde. Lacie Zhang, Research-Leiterin bei Bitget Wallet, warnt, dass ein Fall dieser Marke einen schnelleren Rückgang in Richtung 80.000 US-Dollar begünstigen könnte.

Markus Thielen von 10x Research bezeichnet den „institutionellen Exodus“ als eine der Hauptursachen für den Abverkauf. Zhang merkt zudem an: „Saisonalität allein ist keine Investment-These.“

Volatilität prägt den Markt

Der Kryptomarkt bleibt nach den Berichten volatil. Marktteilnehmer beobachten insbesondere die Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen, darunter Entscheidungen der Federal Reserve. Die Berichte zeigen erhebliche Abweichungen in den Zahlen zu Liquidierungen, betroffenen Konten und Anteilen von Long- versus Short-Positionen.

Diese Diskrepanzen weisen auf unterschiedliche Erfassungsmethoden und Zeitbezüge in den Quellen hin. Ob und wie schnell sich der Markt von den umfangreichen Hebelauflösungen erholt, ist in den Berichten offen und hängt von weiteren Entwicklungen ab.