LEG Immobilien setzt in Gelsenkirchen auf dezentrale Wärmeversorgung: Im Rahmen des Future-iQ-Forschungsprojekts feierte das Unternehmen am 16. September Richtfest für eine Energiezentrale in der Eichkampsiedlung. EnergieServicePlus, eine Tochtergesellschaft der LEG Immobilien SE, entwickelt das Projekt.
Es sieht vor, 260 Wohnungen in 67 Gebäuden von dezentralen Gasheizungen auf ein zentrales Nahwärmenetz umzustellen. Die Initiative ist Teil der Nachhaltigkeitsaktivitäten des börsennotierten Wohnungsunternehmens zur Reduzierung von CO2-Emissionen.
Energiewende im Quartier: Nahwärmenetz ersetzt Gasheizungen
Das Future-iQ-Projekt in Gelsenkirchen ist integraler Bestandteil der LEG Immobilien SE-Bemühungen zur Dekarbonisierung ihres Immobilienbestands. Der Fokus liegt auf der Umstellung eines Wohnviertels in der Eichkampsiedlung von individuellen Gasheizungen auf ein zentrales Nahwärmenetz. Die neue Energiezentrale soll die Wärmeerzeugung für das Quartier bündeln und unterschiedliche Wärmequellen nutzen.
Konkret ist eine 500-Kilowatt-Großwärmepumpe geplant, die Abwärme aus einem nahegelegenen Abwasserkanal speist. Zusätzlich ist eine Fotovoltaik-Erweiterung vorgesehen, die zur Eigenstromversorgung der Anlage beiträgt.
EnergieServicePlus entwickelt das Projekt. Die Fraunhofer-Institute UMSICHT und FIT sind als Partner eingebunden und begleiten das Vorhaben wissenschaftlich. Dies umfasst die Analyse der Umsetzung und Effizienz des Systems. Das Projekt erhält Fördermittel aus dem siebten Energieforschungsprogramm der Bundesregierung.
LEG Immobilien: Strategie und wirtschaftlicher Kontext
Die LEG Immobilien SE mit Sitz in Düsseldorf verwaltet rund 171.000 Mietwohnungen und etwa 1.600 Gewerbeeinheiten. Das Unternehmen ist seit Juni 2013 im MDAX gelistet und strebt hohe Vermietungsquoten von über 98 Prozent an.
Im Geschäftsjahr 2025 erreichte die Nettokaltmiete des Unternehmens rund 920 Millionen Euro.
Die Investition in Projekte wie Future-iQ ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der LEG. Das Unternehmen nennt energieeffiziente Renovierungen und die Reduzierung von CO2-Emissionen als zentrale Maßnahmen. Seit 2022 fördert die LEG außerdem Innovationen über GreenTech- und PropTech-Gründungen, um ein technologiegetriebenes Operating Model aufzubauen.
Die LEG verfolgt zudem eine Wachstumsstrategie durch Zukäufe und eine Dividendenpolitik, die vorsieht, 100 Prozent des bereinigten FFO (AFFO) an die Aktionäre auszuschütten. Bedeutende Anteilseigner sind unter anderem die US-Investmentgesellschaften MFS und BlackRock. BlackRock hält rund elf Prozent der Anteile.
Die UBS Group AG meldete per 24. September eine Gesamtposition von 3,44 Prozent der Stimmrechte.
Projektfortschritt und Marktausblick
Nach dem Richtfest am 16. September liegt der Fokus auf der Fortsetzung der technischen Installationen. Diese sollen nach aktuellen Planungen bis Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Die Fraunhofer-Institute begleiten das Projekt, evaluieren die Umsetzung und die Effizienz des Nahwärmenetzes. Die tatsächliche Erreichung der erwarteten Effizienz- und Emissionsminderungen wird sich nach Abschluss der Installationen zeigen. Für die LEG ist dieses Vorhaben ein relevanter Baustein der unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie und könnte als Blaupause für ähnliche Dekarbonisierungsprojekte in Bestandsimmobilien dienen.
Beobachter werden analysieren, inwieweit solche dezentralen Lösungen die Transformation der deutschen Wohnungswirtschaft beschleunigen können.







