Louis Vuitton und Singer Vehicle Design präsentieren zwei maßgeschneiderte Porsche 911 aus einer Kooperation. Die Fahrzeuge, ein Classic Coupé und ein Classic Turbo Cabriolet, verbinden Uhrmacherkunst, Lederhandwerk und Reisedesign. Für Louis Vuitton ist dies das erste Co-Branding-Automobilprodukt in der 172-jährigen Unternehmensgeschichte.

Die Vorstellung fand im August 2026 im Rahmen der Monterey Car Week in Pebble Beach statt.

Eine Allianz der Handwerkskunst

Die Zusammenarbeit begann mit Singers Anfrage an Louis Vuitton, eine mechanische Armaturenbrett-Uhr zu entwickeln. Diese ist von der Tambour-Uhr des Hauses inspiriert. Die Uhr entstand in den Schweizer Werkstätten La Fabrique du Temps Louis Vuitton.

Aus dieser Uhrenentwicklung entwickelte sich die umfassende Personalisierung beider Fahrzeuge, die Uhrmacherkunst, Lederhandwerk und Elemente des Reisedesigns vereint. Jean Arnault, Uhrendirektor bei Louis Vuitton, erklärt, das Projekt habe sich von der Uhrmacherkunst auf viele funktionale Elemente der Fahrzeuge ausgedehnt. Ziel war es, diese mit dem Lederhandwerk und dem uhrmacherischen Know-how von Louis Vuitton zu verbinden.

Rob Dickinson, Gründer und Executive Chairman von Singer, betonte, die von Louis Vuitton gewählten Spezifikationen hätten Singer Techniken und Methoden nähergebracht, die das Unternehmen über Jahrzehnte entwickelt hat.

LV-01 Classic: Hommage an das Reiseerbe

Das erste Modell, der LV-01 Classic, basiert auf einem Porsche 911 964 Coupé aus dem Baujahr 1988. Es verfügt über leichte Karosserieteile aus Kohlefaser und eine Außenlackierung in Saffran, Kobaltblau und Gelb. Die Saffranfarbe findet sich seit mehr als 150 Jahren in den Archiven von Louis Vuitton und erinnert an Reisetaschen, die das Haus 1924 für Citroën gefertigt hat.

Kobaltblau nimmt Bezug auf die Markenverpackung.

Ein speziell entworfenes Dachgepäckträger-System ist darauf ausgelegt, einen Louis-Vuitton-Koffer, Skier oder ein maßgeschneidertes Surfbrett aufzunehmen. Als Demonstrationsreifen kamen kobaltblaue Michelin Pilot Sport 4S zum Einsatz.

Im Interieur verwendet Singer Vachetta-Leder, wie es auch in Louis Vuittons Lederwaren zum Einsatz kommt. Die Sitze tragen eine diamantförmige Prägung, inspiriert vom Malletage-Muster in Louis-Vuitton-Koffern. Leuchtend gelbe Nähte ergänzen das Design.

Das Monogram-Flower-Motiv erscheint an Sitzbelüftungsösen, Sonnenblenden und Kopfstützen. Handgefertigte Metallbeschläge – Knöpfe, Schalter, Schlösser und Lüftungsdüsen – werden mit uhrmacherischen Techniken gefertigt und sind oft rhodiumbeschichtet.

Technisch stattet Singer das Coupé mit einem luftgekühlten 4,0-Liter-Saugmotor M64 (Mezger) Flat-Six aus. Die Leistung geben Quellen mit etwa 390 PS bis 420 PS an. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb und Carbon-Keramik-Bremsen gehören zur Ausstattung. Die begleitende Capsule Collection umfasst unter anderem eine Rennjacke aus Millésime-Leder, Gepäckstücke und ein handgeformtes Surfbrett.

LV-02 Classic Turbo: Design von Nicolas Ghesquière

Das zweite Modell, der LV-02 Classic Turbo, beruht auf einem Porsche 911 964 Cabriolet. Nicolas Ghesquière, künstlerischer Leiter der Damenkollektionen bei Louis Vuitton, verantwortete das Design. Die Außenfarbe „Calcaire Lutétien White“ ist ein milchiges Cremeweiß, das auf Pariser Kalkstein verweist.

Braune, goldene und Holzdetails, inspiriert vom klassischen Motorbootdesign, setzen Akzente. Hierzu gehören Holzstoßfänger und ein Heckgepäckfach mit Teakholz-Anspielung.

Im Innenraum kommen Leder und Edelholz zum Einsatz, ergänzt durch lackiertes Holz im hinteren Gepäckraum und im vorderen Kofferraum. Goldene Akzente finden sich an der Konsolenuhr, dem Zündschlüssel und den Anzeigen. Das Lenkrad trägt ein Lederpatch.

Als Antrieb dient ein Twin-Turbo 3,8-Liter Mezger Flat-Six mit Luft-Wasser-Ladeluftkühlung und elektrischen Wastegates. Die Leistung geben Quellen mit bis zu 510 PS an. Auch dieses Modell ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe mit wählbaren Fahrmodi, Heckantrieb und Carbon-Keramik-Bremsen ausgestattet.

Zur Capsule Collection des Cabriolets gehören unter anderem ein maßgeschneiderter Anzug aus Fallschirmseide, geflochtene Lederhandschuhe, eine Azetat-Sonnenbrille, eine Tambour Automatic Uhr sowie verschiedene Louis-Vuitton-Gepäckstücke.

Präzision im Detail und wirtschaftliche Relevanz

Beide Fahrzeuge basieren auf dem Porsche-964-Chassis. Sie erhalten ein überarbeitetes Kombiinstrument im Stil der Tambour-Linie von Louis Vuitton mit Kobaltblau und leuchtendem Orange. Die Neugestaltung der Anzeigen dauerte etwa ein Jahr.

Ein gemeinsames Merkmal ist die abnehmbare mechanische Armaturenbrett-Uhr, die sich auch als Schreibtischuhr verwenden lässt. Die Uhr ist an ihrer markanten Form und den zwölf polierten und gravierten Buchstaben auf der Lünette erkennbar.

Mazen Fawaz, Chief Strategy Officer bei Singer, betont, die Zusammenarbeit habe zwei Organisationen zusammengeführt, die die Auffassung teilen, dass Luxus durch Handwerkskunst, Authentizität und Detailtreue definiert wird.

Rhodiumbeschichtete Metallteile werden in den Beschreibungen genannt. Einige Quellen kommentieren die Wahl angesichts der Kosten als exzentrisch.

Die Premiere des Co-Branding-Automobils gilt als Louis Vuittons Schritt in den hochpreisigen Sammlermarkt und in die Individualisierung von Luxusgütern. Die beiden Singer x Louis Vuitton 911er sind als Einzelstücke konzipiert und werden nicht für den Einzelhandel angeboten. Offizielle Preisangaben gibt es keine.

Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Fahrzeuge teurer sein dürften als übliche Singer-911-Restomods.

Nach der Vorstellung in Pebble Beach sollen die Fahrzeuge im September bei der privaten Dolomites Classic Run Rally von Louis Vuitton gezeigt werden. Dies geschieht im Kontext der „Art of Travel“-Philosophie des Hauses. Die Präsentation verstärkt die strategische Verknüpfung der Luxusmarke mit exklusiven Events und dem Erbe des Reisens.