MoonPay, ein Infrastrukturanbieter für Kryptowährungen, übernimmt Rhythm, eine Onchain-Handelsplattform für institutionelle Investoren. Diese Akquisition folgt auf Rhythms Teilnahme am Web3 Accelerator-Programm von MoonPay und soll das Angebot für institutionelle Kunden stärken. Der Schritt fügt sich in einen breiteren Konsolidierungstrend im Kryptosektor ein, insbesondere im institutionellen Bereich.

Stärkung der institutionellen DeFi-Position

Die Übernahme von Rhythm, einer auf dezentrale Finanzen (DeFi) spezialisierten Handelsplattform, zielt darauf ab, MoonPays Position im institutionellen Segment zu festigen. Rhythm entwickelt Lösungen, die das Onchain-Trading für professionelle Anleger optimieren. Im Zuge der Transaktion wechselt das Kernteam von Rhythm zu MoonPay.

Dieser Schritt, so CEO Ivan Soto-Wright, ist Teil eines übergeordneten Trends, in dem Unternehmen ihre Angebote für traditionelle Finanzinstitutionen und das Web3-Umfeld ausbauen.

Konsolidierung als Markttrend

Die Akquisition durch MoonPay erfolgt in einer Phase zunehmender Konsolidierung im Kryptobereich. Dies zeigt sich besonders im institutionellen Segment. Im ersten Quartal 2026 flossen lediglich 1,1 Milliarden US-Dollar in acht neue Krypto-Venture-Fonds.

Dies war der niedrigste Quartalswert seit 2020. 57 Prozent des eingesetzten Kapitals konzentrierten sich dabei auf spätere Finanzierungsphasen, was auf eine Marktphase hindeutet, in der etablierte Akteure ihre Positionen stärken.

Parallel dazu investiert Nasdaq 100 Millionen US-Dollar in Payward, eine Finanzinfrastrukturplattform und Partner für digitale Assets, die Arjun Sethi als Co-CEO führt. Ein weiteres Zeichen der Institutionalisierung: Die London Stock Exchange (LSE) plant, im Jahr 2027 den Handel mit tokenisierten Aktien (xStocks) auf ihrer Plattform LSE 24 aufzunehmen.

Der Aufstieg der Stablecoins und die Rolle der Infrastruktur

Stablecoins gelten als ein wichtiger Treiber für die institutionelle Nutzung von Kryptowährungen. Der Stablecoin-Markt wuchs seit Anfang 2025 von rund 200 Milliarden auf 303 Milliarden US-Dollar. Mehrere große Finanzinstitute, darunter Bank of America, Citi, Goldman Sachs und UBS, planen bis zum ersten Halbjahr 2027 die Einführung eines US-Dollar-gebundenen Stablecoins für Zahlungen und die Abwicklung digitaler Assets.

Weitere G7-Währungen sollen folgen.

Visa meldete im September 2026 einen Anstieg seiner Stablecoin-basierten Kartenprogramme um fast 200 Prozent im Jahresvergleich, auf über 160 Programme. Cuy Sheffield, Head of Crypto bei Visa, bezeichnet den Bereich als im „Hyperwachstumsmodus“. Infrastrukturunternehmen, die solche Zahlungen und Abwicklungen ermöglichen, gewinnen dadurch an Bedeutung.

Dies zeigt sich auch in der geplanten Übernahme von Tazapay durch Circle für 400 Millionen US-Dollar in einem All-Stock-Deal. Tazapay weist ein annualisiertes Transaktionsvolumen von 25 Milliarden US-Dollar auf, wovon rund 60 Prozent in Stablecoins entfallen. Circle äußert, die Akquisition werde die Fähigkeit erhöhen, globale Zahlungen nahezu sofort und rund um die Uhr abzuwickeln.

Marktvolatilität und Regulierungsdruck

Der Kryptomarkt bleibt volatil: Der Bitcoin-Preis lag am 14. September 2026 bei rund 77.722 US-Dollar, nachdem er Anfang September noch über 81.000 US-Dollar notierte. Parallel dazu verschärft sich die Regulierung.

In Australien müssen Kryptofirmen bis zum 30. September 2026 bestimmte Lizenzen oder Genehmigungen beantragen. Ab dem 1.

Oktober drohen bei Nichtbeachtung zivil- oder strafrechtliche Sanktionen.

Die Übernahme von Rhythm durch MoonPay verdeutlicht den Ausbau von Infrastruktur- und Dienstleistungsangeboten für institutionelle Anleger. Die Konzentration auf professionelle Kunden und die Entwicklung entsprechender Infrastrukturkomponenten sind für die weitere Verbreitung und Skalierung von Blockchain-Anwendungen entscheidend. Die genauen finanziellen Details der Übernahme sind derzeit nicht öffentlich bekannt.