Ein neues Mobilitäts-Startup, MyMonthlyCar, will ungenutzte Gebrauchtwagenbestände von Autohändlern in den USA monetarisieren. Die Plattform vermittelt Fahrzeuge zur Monatsmiete an Kunden und steigert damit die Effizienz des Bestandsmanagements im Gebrauchtwagenhandel. Das Unternehmen ist als Aussteller im Startup Battlefield 200 auf der TechCrunch Disrupt in San Francisco für Oktober 2026 ausgewählt.

Monetarisierung von Standzeiten auf dem Gebrauchtwagenmarkt

MyMonthlyCar adressiert eine Kernherausforderung des Gebrauchtwagenhandels: Stillstehende Fahrzeuge auf Händlerparkplätzen verlieren an Wert. CEO und Mitgründer Igor Dobrianskyi beschreibt das Potenzial so: „Millions and millions of used cars are sitting on parking lots, depreciating and losing value.“ Er verweist zudem auf rund 76.000 US-Autohändler, um das Marktpotenzial zu verdeutlichen.

Gleichzeitig besteht Bedarf an temporären Fahrzeuglösungen. Dobrianskyi stellt fest: „At the same time, there are people who need a car for a few months, but the options are actually very limited and expensive.“ MyMonthlyCar bietet Händlern die Möglichkeit, inaktive Bestände in Monatsmieten umzuwandeln. Kunden erhalten so ein flexibleres Angebot im Mietwagensegment.

Das Geschäftsmodell sieht vor, dass MyMonthlyCar zehn Prozent jeder Transaktion von Autohändlern einzieht. Kunden zahlen ebenfalls eine separate Gebühr von zehn Prozent. Das Listing der Fahrzeuge ist für Händler kostenfrei.

Zusätzlich zu reinen Monatsmieten bietet das Startup ein Rent-to-Own-Modell. Mietkunden können das gemietete Fahrzeug später erwerben. „So we don’t bring them only customers to rent on a monthly basis; we basically bring them the clients who potentially can buy this car as well,“ erklärt Dobrianskyi dieses Mietkauf-Angebot.

Gründerteam und bisherige Entwicklung

Das in Delaware registrierte und in Florida ansässige Unternehmen wurde von drei Gründern aus der Ukraine ins Leben gerufen: Igor Dobrianskyi (CEO), Kostiantyn Gitko (CPO) und Vadym Zotov (CTO).

Dobrianskyi bringt Erfahrung aus der Mobilitätsbranche mit. Er betrieb in der Ukraine ein Autovermietungsunternehmen und gründete 2016 den Peer-to-Peer-Marktplatz SizeCar. Dieser expandierte in 40 europäische Städte.

MyMonthlyCar befindet sich in einer frühen Phase. Das Startup finanziert sich eigenständig (bootstrapped) und hat bisher kein Venture Capital aufgenommen. Aktuell testen sieben Autohäuser den Service.

Für das erste Betriebsjahr plant MyMonthlyCar die Akquise von 100 Händlern und 2.000 monatliche Vermietungen. Als Umsatzziel sind 300.000 US-Dollar für Jahr eins geplant. Das Fünfjahresziel liegt bei 42 Millionen US-Dollar.

Herausforderungen und Ausblick

Ein entscheidender Faktor für das Geschäftsmodell ist die Versicherung der Mietfahrzeuge. Dobrianskyi betont: „Insurance is the key for this business, and you need to have your own insurance as a platform.“ MyMonthlyCar arbeitet mit einem Versicherungsbroker zusammen, um ein entsprechendes Versicherungsprogramm zu finalisieren.

Der offizielle Start des Betriebs ist für „später in diesem Jahr“ (2026) geplant, sobald das Versicherungsprogramm steht. Es wird nicht explizit genannt, ob dies vor oder nach der Teilnahme am TechCrunch Disrupt im Oktober 2026 erfolgen soll.

Nach der Etablierung der Plattform plant MyMonthlyCar eine Seed-Finanzierungsrunde. Mit diesem Kapital sollen weitere Entwickler eingestellt und die Plattform ausgebaut werden. Dies beinhaltet die Integration eines KI-Tools.

Der Erfolg von MyMonthlyCar hängt nach Einschätzung der Gründer davon ab, wie schnell sich ein Händlernetz aufbauen lässt und wie logistische sowie versicherungstechnische Herausforderungen in einem fragmentierten US-Markt bewältigt werden. Beobachter werden zudem die Entwicklung des Gebrauchtmarktes sowie die Akzeptanz solcher flexiblen Mietmodelle verfolgen.