Krypto-Investoren sehen sich einer neuen Bedrohung gegenüber: Unbekannte Angreifer manipulieren Hardware-Wallets des französischen Herstellers Ledger, bevor diese in den Handel gelangen. Sie rüsten die als offline konzipierten Geräte mit zusätzlicher Technik aus. Der finanzielle Schaden durch diese Manipulationen übersteigt bereits 100 Millionen US-Dollar und betrifft auch Käufer in Deutschland.

Die Vorfälle weisen auf Risiken im Krypto-Umfeld hin, das durch geringe Regulierung und irreversible Transaktionen geprägt ist. Parallel dazu plant Netflix einen neuen Stellenabbau. Rund 1.000 Stellen sollen gestrichen werden, was etwa sechs Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht.

Die Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund operativen Wachstums und eines Aktienkursrückgangs von mehr als 40 Prozent binnen zwölf Monaten.

Diese Entwicklungen betreffen sowohl Akteure im dezentralen Kryptomarkt als auch etablierte Tech-Unternehmen.

Die stille Gefahr in Hardware-Wallets

Die Manipulation der Ledger-Wallets untergräbt das Vertrauen in physische Sicherheitslösungen. Hardware-Wallets sind dafür konzipiert, private Schlüssel offline zu speichern und so digitale Kompromittierungen zu minimieren. Den Berichten zufolge integrieren Angreifer zusätzliche Komponenten in die Geräte: einen Chip zum Abgreifen von Bildschirminhalten und ein miniaturisiertes LTE-Modem samt eSIM.

Diese Komponenten dienen der Datenübertragung an Dritte und gefährden damit die Bestände der Nutzer. Die betroffenen Geräte sind nach Angaben der Quellen bereits seit längerer Zeit im Umlauf. Das Vorgehen weist auf Risiken in der Lieferkette hin.

Netflix: Restrukturierung mit Entlassungen

Netflix baut rund 1.000 Stellen ab, was etwa sechs Prozent der Belegschaft entspricht. Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen rund 16.000 Vollzeitkräfte. Besonders betroffen sind Abteilungen wie Produkt, Technik, Recht und Personal. Nach den vorliegenden Berichten ist dies die größte Restrukturierung seit 2022.

Die Kündigungen erfolgen, obwohl Netflix operatives Wachstum verzeichnet. Zugleich fiel der Aktienkurs binnen zwölf Monaten um über 40 Prozent. Das Wachstum der Sehdauer hat sich verlangsamt: In der ersten Jahreshälfte 2026 stieg die Sehdauer nur um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, sagte bei einer Bloomberg-Veranstaltung, das Unternehmen wachse „nicht so schnell, wie ich es mir wünsche“. Er fügte hinzu, das Geschäft sei „stark und wachse solide“. In einer internen E-Mail schrieben die Co-CEOs Greg Peters und Ted Sarandos, die „Mission, die Welt zu unterhalten, ist ambitioniert“.

Die Erfüllung erfordere Disziplin bei der Priorisierung von Personal und Ressourcen. Es hieß weiter, man werde „offensiv in margenstarke und wirkungsstarke Bereiche investieren“.

Intensiver Wettbewerb und strategische Neuausrichtung

Der Streaming-Markt steht unter Wettbewerbsdruck. Im Juli lag der Marktanteil von Netflix im US-TV-Streaming bei 7,8 Prozent, YouTube führte mit 14,2 Prozent laut Nielsen. Ross Benes, leitender Analyst bei eMarketer, merkt an, Netflix stütze sich „weitgehend auf das Abomodell“, das seinem Sättigungspunkt nahekommen könnte.

Es falle dem Unternehmen schwer, eine „zweite wesentliche Erlössäule aufzubauen“.

Auch andere Tech-Konzerne wie Disney und Amazon haben zuletzt Personal abgebaut. Netflix plant zudem, Krypto-Betrugsfälle in eigenen Produktionen aufzuarbeiten. Geplant sind die Serie The Altruists über den FTX-Kollaps und die Dokumentation Biggest Heist Ever über den Bitfinex-Hack.

Schutzmechanismen im Krypto-Bereich

Kryptowährungstransaktionen sind in der Regel irreversibel. Der Schutz privater Schlüssel ist entscheidend, weil diese die Kontrolle über Vermögen ermöglichen. Wallets werden als „Hot“ (online verbunden) oder „Cold“ (offline) kategorisiert. Hot Wallets gelten als anfälliger für Online-Angriffe.

Als Schutzmaßnahmen nennen die Quellen starke, einzigartige Passwörter und die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Eine Offline-Speicherung von Seed-Phrasen oder Privatschlüsseln ist ebenso wichtig wie die regelmäßige Überprüfung von Konten. Nutzer sollten zudem Vorsicht vor Phishing und gefälschten Apps oder Webseiten walten lassen und Vermögenswerte auf Online-Plattformen minimieren.

Gartner prognostiziert darüber hinaus, dass bis 2030 rund 80 Prozent der sogenannten Neoclouds ausfallen werden.

Ausblick: Weitere Konsolidierung und verschärfte Sicherheit

Die Entlassungen bei Netflix signalisieren Druck auf etablierte Player, Geschäftsmodelle und Kostenstrukturen zu überprüfen. Analysten erwarten die Netflix-Q3-Zahlen am 20. Oktober als weiteren Indikator für die strategische Ausrichtung.

Im Kryptobereich dürften die Vorfälle mit manipulierten Hardware-Wallets Diskussionen über Qualitätskontrollen, Lieferketten und mögliche regulatorische Maßnahmen befeuern. Es bleibt abzuwarten, wie Hersteller wie Ledger auf die Bedrohungen reagieren und welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sie umsetzen.

Die Entwicklungen in beiden Sektoren erhöhen den Druck auf Unternehmen und Investoren, Risiken zu bewerten und Abläufe anzupassen.