Der CEO des Datenanalyse-Spezialisten Palantir, Alexander Karp, hat in Schweden ein Wald- und Fjällgebiet von der Größe Malmös erworben. Der Kaufpreis für die rund 15.000 Hektar in der Gemeinde Storsjö Kapell in der Provinz Jämtland/Härjedalen beläuft sich auf 235 Millionen schwedische Kronen, umgerechnet etwa 21 Millionen Euro. Die Transaktion erfolgte über die neu gegründete schwedische Firma Cladonia Skog AB.

Der Kauf löst bei lokalen Anwohnern, Jägern und Behörden Fragen über die künftige Nutzung des Landbesitzes aus.

Großinvestition in nordschwedische Natur

Alexander Karp, Mitbegründer und CEO von Palantir Technologies, hat rund 15.000 Hektar Land in der Gemeinde Storsjö Kapell erworben. Diese Fläche entspricht ungefähr der Größe der Stadt Malmö oder dem Fürstentum Liechtenstein. Verkäufer war der schwedische Papier- und Forstkonzern Svenska Cellulosa Aktiebolaget (SCA). SCA stuft das Areal aus forstwirtschaftlicher Sicht als nicht optimal ein.

Die Transaktion lief über Cladonia Skog AB, deren wirtschaftlicher Eigentümer Karp ist. Scandinavian Trust vermittelte den Verkauf und unterstützte bei der Gründung von Cladonia Skog AB. Der Kaufpreis von 235 Millionen schwedischen Kronen wurde in Berichten mit rund 21 Millionen Euro oder etwa 22 Millionen US-Dollar angegeben.

Eine Prüfung der Wechselkurse im September 2026 legt rund 21 Millionen Euro nahe; einzelne Berichte nennen höhere Euro-Beträge, die nicht durch den Kronen-Betrag gedeckt sind.

Der Verkauf wurde öffentlich, als lokale Jäger im Juni beziehungsweise Juli 2026 Benachrichtigungen über den Entzug ihrer Jagdrechte erhielten. Dies löste Sorgen und Verärgerung bei Anwohnern aus. Lokale Behörden erhielten nach Angaben mehrerer Berichte keine Vorabinformation über die Transaktion.

Bo-Göran Lund, Vorsitzender des Dorfvereins von Storsjö Kapell, äußerte Bedenken über den möglichen Einfluss einer vermögenden Person in der Region. Die Länsstyrelsen genehmigte den Kauf am 9. September 2026.

Sie begründete dies damit, dass der Erwerb das Gleichgewicht der Eigentumsverhältnisse nicht berühre und lokale Arbeitsplätze oder Wohnmöglichkeiten nicht gefährde.

Hintergründe und erste Reaktionen zum Deal

SCA erklärte, das verkaufte Land bestehe größtenteils aus kahlen Bergen und Bergwäldern. Es eigne sich aber für Erholung, Jagd, Skifahren und Wandern. In Schweden liegen die Jagdrechte grundsätzlich beim Grundstückseigentümer.

Die Kündigung bestehender Jagdvereinbarungen war Teil des Verkaufsprozesses. Zwei Jagdvereine verloren demnach ihre Pachtverträge, ein dritter soll seine Rechte 2027 verlieren. Ab dem 1.

Juli 2027 gehen die gesamten Jagdrechte auf den neuen Eigentümer über.

Cladonia Skog AB und Scandinavian Trust erklärten, der neue Eigentümer beabsichtige, das Grundstück „mit großem Respekt vor der Natur und den schwedischen Traditionen“ zu bewirtschaften. Langfristig seien Forstwirtschaft und damit vereinbare Tätigkeiten vorgesehen. Die Firmen wiesen Spekulationen zurück, Karp plane den Bau eines Rechenzentrums auf dem Gelände.

Nach Angaben der beteiligten Seiten sollen das Jedermannsrecht, Rentierweiderechte sowie bestehende Verträge mit örtlichen Schneemobilclubs und dem Fischereipflegeverein bestehen bleiben. Für den kommenden Winter sei kein Holzeinschlag geplant.

Trotz dieser Zusicherungen kursieren weiterhin Spekulationen über die tatsächlichen Motive. Neben der Debatte um ein mögliches Rechenzentrum wurde auch ein privates Erholungsprojekt als denkbare Nutzung diskutiert. Eine Person aus Karps Umfeld sagte gegenüber dem schwedischen Sender SVT, der Kauf stehe im Zusammenhang mit Karps „Liebe zum Skifahren und zu abgelegenen Orten“.

Forbes schätzt Karps Vermögen auf etwa 20 Milliarden US-Dollar. Berichten zufolge besitzt er rund zwanzig Immobilien weltweit, darunter mehrere in Norwegen. Ende August 2026 verkaufte Karp Palantir-Aktien im Wert von rund 86 Millionen US-Dollar.

Palantir und seine Relevanz auf dem Tech-Markt

Alexander Karp ist als CEO von Palantir Technologies bekannt. Das 2003 unter anderem von Karp und Peter Thiel gegründete Unternehmen entwickelt Software zur Analyse großer Datenmengen. Zu den Kunden zählen Geheimdienste, Militär und Ermittlungsbehörden, darunter Berichten zufolge die US-Einwanderungsbehörde ICE, die deutsche Polizei, schwedische Verteidigungsbehörden sowie die NATO.

Wegen dieser Nähe zu staatlichen Stellen steht Palantir in der Kritik. Kritiker bemängeln Risiken für die Privatsphäre. Der französische Inlandsgeheimdienst DGSI beendete im Juni 2026 seine Zusammenarbeit mit Palantir.

Gegen den Einsatz der Palantir-Software durch die bayerische Polizei liegt eine Verfassungsbeschwerde vor. Die Marktkapitalisierung von Palantir wurde in Berichten mit rund 450 bis 460 Milliarden US-Dollar angegeben. Karp hat sich öffentlich für die Nationalisierung von KI-Laboren und für zivil- und strafrechtliche Haftung bei unverantwortlicher KI-Entwicklung ausgesprochen.

Ausblick und offene Fragen

Die Langzeitfolgen des Kaufs bleiben offen. Offizielle Stellungnahmen betonen eine naturnahe Bewirtschaftung und den Respekt vor lokalen Traditionen. Anwohner und Jäger verfolgen die Entwicklung kritisch. Unklar ist, wie die Forstwirtschaft konkret aussehen wird und ob zugesicherte Jagd- und Nutzungsrechte in der Praxis bestehen bleiben.

Es gab offenbar auch eine Meldung an die schwedische Behörde für Investitionsscreening (ISP). Die Behörde machte keine inhaltlichen Angaben. Die Transaktion wirft Fragen nach Landbesitz, nationalen Interessen und dem Verhältnis zwischen privatem Investment und öffentlichem Interesse in Schweden auf.

Es bleibt abzuwarten, ob der Kauf ein Einzelfall bleibt oder ob ähnliche Investitionen weiterer vermögender Personen folgen.