Eine seltene Vintage-Patek-Philippe-Armbanduhr wurde bei einer Auktion in Cornwall für 78.765 US-Dollar verkauft. Das Modell aus den 1930er-Jahren übertraf damit seine ursprüngliche Schätzung von 6.675 US-Dollar um fast das Zwölffache. Dieser hohe Erlös steht im Einklang mit aktuellen Prognosen für das wachsende Segment gebrauchter Luxusuhren.

Die Entdeckung der Uhr erfolgte im Rahmen einer Haushaltsauflösung. Sie lag über Jahrzehnte unbemerkt im Schmuckkästchen einer verstorbenen Mutter in Camborne und befand sich somit jahrzehntelang im Besitz derselben Familie in Cornwall. Der ursprüngliche Schätzwert betrug 6.675 US-Dollar. Das Interesse von Sammlern aus verschiedenen Ländern trug maßgeblich zur Preisentwicklung bei.

Seltenheit als Werttreiber

Bei dem versteigerten Zeitmesser handelt es sich um eine Patek Philippe & Co Calatrava, Referenz 448. Die Uhr ist aus Edelstahl gefertigt. Patek Philippe produzierte in den 1930er-Jahren nur sehr wenige Edelstahluhren, was überlebende Exemplare für Sammler besonders begehrenswert macht.

Darren Ashley, Senior Valuer bei Hansons Cornwall, äußerte sich zu der Entdeckung: „Als ich die Uhr endlich in Händen hielt und sie richtig untersuchen konnte, wusste ich, dass wir etwas extrem Seltenes hatten.“

Die vermutlich rund 90 Jahre alte Uhr funktionierte bei ihrer Entdeckung noch. Ashley beschrieb dies: „Dies war eine Uhr, die rund 90 Jahre alt war, Jahrzehnte in derselben Familie in Cornwall verbracht hatte und, als sie in meine Hände gelegt wurde, immer noch fein tickte.“ Er fügte hinzu: „Aber eines der Dinge, die ich am meisten liebte, war ihre mechanische Perfektion.“

Globales Interesse und dynamische Auktion

Das Auktionshaus Hansons Auctioneers in Penzance, Cornwall, verzeichnete im Vorfeld großes internationales Interesse. Ernsthafte Sammler aus Amerika, Japan, China, Saudi-Arabien und dem Vereinigten Königreich hatten sich gemeldet. Am Auktionstag mündete dies in einen intensiven Bieterwettstreit.

Der Zuschlag erfolgte an einen telefonischen Bieter in Hongkong. Ashley kommentierte das Geschehen: „Das Vor-Auktions-Interesse war phänomenal. Wir hatten Interesse von ernsthaften Sammlern auf der ganzen Welt, aber nichts bereitet einen wirklich darauf vor, dieses Maß an Bietern im Raum zu sehen.“

Er beschrieb den Schlussmoment: „Der letzte Kampf zwischen Japan und China war unglaublich spannend. Zu sehen, wie der Hammer endlich bei 78.765 US-Dollar fiel, war ein fantastischer Moment für die Familie und für Hansons Cornwall.“

Drei Familienmitglieder verfolgten die Auktion vor Ort, während andere live von der Arbeit aus auf ihren Laptops und Telefonen zusahen. Ashley berichtete, die Familie sei „absolut begeistert“ gewesen.

Der Markt für Luxusuhren im Fokus von Anlegern

Der Verkauf der Vintage-Patek-Philippe passt zu einem breiteren Trend: Der Markt für gebrauchte Luxusuhren wächst kontinuierlich. Prognosen von McKinsey und der Boston Consulting Group sehen den Markt bis 2033 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Uhren als Anlageklasse an Bedeutung gewinnen. Laut dem Knight Frank Wealth Report 2026 legten Uhren im vergangenen Jahr durchschnittlich um 5,1 Prozent an Wert zu, Patek-Philippe-Modelle sogar um 12,1 Prozent. Patek Philippe ist eine Schweizer Manufaktur, die für hochpräzise Uhrwerke und traditionelle Fertigungsmethoden steht und auf Auktionen regelmäßig hohe Preise erzielt.

Insbesondere Modelle wie die Calatrava, Nautilus oder Ellipse d'Or sind auf dem Gebrauchtmarkt gefragt und können hohe Preise erreichen. Analysten erwarten, dass die Seltenheit von Vintage-Stücken, speziell von Edelstahl-Patek-Philippe-Uhren aus früheren Jahrzehnten, die Preisentwicklung auf Auktionen weiter beeinflussen wird. Sammler und Investoren achten dabei verstärkt auf eine belegte Provenienz, weshalb solche Auktionsergebnisse als Indikator für die Marktentwicklung dienen können.