Phil Knight, Mitbegründer und ehemaliger Vorsitzender von Nike, und seine Frau Penny Knight spenden 1,1 Milliarden US-Dollar an das Providence St. Vincent Medical Center und das Providence Heart Institute in Oregon. Die Mittel fließen in den Aufbau eines auf Frauengesundheit spezialisierten Krankenhauses und in die Ausweitung der kardiovaskulären Versorgung.

Diese Zuwendung gilt als eine der größten Spenden an eine Gesundheitseinrichtung in der amerikanischen Geschichte.

Ausbau der Frauengesundheit und Herzmedizin

Die 1,1 Milliarden US-Dollar verteilen sich auf zwei zentrale Bereiche. Ein erheblicher Teil ist für die Errichtung des ersten Krankenhauses in Oregon vorgesehen, das sich ausschließlich der Frauengesundheit widmet. Das neue Frauenkrankenhaus entsteht auf dem Campus des Providence St.

Vincent Medical Center in Portland. Es umfasst eine modernisierte Neonatale Intensivstation (NICU) und bietet integrierte Versorgung in Bereichen wie Gynäkologie, Schwangerschaft, Geburtshilfe, Menopause sowie Kardiologie.

Ray Moreno, CEO des Providence St. Vincent Medical Center, betont, dass sich die Bedürfnisse der Frauengesundheit im Laufe des Lebens ändern. Patientinnen müssen häufig mehrere Fachgebiete und Versorgungseinrichtungen navigieren. Die Zuwendung soll diese Ressourcen zusammenführen und den Zugang für Frauen in ganz Oregon erweitern. Damit bündelt sich das Angebot an einem Standort.

Der zweite Schwerpunkt der Spende liegt auf der Erweiterung der kardiovaskulären Versorgung an acht Providence-Krankenhäusern in Oregon. Zudem sind Mittel für die Förderung klinischer Forschung und für Trainingsprogramme des medizinischen Personals des Providence Heart Institute vorgesehen. Ziel ist unter anderem, die Integration der Patientenversorgung im gesamten medizinischen Zentrum zu vereinfachen.

Das Providence Heart Institute betreut jährlich nahezu 63.000 Patienten. Dr. Dan Oseran, Executive Medical Director des Providence Heart Institute, weist darauf hin, dass die Knights in den vergangenen zehn Jahren bereits mehr als 200 Millionen US-Dollar an das Institut gespendet haben. Davon flossen 75 Millionen US-Dollar Anfang des laufenden Jahres.

Langjähriges philanthropisches Engagement

Phil und Penny Knight sind seit Jahren als Großspender aktiv. Forbes schätzt ihr Nettovermögen auf etwa 25 Milliarden US-Dollar. Insgesamt haben die Knights in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 9 Milliarden US-Dollar gespendet. Rund 2,5 Milliarden US-Dollar flossen über ihre Familienstiftung und Donor-Advised Funds.

Das Time Magazine nahm Phil und Penny Knight 2025 in die TIME100 Philanthropy Liste auf. Vor der aktuellen Ankündigung schätzte Forbes ihre bisherigen Spenden auf etwa 4,5 Milliarden US-Dollar. Seit 2006 tauchten die Knights zwölfmal auf der Chronicle’s Philanthropy 50 Liste der größten Spender auf.

Zu ihren bisherigen Zuwendungen gehören mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar an die Oregon Health & Science University (OHSU). Davon entfielen 2 Milliarden US-Dollar auf das Knight Cancer Institute im vergangenen Jahr und eine Gründungsschenkung von 100 Millionen US-Dollar im Jahr 2008. Die University of Oregon, Phil Knights Alma Mater, erhielt über 2 Milliarden US-Dollar.

Darunter 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 für den Phil and Penny Knight Campus for Accelerating Scientific Impact und weitere 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 zur Erweiterung von Forschungsprogrammen. Im Jahr 2023 flossen 400 Millionen US-Dollar an den 1803 Fund für das Rebuild Albina Projekt in Portland. An die Stanford University gingen mindestens 580 Millionen US-Dollar.

Davon 400 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 für die Knight-Hennessy Scholars, 105 Millionen US-Dollar für das Knight Management Center und 75 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 für die Phil and Penny Knight Initiative for Brain Resilience.

Finanzierungsschub für das Gesundheitswesen

Die wiederholten Großspenden der Knights an Institutionen in Oregon und darüber hinaus spiegeln die Rolle privater Philanthropie bei der Finanzierung von Gesundheits- und Bildungsprojekten wider. Erik Wexler, President und CEO von Providence, nennt die aktuelle Spende einen „bedeutenden und transformativen Meilenstein“ für das Gesundheitswesen im Nordwesten der USA. Dr.

Dan Oseran betont, dass in Zeiten knapper Ressourcen Philanthropie zunehmend genutzt wird, um Lücken zu schließen. Solche Zuwendungen reduzieren Reibungsverluste und ermöglichen Projekte, die sonst nicht realisierbar wären.

Phil Knight sagte, Penny und er hätten „immer geglaubt, dass echte Durchbrüche von Menschen kommen, die bereit sind, die härtesten Herausforderungen anzunehmen.“ Der Historiker Benjamin Soskis kommentiert, die Knights aktualisierten ein bewährtes philanthropisches Vorgehen. Sie verteilen große Summen jetzt und wählen Institutionen aus, die solche Beträge absorbieren können.

Die wiederholten Zuwendungen und die Ausrichtung auf strategische Projekte, etwa spezialisierte medizinische Zentren und langfristige Forschungsprogramme, schaffen Vertrauen. Beobachter erwarten positive Wirkungen auf Forschung, Lehre und Patientenversorgung. Diese Spende könnte einen Präzedenzfall für weitere Großinvestitionen in private Gesundheitseinrichtungen in den USA setzen.