Die Prada Group befindet sich seit Jahrzehnten mehrheitlich in Familienbesitz. Patrizio Bertelli, Ehemann von Miuccia Prada, prägt das Unternehmen maßgeblich. Die Prada Holding, über die Patrizio Bertelli, Miuccia Prada und ihre Söhne den Konzern kontrollieren, hält derzeit 80 Prozent der Anteile am börsennotierten Unternehmen.
Diese Mehrheitsbeteiligung sichert der Familie die Kontrolle über den Konzern. Die Aktien der Prada Group werden seit Juni 2011 an der Börse in Hongkong gehandelt, das Ticker-Symbol lautet 1913.HK.
Strategische Weichenstellung in Hongkong
Der Börsengang in Hongkong im Juni 2011 markierte einen wichtigen Schritt für das Unternehmen. Patrizio Bertelli betonte damals die Bedeutung dieses Moments. Das IPO generierte 2,14 Milliarden US-Dollar, wobei der Ausgabepreis bei 35,50 HKD pro Aktie am unteren Ende der revidierten Spanne lag.
Die Ausübung einer Über-Zuteilungsoption (Over-Allotment) brachte zusätzlich 2,5 Milliarden HKD, das entspricht rund 321,3 Millionen US-Dollar, ein. Dies reduzierte den Anteil der kontrollierenden Prada Holding BV von 82,5 Prozent auf 80 Prozent.
Zum Zeitpunkt des Börsengangs bewertete der Markt das Unternehmen mit 13 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung entsprach dem 22,8- bis 24,4-fachen der prognostizierten Gewinne für 2011. Wettbewerber wie LVMH wurden im Vergleich dazu mit dem 20,1-fachen bewertet.
Bertellis Rolle und die Entwicklung des Konzerns
Patrizio Bertelli fungiert als Vorsitzender des Boards und Executive Director, dieser Stand ist für 2025 ausgewiesen. Andrea Guerra ist als CEO gelistet. Miuccia Prada, Enkelin des Gründers Mario Prada, verantwortet das Design.
Unter ihrer gemeinsamen Führung expandierte Prada in den 1990er-Jahren international. Das Unternehmen erwarb in dieser Periode Beteiligungen an Marken wie Helmut Lang, Jil Sander und Church's. Bereits 1993 wurde die Linie Miu Miu eingeführt.
Später trennte sich Prada teilweise wieder von Beteiligungen, darunter Fendi im Jahr 2005 an LVMH, sowie Helmut Lang und Jil Sander im Jahr 2006. Dies diente unter anderem der Reduzierung von Schulden.
Finanzielle Leistung und Marktpositionierung
Für das Geschäftsjahr 2025 weist die Prada Group einen Gesamtnettoumsatz von 5,7 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 851,936 Millionen Euro aus. Die Marktkapitalisierung wurde in einer Quelle mit 25 Milliarden US-Dollar angegeben. Eine ältere Schätzung aus dem August 2022 bezifferte diese noch auf 14,8 Milliarden US-Dollar.
Die Prada Group betreibt 25 eigene Produktionsstätten und 843 direkt geführte Geschäfte (DOS) in über 70 Ländern, Stand ist der 31. Dezember 2025. Zum Konzern gehören neben Prada die Marken Miu Miu, Church's und Car Shoe.
Die nächste Generation und offene Fragen
Lorenzo Bertelli, Sohn von Miuccia Prada und Patrizio Bertelli, ist seit Mai 2021 Mitglied des Boards der Prada Group. Zuvor war er im Board der Prada Holding aktiv.
Berichte aus dem Jahr 2022 über eine mögliche zweite Börsennotierung in Mailand, mit dem Ziel rund eine Milliarde US-Dollar zu beschaffen, wurden bisher nicht umgesetzt. Jüngere Berichte nennen keine solche zusätzliche Notierung mehr. Im Januar 2026 eröffnete Prada sein größtes Geschäft in Hongkong, im Alexandra House, mit rund 14.000 Quadratfuß Verkaufsfläche über drei Etagen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die strategische Ausrichtung der Prada Group in den kommenden Jahren angesichts des sich verändernden Luxusmarktes und möglicher Nachfolgefragen weiterentwickelt.







