In Berlin-Hellersdorf beginnt der Abriss der Cecilienpassage. Die Primus Immobilien AG veranlasst den Rückbau des seit Jahren maroden und leer stehenden Einkaufszentrums. An dessen Stelle plant das Berliner Unternehmen drei Hochhäuser mit über 200 Mietwohnungen und Gewerbeflächen. Ziel ist eine städtebauliche Aufwertung des Standorts.
Abriss schafft Raum für Neubau
Die Cecilienpassage in Hellersdorf-Süd, nahe dem U‑Bahnhof Kaulsdorf‑Nord, galt als marodes und leer stehendes Nahversorgungszentrum, eine Bauruine und ein „Schandfleck“. Der leer stehende Komplex war wiederholt Ziel von Vandalismus und Brandstiftungen. Die Feuerwehr musste Brände löschen und das Bezirksamt schloss Eingänge wegen wiederholter Brandstiftungen.
Die Primus Immobilien AG, ein Berliner Projektentwickler, erwarb im Mai 2026 die Grundstücke Cecilienplatz 10 und 12. Die Abrissarbeiten begannen am Mittwoch, dem 19. oder 20. August 2026.
Zunächst entnehmen Spezialfirmen Kerne aus Innen‑ und Außenwänden, um Materialien für die Entsorgung zu bestimmen. Diese Entkernung dauert voraussichtlich vier Wochen. Anschließend folgt ein Maschinenabbruch über zwei Monate. Eine andere Quelle nennt eine Gesamtdauer des Abrisses von rund sechs Wochen.
Verhandlungen mit der Eigentümerin des dritten Grundstücks, der PS Grundstücksgesellschaft Pohlstraße 50 mbH (Cecilienplatz 11), laufen parallel. Sebastian Fischer, CEO von Primus, äußert sich zuversichtlich, auch dieses Areal zu erwerben.
Städtebauliche Aufwertung und neue Infrastruktur
Primus entwickelt die Fläche unter der Wohnmarke „Arrive“. Geplant sind drei Hochhäuser, welche laut Berliner Kurier zwölf Geschosse sowie Penthouse‑Etagen umfassen und durch einen zweigeschossigen Sockel verbunden sind. Das Konzept sieht über 200 frei finanzierte Mietwohnungen mit ein bis vier Zimmern vor.
Sozial geförderter Wohnungsbau ist im aktuellen Entwurf nicht vorgesehen. Die Stadt hat dem Bau bereits ohne entsprechende Auflagen zugestimmt.
Im Erdgeschoss sind Gewerbeeinheiten geplant, darunter ein Supermarkt, Läden, Restaurants und ein Café. Der Berliner Kurier spricht von 20 Gewerbeeinheiten und einer Arztpraxis. Zudem sind ein Nachbarschafts‑ oder Bürgertreff, ein Fitnessraum, begrünte Außenanlagen und eine gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse vorgesehen.
Für die Mobilität umfassen die Pläne 142 Tiefgaragenplätze und 385 Fahrradstellplätze.
Der Zugang zum U‑Bahnhof Kaulsdorf‑Nord soll während der Bauarbeiten gewährleistet bleiben. Heike Wessoly (CDU), Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Marzahn‑Hellersdorf, bezeichnete die Entwicklung als „gute Nachrichten“ für den Bezirk. Sie betonte: „Der Cecilienplatz war lange ein Sorgenkind im Bezirk.
Der Abriss schafft die Voraussetzung für eine städtebauliche Aufwertung, die dem gesamten Kiez zugutekommt.“
Mietpreise und Zeitplan
Die alten Baugenehmigungen für ursprünglich 291 Wohnungen laufen im September 2029 aus. Primus beabsichtigt, neue Bauanträge zu stellen und die Pläne anzupassen, orientiert sich dabei aber an den bisherigen Planungen. Der Baubeginn für die neuen Gebäude ist für das zweite Quartal 2027 beziehungsweise den Frühling 2027 vorgesehen.
Eine Fertigstellung wird frühestens für das vierte Quartal 2029 erwartet.
Zu den Mietpreisen erklärte Sebastian Fischer, es sei „schwer, unter 16 Euro Kaltmiete Neubau zu realisieren“. Analysen von Berlin Hyp und CBRE zeigen, dass die Angebotsmieten im Postleitzahlengebiet 12619 zuletzt im Median bei 12,50 Euro pro Quadratmeter lagen. Fischer betonte außerdem: „Wir versuchen keinen Luxuspalast zu realisieren.“
Primus beabsichtigt, die Häuser nach Fertigstellung weiterzuverkaufen.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Die Abrissarbeiten erfolgten nach dem Grundstückserwerb durch Primus. Die folgenden Bauphasen bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2029 werden in den Medien und von Beteiligten aufmerksam verfolgt, insbesondere mit Blick auf die finale Gestaltung der Gewerbeflächen und die konkreten Mietpreise.
Offen bleibt, wann der Kauf des dritten Grundstücks abgeschlossen wird und inwiefern dies die Gesamtplanung beeinflusst. Marktbeobachter richten den Blick auf die weiteren Schritte von Primus und die Entwicklung der Mietpreise in diesem Segment.







