Spekulationen um mögliche Verkaufsgespräche des Diagnostikkonzerns Qiagen mit Private-Equity-Investoren befeuern erneut den Aktienkurs. Insbesondere Gerüchte über ein Interesse von KKR und EQT stützten die Notierungen, nachdem das Unternehmen einen Wechsel an der Spitze bekanntgab. Dies steht im Kontext einer strategischen Überprüfung des Konzerns.
Am Mittwoch stützten die Gerüchte den Aktienkurs von Qiagen. Die Aktie kletterte über die Marke von 37 Euro. Gemeldet wurde ein Anstieg um 2,8 Prozent auf 37,75 Euro sowie ein Plus von rund zwei Prozent.
Auf Tradegate notierte die Aktie mit einem Plus von 1,7 Prozent. Ein Händler verwies auf Berichte über einen kolportierten Verkaufspreis von 50 US-Dollar je Aktie, was derzeit rund 42,84 Euro entspricht. Dieser Preis läge über dem aktuellen Kursniveau.
Strategische Neuordnung und Führungswechsel
Qiagen teilte bereits im Frühjahr mit, strategische Optionen mithilfe von Banken als Berater auszuloten. Nach Unternehmensangaben soll diese Suche unter dem designierten neuen Konzernchef Jonathan Pratt fortgeführt werden. Die Bekanntgabe des CEO-Wechsels am 24.
August 2026 löste zunächst Kursrückgänge aus. Pratt übernimmt den Vorstandsvorsitz des im DAX und TecDAX notierten Unternehmens zum 1. September 2026.
Er folgt auf Interimschef Thierry Bernard, dessen Abschied nach Unternehmensangaben seit Ende 2025 feststand.
Thierry Bernard steht seit März 2020 an der Spitze von Qiagen und begleitet den Übergang bis Jahresende. Am Tag der Bekanntgabe fiel die Aktie um rund 3,1 Prozent auf 36,41 Euro. An diesem Tag wurde Qiagen mit einem Minus von 3,61 Prozent als größter Verlierer im DAX genannt.
Auch am folgenden Handelstag gab der Kurs nach. Die am Mittwoch neu aufgeflammten Übernahmegerüchte stützten den Kurs und kehrten die negative Entwicklung vorerst um.
Das Interesse der Finanzinvestoren
Gerüchte über das Interesse von Finanzinvestoren sind nicht neu. Bereits im Juli berichtete Bloomberg über Gespräche von EQT und KKR mit Qiagen, was damals zu einem deutlichen Kursanstieg führte. Händler äußerten, EQT und KKR hätten womöglich eine eingehende Prüfung des Unternehmens (Due Diligence) eingeleitet. Qiagen wollte die Gerüchte nicht bestätigen.
Im Zuge der CEO-Bekanntgabe bekräftigte das Unternehmen seine Erwartungen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2026. Erwartet wird ein Umsatzwachstum von einem bis zwei Prozent bei konstanten Wechselkursen und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie (währungsbereinigt) von mindestens 2,43 US-Dollar.
Jonathan Pratt bringt laut Unternehmensangaben mehr als 25 Jahre Erfahrung in Life Sciences, Labortechnologien und Gesundheitswesen mit. Er war zuvor CEO der Filtration Group und leitete deren Verkauf an Parker-Hannifin. Zu seinen früheren Stationen zählen laut Unternehmensangaben die Waters Corporation, Beckman Coulter (Teil von Danaher) und Pall Corporation.
Stephen H. Rusckowski, Vorsitzender des Aufsichtsrats, kommentierte, Jon verbinde tiefgreifende Kenntnisse der Märkte mit einer starken internationalen Erfolgsbilanz bei der Stärkung der kommerziellen Umsetzung und der operativen Leistungsfähigkeit.
Ausblick: Bleiben die Gespräche konkret?
Die jüngsten Kursbewegungen zeigen die Sensibilität des Marktes für Übernahmespekulationen im Umfeld strategischer Überprüfungen. Qiagen kommentierte die Gerüchte nicht und hält an der strategischen Überprüfung fest. Offen ist, ob die kolportierte Due Diligence zu einem konkreten Angebot führen wird und wie realistisch der genannte Preis von 50 US-Dollar je Aktie ist.
Die Marktkapitalisierung von Qiagen beläuft sich auf 7,76 Milliarden Euro. Beobachter werden die weitere Entwicklung genau verfolgen, insbesondere den Amtsantritt von Jonathan Pratt und mögliche offizielle Stellungnahmen des Unternehmens zu strategischen Optionen.







