Die US-Immobilienmärkte stehen unter Druck. Ein anhaltendes Angebotsdefizit und die Empfindlichkeit des Marktes gegenüber steigenden Zinsen prägen die Lage. Eine UBS-Studie beleuchtet diese Entwicklung, ihre konkreten Befunde konnten jedoch nicht im Detail geprüft werden, da sie sich hinter einer Paywall befindet.

Die Wechselwirkung aus hoher Nachfrage, unzureichendem Angebot und lokalen politischen Rahmenbedingungen schafft ein komplexes Umfeld für Investoren und Eigentümer.

Das Spannungsfeld zwischen Erschwinglichkeit und Bauaktivität

In den Vereinigten Staaten fehlen mehr als vier Millionen Häuser. Dies erschwert die Gründung neuer Haushalte, verzögert den Erwerb von Eigenheimen und schränkt den langfristigen Vermögensaufbau ein. Realtor.com® analysierte in den „Metro Affordability & Homebuilding Report Cards“ 100 der größten US-Metropolregionen. Die Studie bewertet die Balance zwischen Erschwinglichkeit und Bauaktivität.

Die Bewertung berücksichtigt, ob Immobilien für lokale Einkommen tragbar sind und ob ausreichend neue Häuser gebaut werden, um die zukünftige Nachfrage zu decken. Zehn Metropolregionen erhielten eine „A“-Bewertung für diese Balance.

An der Spitze steht Des Moines, Iowa, mit einer Gesamtpunktzahl von 83,4. Der Medianpreis für ein Haus liegt dort bei 349.903 US-Dollar. Die monatliche Hypothekenzahlung beansprucht 27,5 Prozent des Medianeinkommens, womit sie unter der 30-Prozent-Schwelle bleibt.

Des Moines weist Baugenehmigungen pro Kopf von 1,85 auf, was 85 Prozent mehr als erwartet ist. Die Stadt kombiniert einen hohen Erschwinglichkeits-Score mit solider Bauaktivität. Die Neubauprämie beträgt 23,4 Prozent, was einen niedrigen Wert unter den 100 untersuchten Metropolen darstellt.

Raleigh, North Carolina, folgt auf Platz 2 mit einer Gesamtpunktzahl von 82,8. Die Stadt zeigt eine besonders starke Bauaktivität: Baugenehmigungen pro Kopf erreichen 2,51. Die Neubauprämie liegt bei minus 1,3 Prozent, was bedeutet, dass Neubauten dort im Durchschnitt günstiger sind als Bestandsimmobilien.

Weitere A-bewertete Metropolregionen sind unter anderem Columbia (South Carolina), Houston, Indianapolis, Austin, Jacksonville (Florida), Oklahoma City, Palm Bay (Florida) und Columbus (Ohio).

Überhitzung und mangelndes Angebot in den Hotspots

Am anderen Ende der Skala finden sich 13 Metropolregionen mit der Note „F“. Los Angeles belegt mit einer Gesamtpunktzahl von 12,0 den letzten Platz. Der Medianpreis für ein Haus in Los Angeles liegt bei 1.129.415 US-Dollar.

Unter den im Bericht angenommenen Parametern (zehn Prozent Anzahlung, 30-jährige Hypothek mit 6,5 Prozent Zinsen) würde die monatliche Hypothekenzahlung 84,4 Prozent des Medianeinkommens ausmachen. Dies schränkt die Erschwinglichkeit dort stark ein. Die Baugenehmigungen pro Kopf liegen in Los Angeles bei 0,47, weniger als die Hälfte des nationalen Durchschnitts.

Zu den weiteren „F“-bewerteten Regionen zählen New York City, Honolulu, Boston und San Francisco. Danielle Hale, Chefökonomin bei Realtor.com®, fasst die Verbindung von Bauaktivität und Erschwinglichkeit prägnant zusammen: „Homebuilding and affordability are inseparable, and if we want to improve affordability in a lasting way, we need to build more homes. The metros at the top of these rankings show that buyers benefit most when communities pair homes that are attainable for today’s local earners with enough new construction to support tomorrow's demand.“

Der Einfluss lokaler Politik und weiterer Kostenfaktoren

Lokale Wohnungspolitik, etwa Bebauungspläne und Genehmigungsprozesse, trägt zu den regionalen Unterschieden bei. Boston verfügt über viermal so viele Seiten an Bebauungsrecht wie Austin. In Boston unterliegen 79 Prozent des Landes der Zonenplanung, in Austin nur 15 Prozent. Mindestparkplatz-Vorschriften gelten für 88 Prozent des Bostoner Landes, während es in Austin 37 Prozent sind.

Hinzu kommen steigende Nebenkosten: Seit 2020 sind diese in den USA um 38 Prozent gestiegen. Gabe Grosberg, Managing Director bei S&P Global, bezeichnet diese Entwicklung als „something we’ve never seen before“. Sarah Sullivant, S&P Sector Lead for Americas public finance, warnt: „We’re seeing this dynamic playing out where utility rates are high compared to household income.

Over time, this cycle could reduce flexibility for public finance entities.“

Auch Homeowners Association (HOA)-Gebühren belasten Haushalte. Florida beherbergt sieben der zehn US-Metropolregionen mit den höchsten HOA-Gebühren im Verhältnis zur Hypothekenzahlung. National liegt die mittlere monatliche HOA-Gebühr bei 135 US-Dollar.

In Miami beträgt die Median-HOA-Gebühr 617 US-Dollar pro Monat, was 26,9 Prozent der Hypothekenzahlung ausmacht. Als Gründe für die hohen Gebühren in Florida nennt die Recherche unter anderem den hohen Anteil an Eigentumswohnungen und Neubausiedlungen, gestiegene Versicherungskosten sowie strengere Inspektions- und Rücklagenanforderungen nach dem Surfside-Einsturz 2021.

Globale Investitionsströme und aufkommende Risiken

Neben dem US-Wohnmarkt zeigen sich in globalen Gewerbeimmobilienbewegungen deutliche Verschiebungen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen grenzüberschreitende Investitionen in Gewerbeimmobilien weltweit um 56 Prozent auf 71,8 Milliarden US-Dollar. In Asien vervierfachten sie sich auf 19,3 Milliarden US-Dollar, in Europa stiegen sie um 31 Prozent auf 39,9 Milliarden US-Dollar.

Singapur rangiert mit 8,7 Milliarden US-Dollar grenzüberschreitendem Volumen an erster Stelle.

Als Treiber nennt JLL ein Wiederaufleben des Bürosektors, insbesondere in Metropolen wie London und Mailand. Fraser Bowen, Director im Kapitalmarktgeschäft von JLL, kommentiert: „There was a re-emergence of the office sector“. Er ergänzt, dass die Volumina „always pretty well correlated to interest rates“ seien.

JLL weist zudem darauf hin, dass steigende Kreditkosten die Aktivität in der zweiten Jahreshälfte dämpfen könnten.

Eine weitere Analyse von Sona Asset Management beschreibt Vernetzungsrisiken im KI-Ökosystem. Die Marktkapitalisierung von 255 öffentlichen KI-Unternehmen wird mit rund 50 Billionen US-Dollar angegeben, ihre kumulierte Verschuldung mit fast sechs Billionen US-Dollar. Die Autoren warnen vor „opaque and concentrated exposures, counterparties linked in complex ways that few have mapped“.

Finanzielle Risiken verorten sie „one ring out from the core“ bei Neoclouds und Datacenter-Plattformen mit höherem Leverage, dünneren Margen und schwächeren Cashflows.

Ausblick: Anpassungsbedarf und veränderte Marktbedingungen

Die vorliegenden Daten zeigen regionale Engpässe bei Angebot und Erschwinglichkeit in den USA sowie veränderte internationale Kapitalflüsse. Die Entwicklung der Märkte hängt maßgeblich von Zinssätzen, der Bauaktivität und lokalen Regulierungen ab. JLL und andere Marktbeobachter sehen steigende Kreditkosten als eine Bremse für Transaktionsvolumina im weiteren Verlauf des Jahres.

Die Auswirkungen gestiegener Nebenkosten und höherer HOA-Gebühren auf kommunale Finanzen und die Attraktivität von Wohnstandorten bleiben weiterhin Gegenstand der Beobachtung.

Für Investoren und Eigentümer bleibt die genaue Beobachtung regionaler Indikatoren und eine differenzierte Risikoanalyse relevant.