Das Düsseldorfer Kaufhof-Gebäude an der Königsallee 1–9 hat den Eigentümer gewechselt. Nach einem Bieterverfahren erhält die Redevelop Group den Zuschlag für die Einzelhandelsimmobilie. Verkäufer ist die aus dem Portfolio der insolventen Signa Group stammende Gesellschaft.

Der Kaufvertrag wurde nach Angaben von Redevelop-Geschäftsführer Lennard Maas am vergangenen Freitag beurkundet. Parallel dazu stellte der Mieter Galeria den vierten Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.

Erwerb des Düsseldorfer Kaufhof-Gebäudes

Die Redevelop Group mit Hauptsitz in Amsterdam erwirbt das rund 45.000 Quadratmeter große Kaufhof-Gebäude an der Königsallee. Das Gebäude, ein Baudenkmal, wurde zwischen 1907 und 1909 nach Plänen des Architekten Joseph Maria Olbrich für den Kaufmann Leonhard Tietz errichtet und trug ursprünglich dessen Namen. Der Verkauf erfolgt aus dem Bestand der insolventen Signa Group, deren Gründer René Benko seit Januar in Wien in Untersuchungshaft sitzt.

Lennard Maas bestätigt den Verkauf gegenüber der Rheinischen Post. Der Kaufpreis ist nicht öffentlich. In Branchenkreisen kursierten jedoch Spekulationen über Beträge im Bereich von etwa 125 bis 165 Millionen Euro.

Redevelop Group spezialisiert auf Warenhausumbau

Die Redevelop Group wurde im Frühjahr 2025 gegründet und unterhält neben dem Sitz in Amsterdam Standorte in Münster, Frankfurt und München. Das Unternehmen nennt als Geschäftsmodell den Umbau von Warenhäusern. Zuvor hatte Redevelop bereits das frühere Horten-Kaufhaus in Trier erworben. Dort ist ein Umbau zu einem gemischt genutzten Wohn- und Geschäftsgebäude geplant.

Maas erklärt, das Unternehmen sei bereit, Galeria als Mieter zu behalten und das Warenhauskonzept fortzuführen. Sollte die jüngste Galeria-Insolvenz zum Ende des Konzerns führen, verfüge man über weitere Pläne. Diese dürften aus vertraglichen Gründen nicht öffentlich genannt werden.

Verkaufsprozess inmitten der Signa-Krise

Der Verkaufsprozess zog sich über anderthalb Jahre hin, länger als ursprünglich erwartet. Die Veräußerung steht im Zusammenhang mit der Abwicklung der Signa Group. Berichte nennen für René Benko Schulden in Höhe von fast 14 Milliarden Euro.

Insolvenzverwalter Torsten Martini von der Kanzlei Görg ließ über seinen Sprecher mitteilen, dass Fragen vertraulich behandelt würden und er sich dazu nicht äußere.

Die Transaktion gehört zu den Bemühungen, Vermögenswerte aus dem Benko-Imperium zu monetarisieren, um Gläubiger zu bedienen. Die Lage des Mieters Galeria erschwert die Bewertung und die Planbarkeit für den Standort zusätzlich.

Zukunftsperspektiven an der Kö

Die konkreten Pläne der Redevelop Group für das Objekt sind laut Maas vertraglich bisher nicht kommunizierbar. Lokalpolitiker wie Alexander Fils, Vorsitzender des Planungsausschusses des Düsseldorfer Stadtrats, fordern eine hochwertige Neuausrichtung mit Gastronomie und einem abgeleiteten Sortiment. Er sprach sich zudem für die Wiederherstellung des zentralen Lichthofs mit einer Glaskuppel aus.

Ob Redevelop das Warenhauskonzept fortführt oder andere Nutzungsmöglichkeiten prüft, wird von der weiteren Entwicklung der Galeria-Insolvenz abhängen. Offene Fragen zum endgültigen Kaufpreis und zu konkreten Entwicklungskonzepten bestimmen die Diskussion in den kommenden Monaten.