Großspender aus der Kryptobranche statten die rechtspopulistische Reform UK mit Rekordsummen aus. Zwei Krypto-Milliardäre überweisen der Partei um Nigel Farage insgesamt 72 Millionen Pfund. Diese Spenden – die größte jemals an eine britische Partei gezahlte Summe – erfolgen inmitten einer polizeilichen Untersuchung wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Regeln zu Auslandsspenden gegen Reform UK.
Die rechtspopulistische Partei Reform UK, angeführt von Brexit-Wahlkämpfer Nigel Farage, hat von zwei Kryptowährungs-Milliardären, Ben Delo und Christopher Harborne, jeweils 36 Millionen Pfund erhalten. Die Zuwendungen summieren sich auf 72 Millionen Pfund, was etwa 83 Millionen Euro oder rund 97 Millionen US-Dollar entspricht.
Diese Summe übertrifft die bisherige Rekordspende von 10 Millionen Pfund, die John Sainsbury einst an die Konservativen zahlte.
Strategische Finanzspritzen vor der Wahl
Die Spenden fallen in eine Zeit, in der Reform UK mit Vorwürfen zu illegalen Spenden und einer laufenden Untersuchung konfrontiert ist. Ben Delo begründet sein Engagement mit dem Wunsch nach einem „fair fight“ und einem „level playing field“. Reform UK solle sich auf Regierungsvorbereitungen konzentrieren, so Delo.
Die nächste Parlamentswahl im Vereinigten Königreich steht spätestens im August 2029 an.
Nach der berichteten Struktur der Zahlungen würde Delos Beitrag Reform UK rechnerisch mit etwa einer Million Pfund pro Monat bis zur spätestens möglichen Wahl im August 2029 ausstatten. Christopher Harborne, der zuvor bereits neun Millionen Pfund an Reform UK spendete und Nigel Farage 2024 ein persönliches Geschenk von fünf Millionen Pfund zukommen ließ, kündigte eine weitere Spende in Höhe von 36 Millionen Pfund an. Er bezeichnete seine Zuwendung als ein „philanthropic gift“ an das Land.
Die Akteure und ihre Motivationen
Ben Delo ist Mitbegründer der Kryptowährungsplattform BitMEX. Er bekannte sich 2022 schuldig wegen Verstoßes gegen den US Bank Secrecy Act; 2025 wurde er von Donald Trump begnadigt. Delo, der zuvor in Hongkong lebte, ist laut Berichten wieder ins Vereinigte Königreich zurückgekehrt. Er erklärt, dass Zeit und Geld erforderlich sind, um durchdachte Politik und Gesetzesentwürfe zu entwickeln.
Nigel Farage sagte, er fühle sich „honoured and humbled that Ben Delo has shown such confidence in Reform“. Er betonte laut Berichten, dass Delo und Christopher Harborne eine Regierung wollen, „that will fix Britain“.
Kritik und Kontroversen
Die Spenden stießen auf Kritik. Lisa Smart von den Liberal Democrats äußerte, „Nigel Farage wants to bring Trump’s America to our shores by buying his way into power“ und ergänzte: „He’s trying to get into Number 10 as if it’s a stop on a monopoly board.“ Kemi Badenoch (Conservative Party) kommentierte: „You can buy staff and advertising, but you can’t buy judgement or integrity.“
Ein Sprecher der Labour Party forderte Reform UK auf, die Fragen zu „sleaze, criminal mates and dodgy finances“ nicht zu umgehen.
Die Zuwendungen erfolgen parallel zu einer Untersuchung des Metropolitan Police Service. Diese wurde nach einer Undercover-Recherche von Channel 4 News zu möglichen Versuchen, Auslandsspenden zu verschleiern, eingeleitet. Die Berichte führten bereits zu Rücktritten von Senior-Mitarbeitern der Partei.
Parallele Entwicklungen und Zukunftsaussichten
Die Vorgänge in Großbritannien sind Teil breiterer Debatten um Politik und Krypto. In den USA scheiterte der Gesetzentwurf „Clarity Act“ im Senat; die Abstimmung zur Weiterleitung scheiterte mit 49 zu 50 Stimmen. Branchennahe Lobbyarbeit der Kryptoindustrie für die Wahlen 2024 und 2026 wird in Berichten mit mehr als 300 Millionen US-Dollar beziffert.
Senator Mark Warner, der an Abschnitten des „Clarity Act“ zu illegaler Finanzierung mitarbeitete, warnte davor, dass der Präsident seine Amtsmacht nutzen könnte, um eigene Krypto-Bestände zu begünstigen. Die Begnadigung Delos durch Donald Trump 2025 und Trumps eigenes Geschäft mit der Krypto-Münze „$Trump“ (Berichten zufolge Einnahmen von über 630 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr) werden in den Quellen im Zusammenhang mit einer krypto-freundlichen Politik Trumps diskutiert.
Analysten beobachten, wie die Rekordspenden die britische politische Landschaft beeinflussen. Die Debatte über Spendenobergrenzen und die Transparenz politischer Finanzen im Vereinigten Königreich dürfte durch die Finanzierung und die laufende Untersuchung angefacht werden. Wie Wähler auf die Krypto-Finanzierung reagieren und wie sich die Ermittlungen entwickeln, bleibt abzuwarten.







