Ein deutsches Deeptech-Startup, das sich auf die Entwicklung effizienterer Gaskraftwerkstechnologie spezialisiert hat, schließt eine Finanzierungsrunde von rund 150 Millionen Euro ab. Reverion aus Bayern gewinnt damit neue Investoren wie die Allianz, die KfW, Aurum Impact und Carbon Equity. Der Bestandsinvestor UVC Partners ist ebenfalls an dieser Runde beteiligt.
Die Finanzierung unterstreicht das wachsende Interesse an Technologien für eine flexible und effiziente Energieversorgung.
Reverion entwickelt eine Technologie zur effizienteren Stromerzeugung. Das Kernprodukt bildet ein Container mit einer Brennstoffzelle, die Wasserstoff oder Erdgas in Strom umwandeln kann. Das Geschäftsmodell adressiert den steigenden globalen Stromverbrauch, der unter anderem durch Rechenzentren, Elektroautos und Wärmepumpen getrieben wird.
Politische Initiativen, wie der geplante Aufbau neuer Gaskraftwerke in Deutschland, begünstigen zudem solche Lösungen.
Potenzial im Deeptech-Segment
Nach Einschätzung von UVC Partners übertrifft die Bewertung von Reverion vergleichbare Marktteilnehmer, die bereits Bewertungen in Milliardenhöhe erreichen. Johannes von Borries, Managing Partner bei UVC Partners, kommentiert: „Reverion übertrifft ähnliche Akteure auf dem Markt, die Bewertungen in Milliardenhöhe erreicht haben. Das zeigt deutlich, dass Europa im Bereich Deeptech nicht nur mithalten, sondern sogar die Führung übernehmen kann.“
Das Startup ist ferner für den Deutschen Zukunftspreis nominiert.
Interessanterweise wird die KfW in den vorliegenden Quellen als direkter Investor bei Reverion genannt. Bei Proxima Fusion hingegen war KfW Capital beteiligt. Dies verdeutlicht unterschiedliche Beteiligungsstrukturen bei staatlichen Förderbanken.
Kontext und Marktentwicklungen
Die Finanzierung von Reverion reiht sich in eine Serie größerer Investitionen in die europäische Deeptech- und Cleantech-Branche ein. Proxima Fusion, ein Münchner Deeptech-Startup für Fusionskraftwerke, erhielt 411 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde, woraus sich eine Gesamtfinanzierung von über 650 Millionen Euro und eine Unternehmensbewertung von 2,4 Milliarden Euro im Juli 2026 ergibt. INERATEC sicherte sich im Januar 2024 eine Serie B Finanzierung über 118 Millionen Euro für CO2-neutrale E-Fuels.
Parallel dazu erhielt STABL Energy, ein Münchner Startup für Batteriespeicher aus gebrauchten Autobatterien, im August 2023 eine Wachstumsfinanzierung von 15 Millionen Euro.
Diese Entwicklungen spiegeln einen erhöhten Kapitalfluss in Technologien für die Energiewende und die Stromversorgung wider. Gleichwohl ist das Marktumfeld nicht ohne Herausforderungen. Das Cleantech-Startup Efficient Energy aus Feldkirchen meldete im Juni 2023 Insolvenz an, obwohl Berichte von einer positiven Produktentwicklung und vollen Auftragsbüchern sprechen.
Der Fall unterstreicht Risiken und Herausforderungen im Deeptech-Sektor, auch bei hohen Investitionen in einzelne Unternehmen.
Ausblick und weitere Schritte
Die genaue Verwendung der Finanzmittel durch Reverion wird in den vorliegenden Quellen nicht detailliert beschrieben. Es bleibt somit offen, wie schnell das Unternehmen seine Technologie in den Markt integrieren und welche konkreten Projekte daraus folgen werden. Ebenso ist die exakte Rolle der Brennstoffzellen-Technologie des Startups beim Umbau der Energieinfrastruktur, insbesondere vor dem Hintergrund der geplanten Gaskraftwerke in Deutschland, bisher nicht vollständig ersichtlich.
Marktexperten werden die Integration und Skalierung der Reverion-Technologie in den kommenden Monaten aufmerksam verfolgen.







