Der Lebensmittelhändler Rewe verstärkt sein Engagement als Käufer von Immobilien im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Gleichzeitig zeigen Investoren wieder ein gestiegenes Interesse an LEH-Immobilien, obwohl der Geldumsatz in diesem Marktsegment im ersten Halbjahr hinter dem Vorjahr zurückbleibt.

Rewe im Immobilienmarkt

Rewe positioniert sich als besonders aktiver Akteur im LEH-Immobilienmarkt. Der 21. Hahn Retail Real Estate Report bestätigt dieses gestiegene Investoreninteresse an der Asset-Klasse.

Eine detaillierte Quantifizierung von Rewes Käufen oder dem Investitionsvolumen ist aus den verfügbaren Quellen nicht ersichtlich. Trotz des wiedererstarkten Interesses der Investoren liegt der Geldumsatz im LEH-Immobilienmarkt im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres unter dem Vorjahresniveau.

Globale Immobiliendynamiken

Parallel zu den Entwicklungen im LEH zeigen sich auf internationalen Märkten unterschiedliche Muster. In Singapur rücken Büro- und Einzelhandelsimmobilien wieder stärker in den Fokus der Investoren. Sinkende Kreditkosten und ein begrenztes Angebot stützen diese Entwicklung.

Im ersten Halbjahr 2026 machen Büroimmobilien 33 Prozent und Einzelhandelsimmobilien 18 Prozent der Investitionsverkäufe aus. Das Transaktionsvolumen erreicht im ersten Halbjahr 35,2 Milliarden US-Dollar und übertrifft damit die 33 Milliarden US-Dollar des gesamten Jahres 2025. Die durchschnittlichen Nettoerträge für erstklassige Büro- und Einzelhandelsimmobilien liegen dort bei 3,5 bis 4,5 Prozent.

Savills prognostiziert für 2026 Gesamtinvestitionsverkäufe von 55 bis 60 Milliarden US-Dollar, während Colliers über 40 Milliarden US-Dollar erwartet.

In San Francisco erfährt der Einzelhandel am Union Square eine Wiederbelebung durch private Investitionen. Die Gegend war zuvor von Leerstand geprägt. Das junge Unternehmen Uris Acquisitions, geführt von Max Raskin und Ian Jacobs, hat seit Anfang 2025 Immobilien im Union Square im Umfang von 75 Millionen US-Dollar erworben.

Daniel Lurie, seit Januar 2025 Bürgermeister von San Francisco, trägt laut Quellenangaben zur Verbesserung der Sicherheit und Attraktivität der Stadt bei. Überdies ist in diesem Jahr die Wiedereröffnung von Uniqlo am Union Square geplant. Der Büroimmobilienmarkt zeigt weiterhin Belastungen.

Verkäufe im Stadtzentrum liegen 2024 bei durchschnittlich 310 US-Dollar pro Quadratfuß, was nahezu zwei Drittel unter dem Durchschnitt von 861 US-Dollar im Jahr 2018 ist.

Infrastrukturinvestitionen und alternative Asset-Klassen

Die Schwarz-Gruppe, Eigentümerin von Lidl, plant Investitionen in ein Rechenzentrum in Norddeutschland von bis zu 5,6 Milliarden Euro (6,5 Milliarden US-Dollar) bis 2033. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Bis 2033 soll eine Kapazität von 240 Megawatt erreicht werden, mit Potenzial zur Erweiterung auf ein Gigawatt bis 2045.

In Tokio erwerben Keppel DC REIT und Keppel 90 Prozent der Anteile an zwei Hyperscale-Rechenzentren in Inzai City für 190 Milliarden Japanische Yen (1,19 Milliarden US-Dollar). Loh Hwee Long, CEO des Managers von Keppel DC REIT, beschreibt die Akquisition als Erwerb mit unmittelbaren Erträgen und Wachstumspotenzial.

Der britische Self-Storage-Sektor weist ein Marktvolumen von über 1,3 Milliarden Pfund auf. Marcus und Millichap vermittelten den Verkauf von Pleasant Storage, einer Self-Storage-Anlage mit 231 Einheiten in Rockland, Massachusetts. Die Transaktion erfolgte mit einer Cap Rate unter fünf Prozent.

Nathan Coe von Marcus und Millichap hebt den anhaltenden Anlegerappetit auf stabilisierte Self-Storage-Anlagen hervor.

Im Bereich Industrie- und Logistikimmobilien beschreibt die Recherche einen Strategiewechsel von Just-in-Time (JIT) zu Just-in-Case (JIC). Dies führt zu einer stärkeren Platzierung von Inventar näher am Verbraucher und zu einer Verlagerung hin zu regionalen Inland-Hubs. Ruben Ramirez von CBRE bezeichnet Unterbrechungen als „neue Normalität“, und John Kirkman von CBRE beschreibt, wie sich Hubs in der Mitte der USA entwickeln.

Ausblick: Konkurrenz und Marktverschiebung

Die vorliegende Quellenlage zeigt Rewe als aktiven Käufer im LEH-Immobilienmarkt und ein allgemeines Wiedererstarken des Investoreninteresses an dieser Asset-Klasse. Gleichwohl bleibt das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr hinter dem Vorjahr zurück. Offen bleibt, ob andere große Handelsketten diesem Beispiel folgen und wie sich dies auf Verfügbarkeit sowie Preise von LEH-Immobilien für externe Investoren auswirkt.

Ebenfalls ungeklärt sind der konkrete Umfang von Rewes Investitionen und die langfristigen Auswirkungen auf Mietvertragsstrukturen im Einzelhandel. Analysten werden die Entwicklung genau beobachten, um die Implikationen für die Marktstruktur zu bewerten.