Die Einführung der neuen Uhrenfamilie „Perpetual Padellone“ markiert einen strategischen Schritt von Rolex unter CEO Jean-Frédéric Dufour. Das Unternehmen besinnt sich damit auf sein historisches Erbe komplizierter Uhren und kehrt nach über 70 Jahren in die Kategorie mit Jahreskalender und Mondphase zurück. Die Neuvorstellung erfolgte außerhalb der traditionellen Uhrenmessen, eine sogenannte „off-cycle“-Präsentation.
Dies signalisiert eine gezielte Ansprache von Sammlern und Kennern.
Rolex’ Rückbesinnung auf technisches Erbe
Mit der Perpetual Padellone zitiert Rolex historische Modelle wie die Referenz 8171 sowie Modelle mit Dreifachkalender und Mondphase. Der Name „Padellone“ (italienisch für „große Bratpfanne“) war ursprünglich ein Sammler-Spitzname für die Referenz 8171, der sich auf ihr 38 Millimeter Gehäuse bezog. Rolex hat diesen Spitznamen erstmals offiziell für eine neue Modellreihe übernommen.
Hodinkee wertet dies als ersten Fall, in dem ein Rolex Modell seinen Namen direkt von einem Sammler-Spitznamen ableitet.
Die Perpetual Padellone ist mit einem Jahreskalender und einer Mondphasenanzeige ausgestattet. Der Jahreskalender ist ein „instantaneous annual calendar“. Er muss einmal jährlich Ende Februar manuell korrigiert werden.
Im Inneren arbeitet das Kaliber 7190 (5 Hertz), das als Weiterentwicklung des Kalibers 7135 beschrieben wird. Das Kaliber 7135 war zuvor unter anderem im Land-Dweller mit Dynapulse-Hemmung eingeführt worden.
Die Padellone wird in 18 Karat Everose Gold oder 950 Platin angeboten. Der Einstiegspreis für die Goldversion liegt bei rund 49.150 Pfund. Das Modell weist einen Durchmesser von 39 Millimetern und eine Gehäusehöhe von 12,2 Millimetern auf.
Die Vorstellung der Perpetual Padellone fällt mit dem 100-jährigen Jubiläum des Rolex Oyster Gehäuses zusammen. Das Oyster Gehäuse wurde 1926 eingeführt und ist für seine Wasserdichtigkeit bekannt. Die historische Referenz 8171 war hingegen nicht wasserdicht.
Marktwert und Produktionsstrategie
Rolex gilt als das größte Uhrenunternehmen weltweit. Für das Jahr 2025 werden die Großhandelsumsätze von Rolex auf etwa 11 Milliarden Schweizer Franken geschätzt, der geschätzte Einzelhandelsumsatz auf rund 16 Milliarden Schweizer Franken. Die Produktionszahl für 2025 wird auf etwa 1,15 Millionen Uhren geschätzt.
Der Sekundärmarkt spielt eine Rolle. Der geschätzte Wert des Rolex Gebrauchtmarktes für 2025 liegt bei etwa 5,6 Milliarden US-Dollar. Rolex ist seit 2022 mit dem Programm „Rolex Certified Pre-Owned“ (RCPO) aktiv. Das Unternehmen soll bis 2025 über zehn Prozent dieses Gebrauchtmarktes bedienen.
Dufours strategische Impulse und der Kontext des Marktes
Jean-Frédéric Dufour ist CEO von Rolex. Die Perpetual Padellone ist nicht die erste Neuerscheinung, die außerhalb traditioneller Messen präsentiert wurde. In der Vergangenheit nannte die Berichterstattung unter anderem die Daytona Le Mans, die Deepsea Challenge in Titan und die Deepsea D-Blue Dial als vergleichbare seltene Veröffentlichungen.
Solche „off-cycle" Präsentationen heben Medienberichte als besondere Kommunikationsformate hervor.
Die Vorstellung der Padellone steht zudem im Kontext einer Debatte über Zifferblätter. In der Berichterstattung zur Daytona 126502 mit ihrem Emaille Zifferblatt wurde diskutiert, ob es sich um „True Grand Feu Emaille“ handelt. Stimmen in der Branche sehen in der Diskussion um Zifferblätter ein Indiz dafür, dass das Zifferblatt 2026 eine zentrale Rolle für Status und Differenzierung spielt.
Die Neuvorstellungen deuten auf eine Diversifizierung des Angebots über die stark nachgefragten Sportmodelle hinaus. Sie signalisieren eine stärkere Bezugnahme auf historische Referenzen und Komplikationen.
Ausblick: Rolex’ Weg jenseits des Sportuhren-Mainstreams
Die Perpetual Padellone wurde im September 2026 vorgestellt. Die Entscheidung, einen Sammler-Spitznamen offiziell zu verwenden und Modelle außerhalb der üblichen Messezyklen zu lancieren, kennzeichnet die aktuelle Kommunikations- und Produktstrategie von Rolex. Beobachter werten dies als Versuch, die Exklusivität der Marke zu unterstreichen und gleichzeitig eine Brücke zum historischen Erbe zu schlagen.
Dies könnte die Positionierung von Rolex im Luxussegment weiter festigen und das Interesse von Sammlern sowie Investoren an technischer Uhrmacherkunst neu beleben.







