Die Volatilität des Bitcoin-Kurses befindet sich laut Fundstrat Global Advisors nahe historischer Tiefststände. Die Kursbewegungen der Kryptowährung der letzten 30 Tage zählen zu den geringsten jemals beobachteten. Das Analysehaus prognostiziert für Bitcoin eine Bewegung von rund 30 Prozent oder mehr innerhalb der kommenden 60 Tage.

Diese Prognose bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Größenordnung des Ausschlags und lässt die Richtung offen.

Historische Muster deuten auf Bewegung hin

Sean Farrell, Leiter der Digital-Asset-Strategie bei Fundstrat, betont, dass Phasen geringer Volatilität historisch oft deutlichen Kursbewegungen vorausgingen. In acht vergleichbaren historischen Episoden mit niedriger Volatilität lag die mediane absolute Kursbewegung über 60 Tage bei 30,2 Prozent. Vier dieser Episoden endeten mit Kursgewinnen, vier mit Kursverlusten.

Analysten machten ähnliche Beobachtungen bereits Anfang Juni und Anfang Juli. Damals begünstigten Short-Positionen zunächst Kursgewinne, die später wieder verblassten. Die aktuelle Ruhe am Markt zeigt sich auch im 30-Tage-Implied-Volatilitätsindex (BVIV). Dieser fiel wieder unter 36 Prozent, nachdem er Anfang der Woche noch bei fast 39 Prozent notiert hatte.

Aktuell bewegt sich der Bitcoin-Kurs um 64.000 US-Dollar. Basierend auf Fundstrats Prognose würde eine Bewegung von rund 30 Prozent von diesem Niveau aus einen Anstieg auf etwa 83.200 bis 83.360 US-Dollar oder einen Rückgang auf etwa 44.800 bis 44.890 US-Dollar bedeuten. Diese hypothetischen Kursziele sind Extrapolationen der Medien aus der prognostizierten prozentualen Bewegung und stammen nicht direkt von Fundstrat.

Kapitalströme und regulatorische Einflüsse

Die jüngste Kursentwicklung zeigt ein gemischtes Bild. Bitcoin erholte sich am Montag um über zwei Prozent, verzeichnete jedoch seit Jahresbeginn einen Verlust von fast 27 Prozent. Parallel dazu fiel das Coin-denominierte Open Interest für Perpetual Futures um rund acht Prozent, während die Bitcoin-Preise stiegen. Das deutet auf einen Abbau bärischer Positionen hin.

Das gesamte Open Interest von Bitcoin stieg indes um mehr als drei Prozent auf 765.000 Bitcoin, begleitet von einem negativen kumulativen Volumendelta. Marktbeobachter werten dies als Hinweis auf eine schwache Aufwärtsdynamik, da der Anstieg des Open Interests hauptsächlich durch Short-Positionen getrieben wurde.

Die anhaltenden Nettoabflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs belasten den Markt. In der vergangenen Woche verzeichneten diese Produkte Abflüsse von 390 Millionen US-Dollar. Zuvor gab es an aufeinanderfolgenden Tagen Abflüsse von 192 Millionen US-Dollar. Im zweiten Quartal 2026 summierten sich die Nettoabflüsse auf 4,89 Milliarden US-Dollar.

Ein signifikantes Ereignis war die Meldung, dass Intesa Sanpaolo ihre Position im iShares Bitcoin Trust von BlackRock um 94 Prozent reduziert hat. Zugleich erwarb die Bank eine Beteiligung an SpaceX im Wert von 966,42 Millionen US-Dollar. SpaceX selbst hält 18.712 Bitcoin in seiner Unternehmensbilanz.

Im Bereich der institutionellen Adaption gab es ein weiteres Signal: JPMorgan ist die erste große US-Bank, die Bitcoin und Ethereum als Kreditsicherheit akzeptiert. Im regulatorischen Umfeld in den USA gab es zugleich einen Rückschlag. Die Wahrscheinlichkeit für die Verabschiedung des CLARITY Acts, der einen Rahmen für Stablecoins schaffen sollte, fiel bis zum 17.

August auf rund zehn Prozent, nachdem sie Anfang August noch bei 27 bis 35 Prozent lag. Das faktische Scheitern des Gesetzes vor der Sommerpause der US-Politik ist damit eingetreten.

Ausblick: Makro-Events und weitere Entwicklungen

Die kommenden Wochen könnten weitere Impulse für den Kryptomarkt liefern. Am 27. bis 29. August findet das Jackson Hole Wirtschaftssymposium statt, das als nächster struktureller Richtungspunkt für die globale Finanzpolitik gilt.

Zudem ist ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Krypto-Branche angekündigt, gefolgt von einer Sitzung der US-Aufsichtsbehörde CFTC zur Regulierung. Diese Ereignisse könnten neue politische und regulatorische Signale für den digitalen-Asset-Sektor setzen.

In Südkorea meldeten Kryptobörsen wie Upbit und Bithumb für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von rund 49 Prozent. Dunamu, die Muttergesellschaft von Upbit, bereitet einen Zusammenschluss mit Naver Financial vor und peilt mittelfristig einen Börsengang an. Bithumb arbeitet auf einen Börsengang im Jahr 2028 hin.

Diese Entwicklungen zeigen unterschiedliche Dynamiken in den globalen Kryptomärkten und die anhaltenden Bemühungen der Unternehmen, sich trotz Volatilität und regulatorischer Unsicherheiten strategisch zu positionieren. Analysten werden die Reaktion des Bitcoin-Kurses auf das globale makroökonomische Umfeld und politische Entscheidungen beobachten.