Signify, der Mutterkonzern von Philips Hue, erweitert das Ökosystem seiner Smart-Home-Beleuchtung um neue KI-Funktionen und eine Integration mit Nanoleaf-Produkten. Ab Anfang September 2026 implementiert das Unternehmen mehrere Neuerungen. Dazu gehören ein KI-Assistent zur Automatisierung in der Philips-Hue-App sowie ein separates Modul zur Steuerung kompatibler Nanoleaf-Lichtpaneele über die Hue-App.
Parallel zu den Software- und Interoperabilitäts-Elementen präsentiert Signify neue Hardware. Dies umfasst einen flexiblen 360-Grad-Lichtschlauch mit Omniglow-Technik sowie Erweiterungen für die TV-Lichtsynchronisation. Letztere beinhalten ein kamerabasiertes System und die HDMI Sync Box 4K.
KI-gesteuerte Automatisierung und erweiterte Synchronisation
Ein Kernstück der neuen Software-Funktionen bildet die Einführung von „Custom AI Behaviours“ innerhalb der Philips-Hue-App. Dieser KI-Assistent vereinfacht die Erstellung von Automatisierungen in der Philips-Hue-App für Nutzer.
Für die App ist zudem eine Backup-Funktion geplant. Ein konkreter Zeitplan dafür steht laut Herstellerangaben noch aus.
Im Bereich der TV-Synchronisation stellt Philips Hue eine dritte Synchronisationsmöglichkeit vor: „Philips Hue Play Screen Sync“. Dieses System arbeitet mit einer Fischaugenkamera, die den Bildschirminhalt analysiert und die Beleuchtung im Raum anpasst. Ein Vorteil dieser Methode ist die Unabhängigkeit vom TV-Signal, wodurch sich auch Inhalte aus Smart-TV-Apps oder terrestrischem Fernsehen synchronisieren lassen.
Die Kamera ist etwa 9,5 Zentimeter hoch und wird über USB-C mit Strom versorgt. Sie wird mit beiliegenden Kabelclips geliefert. Preislich liegt die Schätzung bei rund 109,99 Euro. Parallel dazu entwickelt Signify die HDMI Sync Box 4K weiter. Die Play Gradient Lightstrips sollen Fernseher bis zu 100 Zoll unterstützen. Künftig ist die Synchronisation außerdem über Bluetooth möglich.
Nanoleaf-Integration via Wall Light Module
Signifikant ist die Integration von Nanoleaf-Produkten in das Philips-Hue-Ökosystem. Kompatible Nanoleaf Shapes der Typen Hexagon, Triangle und Mini Triangle lassen sich über ein separat erhältliches „Philips Hue Wall Light Module“ in die Hue-App einbinden. Das Modul ist nach Angaben der Hersteller ein kleiner Adapter von rund acht Zentimetern, der an die Nanoleaf-Installation angeschlossen wird.
Das Wall Light Module ermöglicht die Steuerung der Nanoleaf-Paneele wie eine Hue-Lampe. Nutzer können sie in Hue-Räume, -Zonen, -Szenen und -Automatisierungen einbinden. Ein Modul unterstützt bis zu 100 Nanoleaf-LED-Module. Ältere Nanoleaf-Modelle wie die frühere Aurora-Serie werden nicht unterstützt. Der Preis des Moduls liegt in Leaks und Spekulationen bei etwa 39,99 Euro.
In der Hue-App erscheinen mehrere aneinandergereihte Nanoleaf-Paneele wie ein Gradient-Leuchtstreifen. Über den Farbkreis lassen sich Lichtpunkte bewegen, um Farbverläufe auf den Paneelen zu erzeugen. Es scheint zudem möglich, die Nanoleaf Shapes mit dem Wall Light Module auch ohne die Nanoleaf-App zu betreiben.
Die Integration hat Einschränkungen. Nanoleaf-eigene Szenen, Musikvisualisierungen, Touch-Gesten und Nanoleaf-Effekte werden in der Hue-App weder angezeigt noch gesteuert. Wenn ein Hue-Entertainment-Sync, eine Automatisierung oder ein Alarm ausgelöst wird, überschreibt Hue aktive Nanoleaf-Effekte und setzt den zuletzt aktiven Nanoleaf-Effekt nicht automatisch fort.
Neue Produkte und Portfolio-Erweiterungen
Signify erweitert sein Portfolio um weitere Beleuchtungslösungen. Dazu gehört der „Philips Hue Liane 360-Grad-Lichtschlauch“ mit Omniglow-Technik für gleichmäßige Beleuchtung und fließende Farbverläufe. Das Produkt lässt sich flexibel montieren.
Die Linien Signe und Festavia erhalten ebenfalls Erweiterungen, etwa Pendelleuchten und zusätzliche Lichtketten. Zudem nennt Signify neue Outdoor-Wandleuchten, Strahler und einen zuschneidbaren Omniglow-Outdoor-Lightstrip für das Herbst-Release.
Marktausblick
Die strategische Öffnung von Philips Hue durch die Integration von Nanoleaf-Produkten steht in einer Entwicklung hin zu interoperableren Smart-Home-Systemen. Während die genauen Auswirkungen auf Absatz und Marktanteile der Hersteller noch abzuwarten sind, könnte diese Entwicklung die Kundenbindung an das Hue-Ökosystem beeinflussen. Nutzer sind so nicht ausschließlich auf die Hardware eines einzelnen Anbieters angewiesen.
Die Einführung des KI-Assistenten zur Automatisierung spiegelt den branchenweiten Fokus auf benutzerfreundlichere und intelligentere Steuerungsmöglichkeiten im Smart Home wider.
Analysten werden beobachten, wie die neuen Funktionen und Hardware-Angebote die Marktposition von Signify beeinflussen. Sie verfolgen zudem, welche weiteren Kooperationen in der fragmentierten Smart-Home-Landschaft folgen. Eine detailliertere Bewertung des Funktionsumfangs des KI-Assistenten und der Akzeptanz des Nanoleaf-Moduls durch Endkunden bleibt abzuwarten, sobald die Produkte im September 2026 verfügbar sind.







