Singapur wird am 6. Oktober 2026 zum Schauplatz des Industrial Web3 Infrastructure Summit. Die Veranstaltung widmet sich der physischen Skalierung von On-Chain-Netzwerken, deren Bedarf an Hardware und Infrastruktur zu einem Engpass führte.

Ausgerichtet von der Blockverse Series, bringt der Gipfel Industrievertreter, Ingenieure und Risikokapitalgeber zusammen. Ziel ist es, Lösungen für die wachsenden Anforderungen an Hochleistungsrechnen, dezentrale Konnektivität und Energieinfrastruktur zu erarbeiten.

Der Summit konzentriert sich auf konkrete Herausforderungen wie physische Einschränkungen beim Aufbau dezentraler Computer-Grids, operative Audits und Compliance-Pfade. Dabei berücksichtigt er städtische Energielimits. Spezielle Tracks behandeln Themen wie ASIC Lifecycle Management, die Optimierung der Flüssigkeitskühlung in bestehenden Serverfarmen und den Einsatz dezentraler IoT-Hardware-Arrays.

Medial begleitet CryptoMoonPress die Veranstaltung und bereitet technische Inhalte für institutionelle Investoren auf.

Singapur als Drehscheibe für Tech-Infrastruktur

Die Wahl Singapurs als Austragungsort ist kein Zufall. Der Stadtstaat etabliert sich zunehmend als wichtiger Standort in der Halbleiter-Wertschöpfungskette. Lokale Behörden setzen zudem strenge Nachhaltigkeitsmetriken für Datenzentren durch.

Der Gipfel dient als Prüfstand für die Entwicklung alternativer Infrastrukturnetzwerke, die operative Leistung mit regulatorischer Konformität verbinden müssen.

Lokale Investitionen unterstreichen diese Entwicklung: Silicon Box betreibt eine Panel-Level-Packaging-Anlage im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar in Singapur. Parallel dazu errichtet VisionPower Semiconductor Manufacturing Company Singapurs erste 12-Zoll-Wafer-Fabrik. Zudem eröffnete Applied Materials einen Campus im Wert von 600 Millionen Singapur-Dollar.

Die globale Nachfrage nach Infrastruktur für On-Chain-Netzwerke ist erheblich gestiegen. Dies spiegelt sich auch in den Bilanzen lokaler Zulieferer wider. AEM meldete im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 31 Millionen Singapur-Dollar, ein Plus von 904 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Umsatz von 247,2 Millionen Singapur-Dollar.

Für das Gesamtjahr prognostiziert das Unternehmen Umsätze zwischen 630 Millionen und 680 Millionen Singapur-Dollar. UMS Integration erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 87,1 Millionen Singapur-Dollar und einen Nettogewinn von 19,4 Millionen Singapur-Dollar.

Physische Skalierung als Herausforderung

Die Abstraktion von On-Chain-Netzwerken trifft zunehmend auf physische Grenzen. Laut den Veranstaltern kann „ohne Hardware Code die wachsenden globalen Rechenanforderungen nicht unterstützen". Weiter heißt es: „Die Industrie benötigt eine massive Ausweitung von physischem Raum, Silizium-Lieferketten und Energiezuweisungen.“

Die Organisatoren betonen, dass das Design der Veranstaltung „sicherstellt, dass sich die Gespräche auf Kapitaleffizienz, technische Machbarkeit und Bereitstellungszeiten konzentrieren, statt auf Marktspekulationen“.

Ein signifikanter Faktor ist der Bedarf an Baumaterialien für den Ausbau von Datenzentren. Die Stahlpreise stiegen im letzten Jahr um 25 Prozent, und die Lieferzeiten verdoppelten sich auf etwa 55 Wochen. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die starke Nachfrage nach Stahl und anderen Metallen durch die Einführung von KI-Technologien zurückzuführen.

Stahlwerke und -verarbeiter arbeiten mit voller Kapazität. Einige Entwickler von Datenzentren prüfen Massivholz als Alternative zu Stahl. Der US-amerikanische Datenzentrums-Baumarkt allein hat ein Volumen von 41 Milliarden US-Dollar.

Unterseekabel und KI-Architekturen als Treiber

Die Digitalisierung und der Aufstieg der künstlichen Intelligenz treiben die Entwicklung der globalen Infrastruktur zusätzlich voran. Die Nachfrage nach internationaler Bandbreite wird zwischen 2025 und 2035 voraussichtlich um das Neunfache steigen, hauptsächlich bedingt durch KI-Anwendungen. Als Reaktion darauf plant EXA, bis 2029 ein weiteres Transatlantikkabel, EXA Meridian, in Betrieb zu nehmen.

Mit 24 Glasfaserpaaren und einer Kapazität von 500 Terabit pro Sekunde wird es New Jersey, USA, mit Brean, Vereinigtes Königreich, verbinden. Die aggregierten jährlichen Ausgaben für neue Seekabel werden zwischen 2026 und 2029 voraussichtlich 16 Milliarden US-Dollar übersteigen.

Auch die Architektur von KI-Datenzentren entwickelt sich weiter. Panmnesia und Meta schlugen eine CXL-basierte Architektur vor, die ein gesamtes Rechenzentrum als einen einzigen Chip betreibt. Myungsoo Jung, CEO von Panmnesia, sagt: „Mit der Skalierung von KI wird die schnelle und effiziente Verbindung zahlreicher Beschleuniger und Speicher ebenso wichtig wie die individuelle Beschleunigerleistung.“

Die vorgeschlagene Architektur zielt darauf ab, die Skalierung der Beschleuniger-Verbindungen um das Dreizehnfache zu erhöhen und die Latenzzeiten zwischen Racks auf Nanosekunden-Niveau zu senken.

Hongkong und der Ausblick auf tokenisierte Vermögenswerte

Parallel zu den Entwicklungen in Singapur positioniert sich auch Hongkong als digitaler Hub. Die Stadt strebt an, bis Ende des Jahrzehnts ein führendes globales Zentrum für tokenisierte Anleihenemissionen und -abwicklungen zu werden. Das Digital Asset Clearing Center (DACC) schlägt eine dreischichtige Clearing-Architektur vor.

Diese soll die grenzüberschreitende RMB- und On-Chain-Asset-Abwicklung von mehreren Tagen auf 3,5 Sekunden reduzieren und die Betriebskosten um 60 bis 80 Prozent senken. DACCs ChainFusion-System soll traditionelle Finanzinfrastruktur mit öffentlichen Blockchains wie Ethereum und Conflux Network sowie privaten Konsortialketten wie Canton Network verbinden.

Für 2026 plant Hongkong die Emission nativer Digitalanleihen auf Multi-Chain-kompatiblen Ledgern. 2027 bis 2028 ist eine direkte Anbindung an Wholesale-CBDC-Schienen über das Project Ensemble der Hong Kong Monetary Authority vorgesehen. 2029 bis 2030 ist ein vollständig interoperables globales digitales Anleihennetzwerk geplant.

Der Industrial Web3 Infrastructure Summit in Singapur adressiert die Fragen der Hardware-Skalierung für dezentrale Netzwerke. Das Umfeld in Singapur und Hongkong zeigt, welche Infrastrukturthemen in Asien parallel vorangetrieben werden und welche technischen sowie regulatorischen Lösungen derzeit diskutiert werden. Analysten beobachten, inwieweit diese regionalen Vorstöße den globalen Rahmen für Web3- und KI-Infrastrukturen prägen können.

Die Entwicklungen deuten auf eine zunehmende Konvergenz von physischer Infrastruktur, digitaler Finanzwelt und neuartigen Rechenarchitekturen hin.