Sony Interactive Entertainment hat ein Patent angemeldet, das PlayStation-Controller in mobile Zahlungsterminals verwandeln könnte. Die Technologie ermöglicht es, Zahlungskarten oder Smartphones direkt an den Controller zu halten, um Transaktionen für Spiele und digitale Inhalte abzuwickeln. Die Entwicklung zielt darauf ab, den Kaufprozess im PlayStation Store zu vereinfachen.

Controller als Kassenterminal

Das Patent mit dem Titel „Video Game Controller-Driven Information Transfer“ beschreibt einen Mechanismus, bei dem Controller mit Sensoren ausgestattet sind. Diese Sensoren empfangen Zahlungsinformationen von externen Geräten wie Kreditkarten oder Mobiltelefonen. Der Controller leitet diese Daten an die Konsole weiter, welche die Transaktion verarbeitet.

Als Übertragungswege nennt die Patentschrift Near Field Communication (NFC) und Bluetooth.

Ein erklärtes Ziel ist die Vereinfachung des Bezahlvorgangs. Das manuelle Eintippen von Zahlungsdetails mit dem Controller oder das Scannen von QR-Codes entfällt laut Patentschrift.

Sony Interactive Entertainment ist der Patenthalter. Das Unternehmen hat nach Angaben der Recherche über 95 Millionen PlayStation 5-Konsolen verkauft und zählt 125 Millionen monatlich aktive Nutzer, Stand 30. Juni. Die Einführung einer solchen Funktion könnte die Hürden für Spontankäufe digitaler Inhalte senken.

Mehr als nur Bezahlung

Die Patentschrift beschreibt neben Zahlungen auch die Übertragung weiterer Informationen. Dazu gehören die Übermittlung von Kontodaten, ein schnelles Einloggen in Multiplayer-Sitzungen, das Teilen von Spieler-IDs sowie das Übertragen von Screenshots, Videos und Chats. Damit skizziert die Patentschrift Funktionen, die den Controller als Hub für Interaktionen innerhalb des PlayStation-Ökosystems nutzbar machen würden.

Als Einsatzbeispiel nennt Sony Demo-Stationen in Geschäften oder auf Messen. Dort könnten Spieler ein Spiel nach dem Anspielen direkt kaufen, indem sie ihre Zahlungsmethode an den Controller halten.

Sicherheit und Marktrelevanz

Das US Patent and Trademark Office veröffentlichte die Patentschrift am 17. September 2026. In Berichten und Nutzerkommentaren werden sowohl mögliche Sicherheitsvorteile als auch Bedenken diskutiert.

Einige Nutzer heben hervor, dass eine nicht dauerhafte Übertragung oder das sofortige Löschen von Zahlungsdaten Sicherheitsvorteile bringen könnte. Andere äußern Sorge über unbeabsichtigte Käufe, etwa durch Kinder.

Derzeit verfügen PlayStation 5-Konsolen nach Recherche nicht über die für NFC nötigen Chips. Eine Umsetzung der im Patent beschriebenen Funktion würde demnach eine Nachrüstung bestehender Hardware oder eine Integration in künftige Hardware-Generationen erfordern. Ob Sony die Technologie tatsächlich umsetzen wird, bleibt unklar.

Patente sind kein Nachweis für eine spätere Markteinführung. Analysten beobachten, ob Sony diese potenzielle Effizienzsteigerung in der Kaufabwicklung tatsächlich als strategisches Element für das PlayStation-Ökosystem implementiert. Eine Entscheidung hierzu könnte auch von der Entwicklung der Mobile-Payment-Technologien und deren Akzeptanz im Gaming-Bereich abhängen.