SpaceX plant die Aufnahme von 40 Milliarden US-Dollar Fremdkapital, um seine KI-Infrastruktur auszubauen. Das Unternehmen von Elon Musk beabsichtigt, mit den Mitteln Nvidia-Chips zu erwerben und Rechenkapazitäten zu erweitern. Asset Manager Apollo Global Management soll die Finanzierung anführen, wie die Financial Times berichtet.

Ambitionierte KI-Strategie

SpaceX, bekannt für seine Raketen und das Starlink-Satellitennetzwerk, plant eine umfassende Investition in künstliche Intelligenz. Die Finanzierung soll aus 10 Milliarden US-Dollar Bankkrediten und 30 Milliarden US-Dollar Anleihen bestehen. Apollo soll die Kreditaufnahme anführen und bei der Platzierung der Anleihen unterstützen.

Auch der Anleiheinvestor Pimco ist den Berichten zufolge in die Gespräche eingebunden.

Elon Musk, CEO von SpaceX und der KI-Firma xAI, kündigte im September 2026 an, die Anzahl der von Nvidia genutzten Chips deutlich zu erhöhen. Musk erklärte zudem, SpaceX werde „exklusiv auf Nvidia bauen“ und die Vera-Rubin-Architektur als die beste Architektur betrachten.

Milliardenschwere Rechenzentrums-Offensive

Die geplante Finanzierung zielt darauf ab, die Rechenkapazitäten von SpaceX erheblich zu steigern. Das Unternehmen hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Ende 2026 sollen mehr als 2 Gigawatt Compute-Leistung erreicht werden. Für Ende 2027 strebt das Unternehmen rund 10 Gigawatt an, nachdem Musk ein ursprüngliches Ziel von 5 Gigawatt auf 10 Gigawatt erhöht hatte.

Kumulativ sollen bis Ende 2027 rund 20 Gigawatt erreicht werden.

Aus den vorliegenden Quellen geht nicht eindeutig hervor, ob die gesamten 40 Milliarden US-Dollar ausschließlich für den physischen Kauf von Chips vorgesehen sind. Berichten zufolge dürften Mittel auch für Rechenzentren, elektrische Ausrüstung, Kühlung und Stromversorgung erforderlich sein. Musk nannte ausdrücklich elektrische Ausrüstung und Kühlung als wichtige Posten.

Morgan Stanley schätzt, dass bis 2028 extern rund 1,5 Billionen US-Dollar für KI-Infrastruktur benötigt werden. Nvidia hatte im August 2026 Finanzierungsplattformen mit Partnern wie Apollo und BlackRock angekündigt, mit denen über 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastrukturprojekte mobilisiert werden sollen.

Strategische Partnerschaften und Bewertungen

SpaceX verfügt bereits über größere Verträge zur Nutzung und Bereitstellung von KI-Rechenleistung. Nach den vorliegenden Angaben unterzeichnete das Unternehmen im Juni 2026 einen Vertrag mit Google über 920 Millionen US-Dollar pro Monat für Rechenleistung. Dieser Vertrag soll von Oktober 2026 bis Juni 2029 laufen und Google Zugang zu etwa 110.000 Nvidia-KI-Chips verschaffen.

Der potenzielle Gesamtwert wird in den Quellen mit rund 30 Milliarden US-Dollar angegeben. Google ist laut den vorliegenden Daten mit einer Beteiligung von rund 78 Milliarden US-Dollar (Stand August 2026) der zweitgrößte Investor in SpaceX.

Auch Anthropic mietet den Berichten zufolge Rechenkapazitäten von SpaceX. Die Miete wird mit 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat für 220.000 GPUs beziffert.

Nvidias Beteiligung an SpaceX wurde in den Quellen zuletzt mit einem Wert von rund 21 Milliarden US-Dollar Ende des zweiten Quartals 2026 angegeben. Im August 2026 wird ein Wert von etwa 17,2 Milliarden US-Dollar genannt, basierend auf einem SpaceX-Aktienkurs von 140 US-Dollar. Diese Beteiligung geht auf eine 10 Milliarden US-Dollar Investition Nvidias in xAI im Januar 2026 zurück.

Nach der Übernahme von xAI durch SpaceX im Februar 2026 (ein All-Stock-Deal mit einer Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar) wurde Nvidias Engagement in SpaceX-Aktien umgewandelt.

SpaceX ging im Juni 2026 an die Börse.

Ausblick und offene Fragen

Der Abschluss der geplanten 40 Milliarden US-Dollar Finanzierung wird für 2027 erwartet, heißt es in den Berichten der Financial Times, die sich auf Insiderangaben beruft. SpaceX, Apollo und Nvidia haben in den vorliegenden Meldungen keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Reuters konnte die Angaben nach den vorliegenden Informationen nicht sofort unabhängig verifizieren.

Nach dem IPO im Juni 2026 fielen die SpaceX-Aktien von 170,86 US-Dollar Ende Juni auf 140 US-Dollar im August, wie in den Quellen dokumentiert. Beobachter weisen darauf hin, dass hohe Fremdfinanzierungen bei Technologieunternehmen die Bewertung und das Risikoprofil beeinflussen können.

Offen ist weiterhin, wie sich geplante orbitale Datenzentren ab dem vierten Quartal 2027 in die terrestrische Infrastruktur einfügen werden. Die Quellen nennen einen späteren Zeitpunkt für signifikante Skalierungen im All (2028) und betonen zugleich, dass die kurzfristig relevanten Kapazitätserweiterungen vor allem am Boden stattfinden sollen.