Strategy, seit Februar 2025 unter diesem Namen firmierend, allokiert ihr Kapital nicht mehr ausschließlich in die reine Bitcoin-Akkumulation. In der Woche vor dem 27. September 2026 tätigte das Unternehmen Aktienrückkäufe im Wert von 174 Millionen US-Dollar.
Dieser Betrag übertrifft die eine Woche zuvor getätigten Bitcoin-Käufe von 950 Coins im Wert von rund 76 Millionen US-Dollar (Kaufpreis circa 79.670 US-Dollar pro Coin) um mehr als das Doppelte.
Der Schritt deutet auf eine Diversifizierung der Kapitalallokation und einen stärkeren Fokus auf das Liability Management hin.
Strategiewechsel in der Kapitalallokation
Strategy, ein börsennotiertes Business-Intelligence-Unternehmen und nach eigenen Angaben der größte öffentliche Bitcoin-Halter, finanzierte weitere Bitcoin-Käufe traditionell durch die Ausgabe neuer Aktien. Michael Saylor sieht Kapitalerhöhungen als Möglichkeit, den Bitcoin-Bestand je Aktie zu steigern. Die jüngsten Maßnahmen zeigen jedoch, dass Rückkäufe und das Schuldenmanagement eine deutlichere Rolle spielen.
Finanzchef Andrew Kang erklärte, der Rückkauf der Wandelanleihen mit Fälligkeit 2029 sei sowohl für das Eigenkapital- als auch für das Kreditprofil der Investoren positiv. Dies unterstreiche den fortgesetzten Fokus auf Liability Management. Kang betonte zudem, Strategy halte weiterhin eine solide Barreserve, um die Kreditqualität der Digital Credit-Wertpapiere zu unterstützen.
Umfangreiche Rückkäufe und Bitcoin-Bestand
Die Rückkäufe umfassten bevorzugte Aktien vom Typ STRC. Die Ausgaben von 174 Millionen US-Dollar übertrafen den Kauf von 950 Bitcoin zum Preis von etwa 79.670 US-Dollar pro Coin (rund 76 Millionen US-Dollar). Bereits zuvor kaufte Strategy Wandelanleihen mit Fälligkeit 2029 im Wert von rund 1,38 Milliarden US-Dollar zurück.
Dies reduzierte die ausstehenden Wandelanleihen von 8,2 Milliarden auf 6,7 Milliarden US-Dollar.
Zum 27. September 2026 hielt Strategy 846.000 Bitcoin. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei rund 75.416 US-Dollar pro Coin.
Der zur selben Berichtszeit genannte Bitcoin-Preis betrug etwa 84.974 US-Dollar, rund 13 Prozent über dem durchschnittlichen Kaufpreis. Der Wert des Bitcoin-Bestands wurde mit etwa 76,214 Milliarden US-Dollar angegeben; die Netto-Reserven nach Abzug von Schulden beliefen sich auf 56,006 Milliarden US-Dollar. Auf Basis der Bestandsangaben entsprach dies einem Anteil von 4,03 Prozent am gesamten im Umlauf befindlichen Bitcoin-Angebot.
Kontinuierliche Kapitalbeschaffung und Wachstum
Die Kapitalbeschaffung bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Seit Ende Oktober 2024 generierte Strategy mehr als 23,3 Milliarden US-Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien. Dazu gehören Vorzugsaktien wie STRK (acht Prozent Dividende, Umwandlungsoption in Stammaktien) und STRF (zehn Prozent Dividende, keine Umwandlungsoption).
Mark Palmer von Benchmark Equity Research hebt hervor, dass Strategy diesen Weg als Alternative zu wandelbaren Schuldinstrumenten betrachtet, da Vorzugsaktien kein Fälligkeitsdatum haben und als permanentes Kapital fungieren können.
André Dragosch, Leiter Research Europa bei Bitwise, bezeichnete den Schuldenrückkauf als positiven Schritt. Damit sei eine erhebliche Unsicherheit rund um eine Cash-Rückzahlungswand Mitte 2028 beseitigt worden. Trotz des Bitcoin-Allzeithochs im Mai 2025 verzeichnete der Aktienkurs von Strategy zwischenzeitlich Verluste.
Vor dem 26. Mai 2026 notierte der Kurs um 56 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Am Freitag vor dem 3. Februar 2025 sank der Kurs um 1,6 Prozent (Schlusskurs 334,79 US-Dollar). Mizuho Securities stuft Strategy mit "Outperform" ein und nennt ein Kursziel von 511 US-Dollar. BlackRock erhöhte seinen Anteil an Strategy auf 5,2 Prozent.
Ausblick: Balance zwischen Kapitalmanagement und Bitcoin-Exposure
Die jüngsten Entscheidungen spiegeln eine veränderte Kapitalallokation wider. Strategy ergänzt die fortgesetzte Bitcoin-Akkumulation durch Aktienrückkäufe und Schuldenrückkäufe. Firmenvertreter sowie Analysten betonen das Ziel eines aktiveren Liability Managements.
Analysten bewerten insbesondere den Rückkauf der 2029er-Wandelanleihen als Schritt zur Reduzierung bestimmter Refinanzierungsrisiken. Wie Investoren und Marktteilnehmer auf diese Kapitalpolitik insgesamt reagieren, bleibt relevant für die weitere Bewertung des Unternehmens.







