Die Deutsche Telekom agiert in einem Markt, der zunehmend von Technologiekonzernen und Satelliteninternet geprägt ist. Auf dem Mobile World Congress (MWC) 2026 treibt der Konzern seine KI-Strategie voran und kündigt eine Partnerschaft mit Starlink an. Diese Kooperation soll die Mobilfunkabdeckung in schwer zugänglichen europäischen Gebieten verbessern und das Geschäftsfeld für Unternehmenskunden erweitern.

Gleichzeitig drängt Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX mit Starlink selbst in den Mobilfunkmarkt.

Satelliten-Internet für Europa: Telekom und Starlink kooperieren

Die Deutsche Telekom geht eine strategische Allianz mit Starlink, dem Satelliteninternetdienst von SpaceX, ein. Diese Partnerschaft umfasst zwei zentrale Säulen. Zum einen bietet die Telekom ab dem Frühjahr 2026 den „Satellite Internet Access by Starlink“ (SIA) als Managed Service für Geschäftskunden und Organisationen an.

Dieser Dienst soll Satelliten-Breitbandinternet mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 400 Megabit pro Sekunde und Upload-Raten von bis zu 40 Megabit pro Sekunde bereitstellen. Die Latenz liegt dabei zwischen 20 und 60 Millisekunden. Besonders für Unternehmen auf Großbaustellen oder in abgelegenen Regionen soll dies eine zuverlässige Backup-Leitung gewährleisten.

Starlink sichert eine Verfügbarkeit von mindestens 99,9 Prozent zu. Erste Pilotprojekte laufen bereits, beispielsweise in Ostdeutschland mit einer Brauereikette.

Die zweite Kooperation betrifft den „Satellite-to-Mobile“-Dienst (D2D), auch „Direct-to-Cell“ genannt. Dieser soll ab 2028 die Mobilfunkabdeckung für Endkunden in bislang schlecht versorgten Gebieten Europas ergänzen. Abdu Mudesir, Vorstandsmitglied für Produkt und Technologie bei der Deutschen Telekom, betont, dass diese Ergänzung des Netzes dort ansetzt, wo ein Netzausbau aufgrund topografischer Bedingungen oder behördlicher Auflagen besonders komplex ist.

Der Dienst wird in zehn europäischen Ländern verfügbar sein, darunter Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn. Starlink plant, hierfür die nächste Generation seiner V2-Satelliten einzusetzen, die Download-Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde direkt auf Mobiltelefone liefern sollen. Überdies strebt Starlink an, über diesen Dienst zukünftig auch Daten, Video, Sprache und SMS bereitzustellen.

Stephanie Bednarek, Vice President of Starlink Sales, hebt die Bedeutung dieser Vereinbarung als erste ihrer Art in Europa hervor. Bereits 2025 schloss Virgin Media O2 in Großbritannien eine ähnliche Partnerschaft für den Start ab dem ersten Halbjahr 2026 ab.

KI-Offensive „Magenta AI at Scale“ und Konzernzahlen

Parallel zur Starlink-Kooperation präsentiert die Deutsche Telekom auf dem MWC ihre KI-Strategie unter dem Motto „Magenta AI at Scale. Human at Heart“. Ein zentrales Element dieser Offensive ist die Weltpremiere des „Magenta AI Call Assistant“, der in Zusammenarbeit mit ElevenLabs entwickelt wurde.

Die Telekom bezeichnet KI als essenziellen Bestandteil ihrer zukünftigen Dienste und Betriebsmodelle.

Finanziell blickt der Konzern auf ein Jahr 2025 zurück, in dem er seine eigenen Prognosen übertraf. Der Umsatz stieg organisch um 4,2 Prozent auf 119,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 4,7 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro zu.

Der Free Cashflow AL erreichte 20,2 Milliarden Euro. Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, eine Steigerung um elf Prozent zum Vorjahr. Ergänzend kündigte die Telekom ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu zwei Milliarden US-Dollar für 2026 an.

Die Mehrheitsbeteiligung an T-Mobile US erhöhte sich im Februar 2026 auf 52,8 Prozent. Für 2026 prognostiziert der Konzern ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,4 Milliarden Euro und einen Free Cashflow AL von etwa 19,8 Milliarden Euro.

Wettbewerbsdruck und Marktreaktionen

Die Partnerschaft der Deutschen Telekom mit Starlink findet in einem dynamischen Marktumfeld statt, das von wachsendem Wettbewerb und regulatorischen Herausforderungen geprägt ist. Elon Musks Ambitionen, Starlink in den Mobilfunk zu bringen, setzen Telekom-Konzerne unter Druck. In den USA testete Starlink bereits Direct-to-Cell-Fähigkeiten mit T-Mobile.

Gerüchte über SpaceX’ Kauf eines landesweiten Frequenzpakets in den USA für rund acht Milliarden US-Dollar haben Spekulationen über eine Bewertung des Unternehmens von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar befeuert. Obwohl Starlink in Europa als Partner der Telekom auftritt, können sich die Rollen in anderen Märkten anders entwickeln.

Ein weiteres Spannungsfeld ergibt sich aus Gesprächen großer europäischer Telcos, darunter Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone. Sie diskutieren die Gründung eines Konsortiums, um gemeinsam auf mobiles Satellitenspektrum zu bieten und der Dominanz von Starlink entgegenzuwirken. Die Europäische Kommission schlug zudem vor, Nicht-EU-Betreiber auf ein Drittel der Frequenzen zu beschränken, was die zukünftigen Aktivitäten von SpaceX in Europa beeinflussen könnte.

Analysten von JPMorgan und Citi sehen die Bedrohung durch Starlink für etablierte Mobilfunkanbieter in den USA frühestens ab 2029 als ernsthaft an. Die Aktie der Deutschen Telekom notierte am Tag der Starlink‑Ankündigung bei 32,41 Euro. Die Hauptversammlung des Konzerns ist für den 1. April 2026 terminiert, die Veröffentlichung der Q1-Zahlen für den 13. Mai 2026.