Exploit bei The Sandbox: Web3-Gaming-Netzwerk stoppt Cross-Chain-Brücken
Ein Exploit im Web3-Gaming-Netzwerk The Sandbox ermöglichte die Erzeugung ungedeckter SAND-Token auf den Chains Base und BNB Smart Chain. Als unmittelbare Reaktion stellte The Sandbox die Brückenfunktionen zu diesen Netzwerken ein. Nutzer warnten das Unternehmen davor, SAND auf Base und BNB zu handeln.
Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken bei Cross-Chain-Brücken im Krypto-Ökosystem.
Das Unternehmen identifizierte den Exploit am 22. August 2026. Ein Angreifer nutzte dabei eine approveAndCall-Funktion.
So generierte er nominell etwa 49 Milliarden US-Dollar an ungedeckten SAND-Token über mehr als 400 Transaktionen. Diese Summe übersteigt die Marktkapitalisierung von SAND bei Weitem. Sie repräsentiert keinen tatsächlichen Verlust an gestohlenen Geldern, da die Liquidität für den Verkauf dieser Token nicht existierte.
Technische Details und erste Reaktionen
Die Blockchain-Sicherheitsfirma Blockaid identifizierte den Exploit während seines Verlaufs. Parallel dazu meldete PeckShield, dass 14,9 Milliarden SAND-Token über zwei Adressen geprägt wurden. The Sandbox gibt an, dass der Exploit weniger als 0,01 Prozent des Gesamtangebots von 3 Milliarden SAND-Token betrifft. Dies entspricht weniger als 300.000 SAND.
Die unterschiedlichen Zahlen spiegeln die nominale Token-Erstellung wider, nicht einen bestätigten Diebstahl von Nutzergeldern. SAND-Token auf Ethereum und Polygon waren nicht betroffen. The Sandbox teilte zudem mit, dass keine Nutzer-Wallets kompromittiert wurden. Die auf Ethereum gesperrten SAND-Token zur Deckung der gebrückten Token blieben intakt.
Unmittelbar nach Bekanntwerden setzten die südkoreanischen Börsen Bithumb und Upbit Ein- und Auszahlungen von SAND aus. Der SAND-Kurs verzeichnete einen Intraday-Einbruch von fast zehn Prozent. Innerhalb von 24 Stunden betrug der Rückgang laut Berichten jedoch nur noch 0,8 Prozent.
Maßnahmen und Entschädigung durch The Sandbox
The Sandbox kündigte an, einen Snapshot des Blockchain-Zustands vor dem Vorfall zu erstellen. Dieser dient als Grundlage für die Entschädigung berechtigter Nutzer der betroffenen Liquiditätspools. Weitere technische Details und Abläufe sollen in einem späteren Post-Mortem-Bericht veröffentlicht werden.
Die Sperrung der Cross-Chain-Brücken zu Base und BNB Smart Chain diente laut Mitteilung dazu, die auf diesen Netzwerken erzeugten Token zu isolieren. Dies soll weiteren Missbrauch verhindern.
Marktumfeld und Ausblick
Der Exploit bei The Sandbox gilt als weiteres Beispiel für Herausforderungen in der Web3-Sicherheit, insbesondere im Cross-Chain-Bridging. Analysten und Marktbeobachter verfolgen solche Vorfälle aufmerksam. Sie beeinflussen das Vertrauen in dezentrale Anwendungen und deren Infrastruktur.
The Sandbox reagierte zügig und kündigte Entschädigungsmaßnahmen an. Die Veröffentlichung des technischen Post-Mortem-Berichts wird erwartet, um detailliertere Einblicke in die Schwachstelle zu liefern. Für Anleger und Nutzer bleiben die Wiederherstellung der Brückenfunktionen und die vollständige Klärung des Vorfalls relevante Fragen.
Parallel dazu steht die Aktivierung des Pasteur Hard Forks auf der BNB Smart Chain bevor.







