TokenFi lanciert Shield AI: Künstliche Intelligenz sichert Web3-Smart Contracts
Die Web3-Plattform TokenFi, ein Schwesterprojekt des Memecoins FLOKI, hat Shield AI vorgestellt. Dieses KI-Tool prüft Smart Contracts vor ihrem Launch auf potenzielle Bugs und Sicherheitsrisiken. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund hoher Verluste im Web3-Bereich und reiht sich in eine Entwicklung hin zu automatisierter Sicherheitsanalyse ein.
Schnellere Audits durch Künstliche Intelligenz
Shield AI unterstützt Smart Contracts, die in Solidity oder Rust geschrieben sind. Zielplattformen sind EVM-kompatible Netzwerke sowie Solana. Das Tool scannt Verträge innerhalb weniger Minuten auf Schwachstellen, Logikfehler und Compliance-Risiken. Anschließend erstellt es einen Bericht mit kategorisierten Ergebnissen, einer Risikobewertung und vorgeschlagenen Korrekturen.
Manuelle Audits dauern im Vergleich dazu deutlich länger und können mehrere Wochen in Anspruch nehmen. TokenFi beschreibt die Analyse von Shield AI als Kombination aus codebasierter und semantischer Analyse. Dies umfasst die Prüfung von Schreibweise, Berechtigungen und der mutmaßlichen Absicht des Codes.
Das Angebot richtet sich an Entwickler, DeFi‑Protokolle, NFT‑Projekte, Launchpads, DAOs und andere Web3‑Teams.
Milliardenverluste im Web3-Sektor
Die Relevanz automatisierter Prüfungen wird durch die Schadenszahlen im Sektor deutlich. Im Jahr 2025 beliefen sich die Verluste durch Hacks, Betrügereien und Exploits auf rund 3,35 Milliarden US‑Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber 2024. Laut zugrundeliegenden Zahlen entfielen davon etwa 188,7 Millionen US‑Dollar auf Business‑Logik‑Fehler.
Für das erste Halbjahr 2026 meldet CertiK Verluste von 1,31 Milliarden US‑Dollar, verteilt auf 344 Vorfälle. Davon entfielen 152 Millionen US‑Dollar auf Code‑Schwachstellen, verteilt auf 204 Vorfälle. Der Smart‑Contracts‑Markt wurde 2025 auf 2,69 Milliarden US‑Dollar geschätzt und soll bis 2034 auf 16,31 Milliarden US‑Dollar wachsen.
Dieser Faktor erhöht die Nachfrage nach effektiven Sicherheitslösungen.
Ergänzung statt Ersatz für menschliche Expertise
TokenFi betont, dass Shield AI kein Ersatz für manuelle Audits durch Fachleute darstellt. Das Unternehmen rät dazu, kritische Verträge weiterhin von professionellen Auditoren prüfen zu lassen. Manuelle Prüfungen sind kostenintensiv; für ein mittleres DeFi‑Protokoll werden in der Recherche Zahlen von 70.000 bis 150.000 US‑Dollar genannt.
Zudem können sie wegen Auslastung der großen Firmen mehrere Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.
TokenFi positioniert Shield AI als unterstützendes Werkzeug, insbesondere für frühe Entwicklungsphasen oder Projekte mit begrenztem Budget. KI‑gestützte Analysen sollen kleinere Teams befähigen, schnellere Iterationen und häufigere Sicherheitschecks durchzuführen. Damit soll eine Lücke zwischen schneller Code‑Auslieferung und begrenzter Audit‑Kapazität geschlossen werden.
Wettbewerb und technologische Herausforderungen
Der Markt für KI‑gestützte Smart‑Contract‑Audits ist umkämpft. Die Recherche nennt weitere Lösungen wie Sherlock AI, Nethermind’s AuditAgent, Octane Security und Almanax. Auch etablierte Anbieter wie OpenZeppelin arbeiten laut eigenen Angaben an KI‑Integrationen, um Audit‑Zeiten zu verkürzen.
Gleichzeitig bestehen technische Grenzen. LLM‑basierte Tools können hohe False‑Positive‑Raten aufweisen und Halluzinationen produzieren. Künstlicher Intelligenz fehlt oft ein vollständiges Verständnis des komplexen Kontexts, der Designabsichten und der ökonomischen Logik hinter komplexen Smart Contracts.
Fachleute sehen deshalb in einem hybriden Ansatz – der Kombination aus statischer Analyse, Fuzzing, symbolischer Ausführung, formaler Verifikation und menschlicher Überprüfung – den zuverlässigsten Weg für Teams.
Ausblick: Akzeptanz und Weiterentwicklung
Shield AI ist aktuell in einer kostenlosen Beta‑Phase verfügbar. Offen bleibt, welche Preismodelle TokenFi nach der Beta‑Phase einführt und wie Shield AI sich im Wettbewerbsumfeld behauptet. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf False Positives und kontextuelle Genauigkeit.
Die Marktreaktion und messbare Effekte auf die Häufigkeit und Schwere von Sicherheitsvorfällen werden die weitere Entwicklung beeinflussen. Analysten beobachten, ob solche KI-Tools die Sicherheitslandschaft im Web3-Bereich nachhaltig verbessern können.







