TotalEnergies und ExxonMobil vertiefen die Zusammenarbeit im Papua LNG-Projekt. Der französische Energiekonzern verkauft einen Anteil von 9,1 Prozent am Projekt an die Partner und überträgt die Betriebsführung der geplanten LNG-Anlage an ExxonMobil. Gleichzeitig gründen TotalEnergies und das staatlich verbundene Unternehmen Kumul Petroleum Holdings ein Joint Venture, um einen Teil der zukünftigen LNG-Produktion zu vermarkten.

Diese Umstrukturierung ist Teil wichtiger vertraglicher und kommerzieller Schritte, da das Projekt kurz vor einer finalen Investitionsentscheidung (FID) steht. Mit der Transaktion erhöht sich der Anteil von ExxonMobil am Papua LNG-Projekt auf 34,1 Prozent. TotalEnergies hält weiterhin 20 Prozent.

Das Marketing-Joint Venture soll jährlich 2,4 Millionen Tonnen der geplanten Gesamtproduktion von 5,6 Millionen Tonnen vermarkten, um die Finanzierung des Projekts zu unterstützen.

Anteilsverschiebungen und Projektstruktur

Die Neuordnung der Beteiligungen sieht folgende Partneranteile vor: ExxonMobil hält 34,1 Prozent, TotalEnergies 20 Prozent. Kumul Petroleum Holdings und MRDC halten gemeinsam 22,5 Prozent, Santos ist mit 21 Prozent beteiligt und Eneos Xplora hält 2,4 Prozent. TotalEnergies behält zudem einen LNG-Abnahmeanteil von 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr aus der zukünftigen Produktion.

Das Projekt zielt darauf ab, die Gasfelder Elk und Antelope in der Golfprovinz Papua-Neuguineas zu erschließen und eine Verflüssigungsanlage nahe Port Moresby zu bauen. Es war in den vergangenen sieben Jahren wiederholt von Verzögerungen betroffen. Steigende Baukosten, Neuverhandlungen von Verträgen und Ausschreibungen, Finanzierungs- und Klimadruck, globale Marktschwierigkeiten, politische Reibungen und die Pandemie gelten als Faktoren für die Verzögerungen.

Eine Anpassung des 2019 mit der Regierung unterzeichneten Gasabkommens stellt eine „robuste Projektökonomie“ sicher und wahrt die langfristigen fiskalischen Interessen des Staates.

Strategische Bedeutung und Marktausblick

Patrick Pouyanné, Chairman und CEO von TotalEnergies, erklärt, dass Papua LNG dem Unternehmen ermöglicht, erhebliche LNG-Mengen zu sichern. Diese liegen strategisch günstig, um die Diversifizierung der Energieversorgung in schnell wachsenden asiatischen Märkten zu unterstützen. Er fügt hinzu, der Betreiberwechsel steigere den Wert und die Wettbewerbsfähigkeit des Projekts.

Die finale Investitionsentscheidung (FID) wird für November angestrebt. Die jüngsten Entwicklungen, darunter die Ankündigung einer FID von Santos für das Agogo-Produktionsanlagen-Anbindungsprojekt im Mai, unterstreichen diese Dynamik. Der Abschluss der Transaktionen und die bevorstehende FID sind wichtige Meilensteine für die weitere Umsetzung des Projekts.

Analysten beobachten nun genau, wie sich die neue Partnerschaftsstruktur auf die Projektumsetzung und die Wettbewerbsfähigkeit im globalen LNG-Markt auswirken wird.