Trade Republic expandiert im Krypto-Sektor und stärkt den Service

Trade Republic, Europas führender Neobroker, zählt über 10 Millionen Kunden europaweit, davon mehr als 5 Millionen in Deutschland. Das Unternehmen besitzt sowohl eine Vollbanklizenz als auch eine Krypto-Lizenz und baut sein Angebot an digitalen Vermögenswerten sowie seine Service-Infrastruktur konsequent aus. Über die Plattform können Kunden neben Wertpapieren und Sparplänen auch Kryptowährungen handeln.

Eine aktuelle Studie von Bearingpoint und YouGov belegt die wachsende Verbreitung von Krypto-Besitz in Deutschland und identifiziert Trade Republic als die meistgenutzte Handelsplattform.

Wachstum und Produktentwicklung

Trade Republic wurde 2015 gegründet. Aktuelle Angaben beziffern die Unternehmensbewertung auf rund 12,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2026 überschritt das verwaltete Vermögen des Unternehmens die Marke von 150 Milliarden Euro.

Das Produktangebot umfasst Aktien- und ETF-Sparpläne sowie den Handel mit über 50 verschiedenen Kryptowährungen. Die Plattform ermöglicht den Handel mit physischen Kryptowährungen, das Erwerben per Sparplan und das Staking digitaler Assets. Krypto-Auszahlungen auf eigene Wallets sind möglich.

Die Verwahrung der digitalen Vermögenswerte erfolgt über die BaFin-regulierte BitGo Europe GmbH, welche diese in Offline-Wallets sichert.

Krypto-Sparpläne sind ab einer Sparrate von 1 Euro kostenfrei. Für den Krypto-Handel erhebt Trade Republic eine feste Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Transaktion. Bei variablen Spreads existieren unterschiedliche Angaben in den Quellen: Eine Quelle nennt etwa 1 Prozent für große Coins wie Bitcoin, eine andere etwa 0,5 Prozent zuzüglich der Fremdkostenpauschale.

Diese Diskrepanz beeinflusst die tatsächlichen Transaktionskosten für den Anleger.

Orderkosten für Aktien und ETFs betragen ebenfalls 1 Euro pro Order. Alle Sparpläne, inklusive ETF, Aktien und Krypto, sind kostenfrei. Auf Guthaben bietet Trade Republic Tagesgeldzinsen von 2,25 Prozent p. a. ohne Obergrenze.

Service-Offensive und Kundenbindung

Trade Republic hat seinen Kundenservice grundlegend umstrukturiert. Seit April 2026 ersetzt ein Team von über 1.000 Servicemitarbeitern den bisherigen Chatbot-Support. Dieses Team ist nach Unternehmensangaben rund um die Uhr per Telefon und Live-Chat in acht Sprachen erreichbar. Diese Maßnahme zielt auf eine signifikante Verbesserung der Servicequalität ab.

Des Weiteren hat Trade Republic eine „Rejoin-Funktion“ eingeführt. Sie erlaubt ehemaligen Kunden, ihr Konto nach einer Schließung erneut zu eröffnen, ohne den kompletten Registrierungsprozess zu durchlaufen. Die Funktion wurde über Reddit kommuniziert. Bei einem Länderwechsel muss das alte Konto jedoch zuvor geschlossen werden.

Die Bearingpoint/YouGov-Studie, erhoben vom 18. Juni bis zum 30. Juli 2026, zeigt, dass 13 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung Kryptowährungen besitzen.

Weitere 11 Prozent erwägen einen Einstieg. In der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen besitzen 21 Prozent und in der Altersgruppe der 25 bis 34-Jährigen 28 Prozent digitale Vermögenswerte. Als bevorzugte Handelsplattform nennen 17 Prozent der Befragten Trade Republic, 16 Prozent Binance und 10 Prozent Coinbase.

Die Studie identifiziert Bitcoin (rund 75 Prozent der Krypto-Besitzer), Ethereum (33 Prozent) und Solana (23 Prozent) als die am weitesten verbreiteten Kryptowährungen.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklung

Trotz des starken Wachstums sieht sich Trade Republic weiterhin Herausforderungen gegenüber. Die Plattform bietet derzeit keine komplexen Ordertypen wie Stop-Loss an. Gemeinschaftskonten oder echte Geschäftskonten sind ebenfalls nicht verfügbar, was die Lösung für Familien oder Selbstständige als Geschäftslösung weniger geeignet macht.

Depotüberträge können laut vorliegenden Berichten weiterhin mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Mit Inkrafttreten des PFOF-Verbots am 1. Juli 2026 führt Trade Republic Orderausführungen zum Bestpreis über alle relevanten Börsen aus. Unabhängige Spread-Vergleiche zum neuen Ausführungsmodell liegen bislang nicht vor, sodass eine verlässliche Kosteneinschätzung noch aussteht.

Die Umstellung auf einen rund um die Uhr erreichbaren Support wurde kurzfristig realisiert. Langzeiterfahrungen zur Stabilität und Erreichbarkeit des neuen Services stehen in der Breite noch aus. Die Bearingpoint-Studie misst primär die Beliebtheit von Plattformen, bewertet jedoch nicht direkt Kosten, Sicherheit oder den vollständigen Funktionsumfang.

Für Marktbeobachter bleibt relevant, wie Trade Republic offene Punkte wie die Kostenstruktur, die Verfügbarkeit von Ordertypen und die langfristige Service-Qualität adressiert. Zudem wird sich zeigen, wie sich Nutzerzahlen und verwaltetes Vermögen weiterentwickeln, insbesondere im Wettbewerb mit etablierten Banken und anderen FinTechs.