Der deutsche Aktienmarkt zeigt am Mittwoch Resilienz. Der DAX 40 notiert im Handelsverlauf über 26.300 Punkten und steuert auf den zweiten Gewinntag in Folge zu. Dies gelingt, obwohl SAP deutliche Kursverluste hinnehmen muss. Eine Herabstufung durch die Schweizer Bank UBS belastet den Softwarekonzern.
SAP-Aktie unter Druck nach UBS-Herabstufung
Die SAP-Aktie verzeichnet am Mittwoch einen Rückgang und notiert bei rund 179,14 Euro. Dies entspricht einem Minus von etwa 3,4 Prozent. Der Kursrutsch ist auf eine Herabstufung durch die UBS zurückzuführen. Die Schweizer Bank senkte ihr Rating für SAP von „Buy“ auf „Neutral“ und hob gleichzeitig das Kursziel von 164 Euro auf 201 Euro an.
UBS-Analyst Michael Briest begründet die Revision mit einem erwarteten verlangsamten Tempo bei der Bereitstellung von „Agentic AI“-Lösungen für Kunden. Zudem prognostiziert er eine Verlangsamung des Wachstums des Cloud-Auftragsbestands in der zweiten Hälfte des Jahres 2026. Briest stellt fest, dass SAP bisher nur 17 KI-Agenten allgemein verfügbar gemacht hat.
Weitere 15 befinden sich in der Hochlaufphase. Das Ziel von 200 Agenten bis Jahresende erscheint somit ambitioniert.
Die Herabstufung folgt auf eine Phase relativer Stärke für SAP. In den vier Wochen vor dem 26. August hatte die Aktie einen Anstieg von 48 Prozent verzeichnet.
Die am 25. August veröffentlichten Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 zeigten einen Cloud-Umsatz von 6,28 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Cloud-Anteil macht mittlerweile die Mehrheit des Konzernumsatzes aus. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert SAP ein Non-IFRS operatives Ergebnis von 11,8 Milliarden Euro bis 12,2 Milliarden Euro.
Analysten, darunter Jefferies, verwiesen nach den Q1-Zahlen auf robuste Fundamentaldaten. Die Q1-Ergebnisse hatten unter anderem ein deutliches Plus beim operativen Ergebnis ausgewiesen.
DAX behauptet sich trotz Gegenwind
Trotz der SAP-Schwäche zeigt sich der DAX am Mittwoch robust. Der Leitindex liegt bei etwa 26.406,68 Punkten und verzeichnet ein Plus von 0,46 Prozent. Der Tageshöchststand erreichte 26.466,76 Punkte. Die positive Marktstimmung wird unter anderem durch sinkende Ölpreise gestützt.
Die Rohölpreise für Brent und WTI fallen um jeweils rund 2,5 Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent. Marktteilnehmer nennen die Erwartung einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus als dämpfenden Faktor für Versorgungsängste. Diplomaten aus dem Iran und Oman führen Gespräche über einen Rahmen zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Meerenge.
Auch andere europäische Indizes verzeichnen größtenteils Gewinne. Der paneuropäische STOXX 600 steigt um 0,1 Prozent auf 657,34 Punkte. Im DAX heben sich die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von 4,3 Prozent und die Commerzbank mit einem Anstieg von 2,9 Prozent hervor.
Qiagen NV legt um 2,4 Prozent zu. Dies wird von Gerüchten über eine mögliche Übernahme durch die Private-Equity-Firmen EQT und KKR für 50 Euro pro Aktie getrieben. Infineon Technologies gewinnt 0,8 Prozent.
Die allgemeine Vorsicht am Markt bleibt jedoch bestehen. Anleger richten ihren Blick auf die nach Börsenschluss am Mittwoch erwarteten Quartalszahlen des KI-Chipherstellers Nvidia. Diese Ergebnisse gelten als wichtiger Indikator für die Dynamik im KI-Sektor und könnten die Stimmung der Technologiewerte beeinflussen.
Parallel dazu stehen wichtige US-Inflationsdaten (PCE) zur Veröffentlichung an, die um 12:30 Uhr GMT erwartet werden.
Ausblick auf kommende Impulse
Die kurzfristige Entwicklung des deutschen Aktienmarktes dürfte von den Quartalszahlen von Nvidia und den US-Inflationsdaten beeinflusst werden. Sollten die Nvidia-Zahlen die hohen Erwartungen erfüllen oder übertreffen, könnte dies dem Tech-Sektor und damit auch dem DAX zusätzlichen Auftrieb geben. Enttäuschende Ergebnisse oder unerwartet hohe US-Inflationszahlen könnten hingegen Druck auf die Kurse ausüben.
Für SAP bleiben Anleger auf die Umsetzung der KI-Strategie und das Wachstum des Cloud-Auftragsbestands fokussiert. Der Median der Analystenkursziele liegt bei 196 Euro. Dies entspricht einem Upside-Potenzial von rund 5,7 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 25. August.
Die nächste wichtige Termingröße für SAP ist die Veröffentlichung der Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026, geplant für den 21. Oktober 2026.
Die Gesamtbewertung des deutschen Marktes liegt zum 26. August bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,12. Dieser Wert wird im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt als außerhalb des Intervalls angesehen.







