Die US-Bundesbehörden beschlagnahmen Kryptowährungen im Wert von über 560.000 US-Dollar. Diese digitalen Vermögenswerte waren für die Finanzierung der als Terrororganisation eingestuften Hamas bestimmt. Die Aktion des US-Justizministeriums und des FBI zielt darauf ab, die Finanzierungs- und Rekrutierungsnetzwerke der Hamas zu stören.
Neben den Kryptowährungen stellten die Behörden auch Webseiten, Domains und Kommunikationsplattformen, die der militärische Flügel der Hamas, die Al-Qassam-Brigaden, nutzte, still oder übernahmen die Kontrolle.
FBI zerschlägt Krypto-Finanzierungsnetzwerk der Hamas
Die Beschlagnahmung ist das Ergebnis umfassender Ermittlungen, die ein Spendennetzwerk mittels virtueller Währungen aufdeckten. Die Hamas begann bereits Anfang 2019, Kryptowährungen für Spenden zu testen. Aufrufe dazu erfolgten über den Telegram-Kanal der Organisation und direkte Online-Spendenplattformen.
Die Ermittler verfolgten die Kryptowährungen über wechselnde Wallet-Adressen, die über verschlüsselte Online-Plattformen beworben wurden, um die Nachverfolgung der Spendenflüsse zu erschweren.
Die involvierten Wallets bewegten seit Ende 2024 über 1,5 Millionen US-Dollar. Im März 2025 erfolgte bereits eine frühere Beschlagnahmung von etwa 201.400 US-Dollar. Die Operation lieferte den Behörden zudem Informationen über Tausende Personen, die online Kontakt zur Hamas aufnahmen, um Spenden zu leisten oder dies zu versuchen.
Jeanine Pirro, US-Staatsanwältin für den District of Columbia, betonte in einer Videobotschaft, dass die Netzwerke der Hamas nicht sicher und ihre Kryptowährungen angreifbar seien. Brett Leatherman, Assistenzdirektor des FBI und zuständig für die Cyber Division, hob zudem die fortgesetzten Bemühungen hervor, illegale Finanzierungen abzuwehren. Ziel sei es, terroristische Organisationen daran zu hindern, digitale Netzwerke für ihre Operationen auszunutzen.
Strategische Bedeutung der Beschlagnahmung
Die Beschlagnahmungen entziehen der Hamas Ressourcen, die sie nach Ansicht von John A. Eisenberg, Assistenz-Generalstaatsanwalt für Nationale Sicherheit, zur Rekrutierung, Radikalisierung und Finanzierung von Angriffen nutzt. Das FBI Albuquerque Field Office leitete die Ermittlungen in Koordination mit der FBI Counterterrorism Division, der FBI Cyber Division und dem FBI New York Field Office.
Ziel der Operation war es, das Vertrauen in die Kommunikationskanäle der Hamas zu untergraben. Damit soll ihre Fähigkeit zur Einwerbung von Spenden verringert werden.
Justizministerium und FBI betonen die Wichtigkeit, Terrorfinanzierungsnetzwerke im digitalen Raum zu stören. Die Hamas kündigte zwar 2023 an, die Spendenbeschaffung über Kryptowährungen einzustellen. Die jüngsten Beschlagnahmungen zeigen jedoch, dass die Organisation weiterhin auf diese Methode setzte.
Parallel dazu haben die US-Behörden zwei Millionen US-Dollar an digitaler Währung ins Visier genommen, die mit Buy Cash, einem Finanzdienstleister in Gaza, verbunden sind.
Ausblick und weitere Entwicklungen
Die aktuellen Beschlagnahmungen unterstreichen die Entschlossenheit der US-Behörden, digitale Finanzierungswege für Terrororganisationen zu unterbinden. Gleichwohl zeigt der Fall, dass Kryptowährungen nachverfolgt werden können, wenn Ermittler die entsprechenden Mittel und Analysetools einsetzen.
Offene Fragen bleiben hinsichtlich der genauen Mechanismen, wie die Behörden die Spenderdaten nutzen. Ebenso ist unklar, ob weitere Verhaftungen im Kontext der Tausend identifizierten potenziellen Spendern erfolgen werden. Der Fall könnte zudem Signalwirkung für andere Terrororganisationen haben und ihre Strategien im Umgang mit digitalen Währungen beeinflussen.







