Die Hypothekenzinsen in den USA verharren weiterhin über der 7-Prozent-Marke. Am 18. September 2026 liegt der durchschnittliche Refinanzierungszinssatz für eine 30-jährige Festhypothek bei 7,155 Prozent, wie das Mortgage Research Center meldet. Diese Entwicklung erschwert vielen Eigenheimbesitzern eine profitable Refinanzierung ihrer Immobilienkredite.
Die aktuellen Zinsen liegen deutlich über den Tiefstwerten der Pandemie-Ära, als Sätze von rund zwei bis drei Prozent üblich waren. Ein Bericht von Redfin zeigt, dass zum dritten Quartal 2024 noch 82,8 Prozent der Eigenheimbesitzer mit einer Hypothek in den USA einen Zinssatz unter sechs Prozent besaßen. Eine Refinanzierung gilt typischerweise als lohnenswert, wenn der neue Zinssatz mindestens einen vollen Prozentpunkt unter dem aktuellen liegt.
Angesichts der Refinanzierungskosten, die zwischen zwei und sechs Prozent des Darlehensbetrags betragen können, rechnet sich ein solcher Schritt unter den aktuellen Bedingungen für viele Eigentümer nicht.
Einfluss der Zentralbanken auf das Zinsniveau
Die jüngste Zinsentwicklung in den USA hängt auch mit geldpolitischen Entscheidungen zusammen. Am 16. September 2026 erhöhte die Federal Reserve ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf einen Zielbereich von 3,75 Prozent bis 4,00 Prozent. Dies war die erste Zinserhöhung der Fed seit Juli 2023. Nach dieser Anhebung gilt eine sofortige Entspannung der Hypothekenzinsen als unwahrscheinlich.
Auch international zeigen sich ähnliche Signale: Die Europäische Zentralbank (EZB) hob am 10. September 2026 ihre drei wichtigsten Zinssätze um jeweils 25 Basispunkte an. Einlagefazilität, Hauptrefinanzierungssatz und Spitzenrefinanzierungssatz liegen nun bei 2,50 Prozent, 2,65 Prozent beziehungsweise 2,90 Prozent. Dies markierte die zweite Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr.
Die Bank of Japan (BOJ) erhöhte ihren Leitzins im Juni 2026 auf 1,00 Prozent. Es wurde erwartet, dass sie bei ihrer Sitzung am 17. und 18. September 2026 auf 1,25 Prozent erhöhen würde. Dies wäre der höchste Stand seit April 1995.
Geopolitische Faktoren und historische Rückblicke
Die Zinsentwicklung 2026 wurde ebenso von geopolitischen Ereignissen beeinflusst. US-Hypothekenzinsen zeigten Ende August und Anfang September 2025 eine Abwärtstendenz vor der ersten Leitzinssenkung der Fed im September 2025. Weitere Senkungen folgten im Oktober und Dezember 2025.
Im März 2026 stiegen die Zinsen an, nachdem die US-Regierung Ende Februar die als „Operation Epic Fury“ bezeichnete Aktion im Iran startete. Dies ging mit einem Anstieg der Gaspreise und größerer wirtschaftlicher Unsicherheit einher. Nach einem im Juni 2026 angekündigten Waffenstillstand kam es zu einem kurzen Rückgang der Zinsen.
Im Juli 2026 stiegen die Zinsen wieder leicht an, nachdem der Waffenstillstand zerfiel.
Lage in Europa: Schweiz und Deutschland
In der Schweiz stiegen die Hypothekarzinsen in den zwei Wochen vor dem 21. September 2026 an, besonders bei kurzen Laufzeiten. Die Richtwerte für zehnjährige Festhypotheken erhöhten sich um 0,09 Prozentpunkte auf 1,97 Prozent.
Dies ist der höchste Wert seit März 2025. Fünfjährige Sätze stiegen um 0,16 Prozentpunkte auf 1,81 Prozent und erreichten damit den höchsten Wert seit Juli 2024. Der FuW-Hypo-Index, der auf tatsächlich abgeschlossenen Geschäften basiert, liegt für zehnjährige Hypotheken bei 1,64 Prozent.
Das günstigste Angebot für zehnjährige Festhypotheken kam von der Hypothekarbank Lenzburg mit 1,7 Prozent.
In Deutschland hoben Versicherer und Banken ebenfalls Bauzinsen an. Bei der Allianz liegt der effektive Jahreszins in einem repräsentativen Beispiel nun bei 5,13 Prozent. Zuvor betrug dieser Anfang September 4,97 Prozent.
Das Beispiel bezieht sich auf ein Nettodarlehen von 150.000 Euro mit 25 Jahren Zinsbindung und 2,00 Prozent anfänglicher Tilgung. Die monatliche Rate steigt in diesem Beispiel auf 873,75 Euro. Die BBBank erhöhte am 16.
September 2026 ihre Konditionen. Dort stieg der effektive Jahreszins von 3,98 Prozent auf 4,09 Prozent. Der Kreditvermittler Interhyp nennt Bauzinsen für 20-jährige Zinsbindung von rund 4,53 Prozent.
Refinanzierungsoptionen und -überlegungen
Wenn Du eine Refinanzierung erwägst, bleiben bestimmte Optionen relevant. Eine Cash-out-Refinanzierung ermöglicht das Ziehen von Eigenkapital aus der Immobilie und erfordert in der Regel mindestens 20 Prozent Eigenkapital. Die Anpassung der Kreditlaufzeit, etwa der Wechsel von einer 15-jährigen zu einer 30-jährigen Hypothek, kann die monatlichen Raten senken, erhöht aber die Gesamtzinskosten.
Auch der Wechsel des Kreditgebers ist möglich. Es besteht keine Verpflichtung, beim ursprünglichen Kreditgeber zu bleiben, und einige Institute bieten Anreize wie den Erlass von Abschlusskosten. In der Schweiz ist zudem die Amortisation der Hypothek eine Option, um Schuld und Zinslast zu reduzieren.
Dabei bindet Amortisation jedoch frei verfügbares Vermögen in der Immobilie und sollte im Kontext von Liquidität, Vermögensstruktur und alternativen Anlagen beurteilt werden.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Die anhaltend hohen Hypothekenzinsen in den USA sowie jüngste Leitzinsanhebungen von Fed und EZB lassen eine signifikante Entspannung der Hypothekenmärkte in naher Zukunft als unwahrscheinlich erscheinen. Die erwartete Sitzung der Bank of Japan am 17. und 18. September 2026, bei der eine weitere Zinserhöhung erwartet wurde, unterstreicht den Trend zu einer Straffung der Geldpolitik in mehreren Regionen.
Marktteilnehmer beobachten insbesondere Inflationsdaten und künftige Äußerungen der Zentralbanken, um Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung zu finden. In den USA, wo viele Kreditnehmer noch deutlich günstigere Konditionen aus der Vergangenheit haben, bleibt die Hürde für eine Refinanzierung hoch. Bis auf Weiteres bleibt das Refinanzierungsumfeld herausfordernd.







