Die US-Regierung lockert die geplanten Effizienzvorgaben für Neuwagen und leichte Nutzfahrzeuge für die Modelljahre 2027 bis 2031 deutlich. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat die finale, abgemilderte Fassung der CAFE-Regeln (Corporate Average Fuel Economy) veröffentlicht. Diese Entscheidung beeinflusst die globale Flottenstrategie der Automobilhersteller, den Klimaschutz und die langfristigen Kosten für US-Konsumenten.

Für dich sind dadurch künftige Fahrzeugpreise, Kraftstoffkosten und Emissionen potenziell betroffen.

Präsident Donald Trump genehmigte die neuen Vorgaben mit der Begründung, sie würden den Preis für Neufahrzeuge senken. Verkehrsminister Sean Duffy bezeichnete die Lockerung als einen „großen Sieg für die amerikanischen Autoarbeiter“. Die Entscheidung macht eine Klimaschutzinitiative der vorherigen Regierung unter Präsident Joe Biden rückgängig.

Strengere Ziele werden abgemildert

Die neuen CAFE-Regeln sehen für das Modelljahr 2031 einen Flottendurchschnitt von rund 34,9 Meilen pro Gallone (mpg) vor. Dies entspricht etwa 6,7 Litern pro 100 Kilometer. Unter der Biden-Regierung waren für denselben Zeitraum rund 50,4 mpg (etwa 4,7 Liter pro 100 Kilometer) vorgesehen.

Die jährliche Effizienzsteigerung reduziert sich unter den neuen Vorgaben auf 0,25 Prozent für die Modelljahre 2027 bis 2031.

Die Biden-Regel von 2022 sah für die Modelljahre 2024 bis 2026 Steigerungsraten von acht bis zehn Prozent vor. Die nun festgelegten Ziele liegen damit erheblich darunter.

Die NHTSA argumentiert, die bisherige Regelung habe Elektrofahrzeuge in einer Weise berücksichtigt, die nicht mit dem gesetzlichen Auftrag vereinbar sei. Das Verkehrsministerium räumt zugleich ein, dass durch die Lockerung der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen steigen werden. Katherine García vom Sierra Club erklärte im Jahr 2025, dass weniger effiziente Fahrzeuge für Familien höhere Kosten an der Zapfsäule bedeuten.

Pete Buttigieg, Verkehrsminister unter Biden, kritisierte die Lockerung. Er verwies darauf, dass sie die Abgabe sauberer Technologien an China beschleunige und US-Autofahrer durch höhere Kraftstoffkosten belaste.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Verbraucherkosten

Die NHTSA prognostiziert, dass die gelockerten Vorgaben zu einer Einsparung beim Anschaffungspreis pro Neuwagen von rund 1.300 US-Dollar führen könnten. Voraussetzung hierfür ist, dass Hersteller diese Einsparungen an die Konsumenten weitergeben. Andere Quellen nennen durchschnittlich 930 US-Dollar.

Consumer Reports widerspricht der Einschätzung, dass gelockerte Vorgaben zu niedrigeren Anschaffungspreisen führen.

Historische Daten zeigen laut Consumer Reports, dass strengere Effizienzvorgaben Verbraucher langfristig durch niedrigere Kraftstoffkosten entlasten. Die jetzigen Änderungen könnten diesen Effekt umkehren.

Prognosen zufolge wird der zusätzliche Kraftstoffverbrauch bis 2050 rund 100 Milliarden Gallonen betragen. Daraus ergeben sich höhere Tankkosten von etwa 185 Milliarden US-Dollar über denselben Zeitraum. Parallel dazu wird ein Anstieg der CO2-Emissionen um rund fünf Prozent gegenüber den strengeren Standards erwartet.

Ab dem Modelljahr 2028 plant die NHTSA zudem, den Zertifikatehandel zwischen Herstellern abzuschaffen. Dieser Mechanismus erlaubte es Herstellern mit effizienteren Flotten, Credits an Unternehmen mit schlechteren Werten zu verkaufen, und machte die Einhaltung der Vorgaben flexibler.

Branchenreaktionen und Ausblick

Die Lockerung der Vorschriften betrifft klassische Limousinen, Kompaktwagen, SUVs, Pick-ups und Vans als leichte Nutzfahrzeuge. Die Alliance for Automotive Innovation, die unter anderem General Motors, Toyota, Volkswagen, Hyundai und Ford vertritt, unterstützt grundsätzlich niedrigere Anforderungen. Sie fordert jedoch den Erhalt des Credit-Handels und mehr Flexibilität.

Hersteller wie General Motors, Ford und Stellantis könnten die Lockerungen nutzen, um die Produktion größerer, weniger sparsamer Fahrzeuge in den USA auszuweiten.

Einige Branchenvertreter zeigen sich indes skeptisch hinsichtlich der langfristigen Planungssicherheit angesichts möglicher Regierungswechsel. Dies könnte Investitionsentscheidungen beeinflussen.

Die US-Umweltbehörde EPA steht ebenfalls im Fokus. Ihr Vorsitzender Lee Zeldin kündigte an, Regulierungen zu lockern und die Einstufung von Treibhausgasen als Gefahr für die öffentliche Gesundheit zu überprüfen. Zeldin kritisierte frühere Vorschriften als „erdrückende Regulierung“.

Unter der Biden-Administration hatte die EPA Emissionsziele formuliert, die einen Marktanteil elektrischer Neuwagen zwischen 30 und 56 Prozent in den Jahren um 2030 bis 2032 vorsahen, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

Umweltverbände und Generalstaatsanwälte mehrerer Bundesstaaten haben Widerstand und Klagen angekündigt. Sie kritisieren unter anderem rückwirkende Änderungen, fehlerhafte Kosten-Nutzen-Analysen und Verstöße gegen das Verwaltungsverfahrensrecht. Es bleibt offen, ob die EPA die „Gefährdungsfeststellung“ für Treibhausgase einfach aufheben kann.

Diese beruht auf einer früheren höchstrichterlichen Entscheidung. Die Reaktion der Märkte hängt davon ab, wie Automobilhersteller ihre globalen Produktionsstrategien anpassen und inwieweit angekündigte Klagen den politischen Kurs beeinflussen.